Leben mit Büchern #2

The Parthenon of Books von Marta Minujín war eine beeindruckende Installation auf der diesjährigen documenta in Kassel, die vor ein paar Tagen zu Ende ging.

Mitten auf dem Friedrichsplatz hat die argentinische Künstlerin Bücher in Szene bzw. in antike Form des griechischen Tempels auf der Akropolis  gesetzt.  Für die Ausschmückung der Gerüstkonstruktion verwendete sie gespendete Bücher, die einst verboten waren oder es in einigen Ländern noch immer sind.  Das begehbare Werk gegen Zensur war beeindruckende 70 Meter lang, 30 Meter breit und 20 Meter hoch.

Schade, dass uns bei unserem Besuch der Wettergott nicht hold und der Tag verregnet und grau war. So sind die Fotos auf die etwas andere Art stimmungsvoll. 😉

Etwas irritiert war ich über den Plastikwahnsinn, denn die Bücher waren jeweils einzeln eingeschweißt und nochmals an den Säulen in Folie gewickelt. Ging wohl aber nicht anders zu lösen, wenn man nicht in einer riesigen Freilufthalle ausstellen kann (oder will) und wenn die Bücher nach Ende der Aktion verschenkt werden sollen. Ich las, dass man die lebensmittelechte Kunststofffolie anschließend fachgerecht recyceln wird.

Übrigens hat mich der Besuch daran erinnert, endlich mal Alexander  Solschenizyn zu lesen.

Bei Pat läuft ein vierzehntägig stattfindendes Projekt, das „Leben mit Büchern“ heißt. Ich beteilige mich, wenn mir passend erscheinende Motive vor die Linse kommen.

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23 Antworten zu Leben mit Büchern #2

  1. Wow, das sieht sehr beeindruckend aus! Und der Regen bringt eben ganz besondere Fotomotive mit sich, mit bunten Regenschirmen geschmückten eben :-)… Den hätte ich auch liebend gerne gesehen, den Bücherakropolis.
    LG, Anne-Marie

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  2. Pat schreibt:

    Wirklich beeindruckend und eine klasse Idee. Das hätte ich auch gerne gesehen. Schade, dass ich dieses Jahr nicht zur documenta konnte. Irgendwann sehe ich mir das nochmal an.
    LG Pat

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    • Frau Tonari schreibt:

      Es war meine erste documenta. Bahncard sei Dank war es in diesem Sommer nun endlich möglich, ohne dass wir uns Stunden aufs Auto setzen mussten.
      Es gab viel Kritik an der diesjährigen documenta. Mir hat es gefallen.

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  3. Mara schreibt:

    Das sieht beeindruckend aus. Da wäre ich gerne herum spaziert, um mir alles genauer anzusehen.
    Liebe Grüße
    Mara

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  4. Gedankenkruemel schreibt:

    Schade das es geregnt hatte..Aber sehr imponierend das ganze.
    Waren die verbotenen Bücher auch an den Säulen ?
    Ich war vor jahren mal auf der Documenta, leider danach noch nicht wieder.

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  5. Myriade schreibt:

    Aha, Fotos von dem „Tempel“ habe ich schon etliche gesehen, aber nie war eine Erklärung dabei, dass alle diese Bücher irgendwann verboten waren. Danke für deine immer informativen posts !

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  6. monisertel schreibt:

    Beeindruckend, liebe Britta,
    eine interessante Installation. Sicher wäre es „trocken“ schöner gewesen, aber dann hätte man die Bücher doch auch nicht anfassen oder durchblättern können, gell.
    Lieben Gruß
    moni

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  7. steinegarten schreibt:

    Spannensten Kunstobjekt der Documenta 2017 – und ich konnte diesmal leider nicht kommen … so aber habe ich wengigsten deine Eindrücke 🙂

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  8. Clara HH schreibt:

    Ich glaube, so etwas habe ich noch nie gesehen, weder in Realität noch als Foto. Es ist wahnsinnig beeindruckend, so ein großes und bekanntes Bauwerk aus Büchern zu errichten.
    Ganz am Anfang hatte ich Angst, dass es alles „Abfall“bücher sind, die dann in die Papiertonne kommen. Aber so ist es so viel besser – eine tolle Idee von der Künstlerin.

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    • Frau Tonari schreibt:

      Die Bücher sollen vor allem an sozial benachteiligte Menschen abgegeben werden, die kein Geld für Literatur übrig haben.

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      • Clara HH schreibt:

        Leider Gottes stehen diese Menschen – vielleicht zu Unrecht – dass sie sich nicht unbedingt für Literatur begeistern, zumindest nicht für anspruchsvolle Bücher. Dennoch ist der Gedanke gut – und wenn sich diese sozial benachteiligten Menschen von sich aus melden, um Bücher zu bekommen, dann haben sie auch Interesse.
        Wirklich ein tolles Bücherbauwerk.

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        • Frau Tonari schreibt:

          Ich habe gerade noch mal recherchiert. Nun las ich, dass man die Bücher an Interessierte abgeben will. Soziale Bedürftigkeit muss man nun offenbar nicht (mehr) nachweisen.
          Ich denke, dass es auch unter Menschen, die am Rande des Existenzminimums leben, genug Leser anspruchsvoller Literatur gibt. Denk nur mal an die Rentner, die wenig übrig haben, wenn die notwendigsten Lebenshaltungskosten bezahlt sind.

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  9. Zitante Christa schreibt:

    Tja, da bist Du mir also zuvorgekommen mit dem Thema 😉
    Ich konnte trotzdem noch 2 Alternativbilder zum Projekt machen – oftmals fordern verpaßte Chancen eben raus…
    Und meine Beitragsfolge zur d14 wird auch noch ergänzt, ich bin mal gespannt, ob wir das gleiche gesehen haben!
    Liebe Grüße,
    (Zitante) Christa

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  10. kallehd schreibt:

    Liebe Tonari, wir waren nicht auf der documenta, aber ich interessiere mich immer dafür, da ich – als ich noch Fussgänger war – selbst einmal eine documenta live erleben durfte. Und dieses Kunstwerk hat mir aufgrund der Berichte und Bilder davon am besten gefallen. Sehr beeindruckend mit ernstem Hintergrund, schön es hier zu sehen, liebe Grüsse kalle

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  11. escara schreibt:

    Hallo Frau Tonari,
    ein äusserst interessanter Beitrag ist das. Super ist diese Idee mit dem „Bücher-Haus“ auf der documenta. Ich bin neu bei Kerkis Projekt und lese mich mal durch eure Beiträge.
    Schöne Woche und liebe Grüsse
    Esther

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