Am vorletzten Tag des letzten Jahres…

fahren wir erst mit dem Wägelchen über die kaum noch wahrnehmbare Grenze zum Nachbarland und dann weiter gen Norden und erreichen mit den letzen Sonnenstrahlen das gebuchte Hotel in Kolobrzeg.

seitenspiegel

Wir ergattern einen Platz in der Tiefgarage, was sich noch als nützlich erweisen wird, beziehen unser Zimmer, packen aus und entspannen kurz.

Das Tablet des besten Mitreisenden von allen kündigt einen interessanten Artikel auf Sportschau.de an. Wir lachen herzlich über den dort avisierten Rückblick in die Zukunft.

Jahresrückblick2016

Draußen ist es nun schon richtig dunkel. Zu spät, um noch eine Runde zu drehen und einen Blick aufs Meer zu werfen. Inzwischen meldet sich auch mangels Mittag der kleine Hunger. Gut also, dass das Hotelrestaurant inzwischen geöffnet hat und mit einem Abendmahl Buffet auf uns wartet. Ich mag es, wenn man sich sein Essen selbst aussuchen und zusammenstellen kann. Ad Libitum. Der Liebste wählt Fisch und Muscheln. Ich freue mich über Käse, Salat und ein polnisches, dunkles Bier.

Schwarzbier

Dann plötzlich fällt meinem Gegenüber das Essen aus dem Gesicht.  Naja, kontrolliert aus dem Gesicht. Sprich in sein halbvolles Bierglas. Es dauert einen Moment, bis er sich wieder fassen und den Ekel abschütteln kann.  Er entschuldigt sich für die ungewöhnliche Situation, aber eine der Muscheln sei eben eine miese gewesen sei. Eine echte Miesmuschel. Verdorben. Iiiiiiiigitt. Leider habe er dies vor dem Kauen nicht bemerkt. Ich erschrecke, weil ich nicht weiß, wie viele oder wie wenig Toxine für eine Muschelvergiftung reichen, die unseren Kurzurlaub jetzt schnell beenden könnte und zudem nicht wirklich lustig ist. Das herbeigerufene Personal kommt leider weder auf Englisch noch auf Deutsch mit der Situation klar. „Ich sagen Küche. Ich sagen Chef.“ Nun, ich bin nicht sicher, ob wirklich verstanden wurde, was der Küche auszurichten sei. Dem Liebsten ist der Appetit vergangen. Mir solidarisch auch. Wir finden, so etwas darf in dem Restaurant eines *****-Hotels nicht passieren. Wir bezahlen die Getränke und beschreiben beim Verlassen des Restaurants der am Eingang eingesetzten Mitarbeiterin noch einmal die eben gemachte Erfahrung. Sie bietet an, den Küchenchef zu informieren. Entschuldigung? Fehlanzeige.

Im Hotelzimmer desinfiziert der Liebste schnell mit einem Schluck Weinbrand. Es hilft… 😉

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17 Antworten zu Am vorletzten Tag des letzten Jahres…

  1. Winnie schreibt:

    Ohhhhhhhhhhhhh ich versuche mir grad vorzustellen, wie eine miese Miesmuschel schmeckt, … mein Gesicht verzieht sich allein bei dem Gedanken, …

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  2. franhunne4u schreibt:

    Muscheln sind tricky …

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  3. Ingrid/ile, die Bastelmaus schreibt:

    Oh weh!!!! Habe zwar noch nie Muscheln gegessen und werde es nun schon erst recht nicht tun….Schade, dass so ein hoffnungsvoller Abend so ekelhaft endete!
    Die Getränke hätte ich aber nur halb bezahlt, denn der Liebste konnte es ja nicht mehr trinken. Die hätten doch mehr als dankbar sein müssen, dass er das GLAS und nicht die Tischdecke benutzte.
    LG Ingrid

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  4. Maren schreibt:

    Igitt!! Hatte der Chef de Cousine vielleicht Urlaub „zwischen den Jahren“ und hat einem Stümper das Feld überlassen? Auch in guten Hotels ist ja gutes Personal nicht immer einfach zu bekommen….
    Wollt ihr euch nochmal ekeln? Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet sind „feine“ Hotels auch diejenigen, aus denen man sich mit größter Wahrscheinlichkeit die Krätz(milb)e mit nach Hause bringen kann. Der Grund ist die internationale Besetzung in solchen Häusern und das damit verbundene Globetrotten der Parasiten. – Fazit: Wir buchen nur noch 4 Sterne! 😉

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  5. ute42 schreibt:

    Das hätte gefährlich ausgehen können. Da habt ihr nochmals Glück gehabt. Ich glaube schon, dass die verstanden haben, aber nicht verstehen wollten.

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  6. Anette schreibt:

    Wäääääh! Miese Muscheln sind ganz, ganz mies …
    Ich mag mir den Geschmack nicht vorstellen, weil ich mich soooo auf ganz viele Muscheln vorfreue.
    Zumindest hätte eine Entschuldigung kommen müssen …
    schüttel Ich hab jetzt Geschmackskino 😉

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  7. Myriade schreibt:

    Also in einem 5Stern-Hotel hätte ein solcher Vorfall doch eine Einladung für dieses oder das nächste Essen bedeuten sollen !

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  8. minibares schreibt:

    Mein Mann würde wohl keine Muscheln mehr essen, denke ich. Er mag sie auch sehr gern.
    Eine Entschuldigung wäre aber angebracht gewesen.

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  9. Anna-Lena schreibt:

    Ich weiß schon, warum ich keine Muscheln und schon gar nicht dieses Glibberausterzeug mag. Gut, dass sich der Herr Tonari gleich desinfiziert und sich die Laune nicht hat verderben lassen.
    Nicht nur eine Entschuldigung sondern eine entsprechende Anerkennung wären angebracht gewesen.

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  10. Gudrun schreibt:

    Weinbrand hilft wirklich. Diesen Tipp bekam ich mal von einem Dolmetscher in Rumänien. Mir ging es gut. Allerdings musste ich den Ausflug am nächsten Tag alleine machen. Den anderen hatte rumänischer Weinbrand nicht geschmeckt. Aber, welche Medizin schmeckt schon gut. 🙂

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  11. Pingback: Frau Tonari

  12. hafensonne schreibt:

    Zum Glück nichts passiert und gut desinfiziert. Das geht aber in gar keinem Haus, ob nun null oder 10 Sterne. Bei Muscheln bin ich auch immer sehr penibel und schmeiße im Zweifel lieber eine mehr weg, als es darauf ankommen zu lassen. Allerdings könnte man Vergiftungen vorbeugen, wenn man desinfizierende Ameisensäure direkt in das Gericht mit einbringt, und das auch jenseits von Sternehäusern 😉

    https://hafensonne.wordpress.com/2014/11/14/statt-einer-lobhudelei/

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