vom weißen Gold geblendet

An der Westküste Lanzarotes besuchen wir die größte Saline der Kanarischen Inseln. Ich schmunzele ein wenig über den Begriff „Salzverdunstungsanlage“, den ich dazu in meinem Reiseführer finde, denn Salz wird hier nun wirklich nicht verdunstet 😉
Aber das Salz, das durch die Verdunstung des Meerwassers entsteht, ist imposant. Die riesige Anlage ist es natürlich auch. Sie entstand Ende des 19. Jahrhunderts und diente vor allem der Salzproduktion zur Konservierung von Fischen. Mit der Erfindung elektrischer Kühlanlagen benötigte man das Salz nicht mehr in den ursprünglichen Mengen. Die Produktion wurde unrentabel. Viele Salinen stellten daher ihre Tätigkeit ein.
Die Salinas de Janubio stehen unter Denkmalschutz. Dennoch verfällt ein Großteil der Anlage. Das finde ich schade. Ein paar Schautafeln mit technischen Erklärungen würden sich aus meiner Sicht auch gut machen.

Aus der großen Lagune hebt man das Meerwasser mittels Pumpen in mehrere große Becken, wo es langsam verdunstet und von dort in kleinere Becken geleitet wird. Die Sole wird nun immer dickflüssiger, bis sie in die eigentliche Saline gelangt. In den kleinen rechteckigen Feldern fallen die kristallinen Salze aufgrund der inzwischen hohen Sättigungskonzentration aus und werden in weißen Kegeln aufgehäuft und getrocknet. Leider konnte ich vor Ort nicht herausfinden, ob es noch eine maschinelle Nachtrocknung gibt und wie und ob das Salz gereinigt wird, bevor es in den Handel kommt.  (Wiki weiß hier natürlich mehr!)

Vom Mirador Salinas hat man einen schönen Ausblick über das Areal. Im nachmittaglichen Gegenlicht glänzen die einzelnen Felder besonders fotogen.

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Wir fahren mit dem Auto bis zum Parkplatz am Playa de Janubio und laufen von dort aus zurück zu den Wasserbecken und den Salzhügeln, die wie kleine Schneehaufen in der Sonne glänzen.

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Immer, wenn die Sonne mal zwischen den Wolken hervor kommt, ist es ganz schön grell. Kein Wunder also, dass früher die Arbeiter in den Salinen wegen der Lichtreflexionen Augenprobleme bekamen und teilweise erblindeten.

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12 Antworten zu vom weißen Gold geblendet

  1. JobcoachingBonn schreibt:

    Danke für die schöne Erinnerung – ist lange her, dass ich dort war. Liebe Grüße

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  2. Wolfram schreibt:

    Im kleinen Rahmen – ohne Pumpe, nur mit der Kraft der Gezeiten – wird das in der Camargue und an der Atlantikküste auch noch betrieben – etwa für das berühmte Sel de Guérande. Ohne nachherige Reinigung – das macht ja gerade den besonders würzigen Geschmack aus.

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  3. Elke schreibt:

    Ich erinnere mich an diesen Anblick. Es ist schon beeindruckend.
    Lieben Gruß
    Elke

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  4. minibares schreibt:

    Die alte Maschine zum Schluss ist doch rostig.
    Aber diese Platten da strahlen echt in der Sonne.
    Und die Salzberge sind ja toll.
    Also produzieren sie immer noch Salz.
    Ich war mal im Toten Meer, da darf man nicht auf dem Bauch schwimmen, weil es dann spritzen könnte und anderen in die Augen. Denn der Salzgehalt ist so hoch, es hat mich tatsächlich getragen.

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  5. hafensonne schreibt:

    Sehr eindrucksvoll! An der Algarve reichen die Salinen bei Faro bis an die Landebahn, so dass man den Eindruck hat, der Flieger landet gleich in ihnen. Wir verwenden zuhause immer portugiesisches Atlantiksalz, und ich meine, das wird nicht gereinigt. Wovon auch? 🙂

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  6. Diese Anlage habe ich auch gesehen, toll dort.

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  7. Gedankenkruemel schreibt:

    Hach schaut das interessant aus…Klasse Fotos (wie immer).
    Und das letzte Foto ist ein Prachtexemplar – Rost- 🙂

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  8. Frau Spätlese schreibt:

    Dieser Anblick der Salzberge muss echt beeindruckend gewesen sein. Das will ich auch irgendwann mal sehen.
    LG

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  9. Treibgut schreibt:

    Sehr interessant, den Ort würde ich mir gerne auch mal angucken.

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  10. Seelenstreusel schreibt:

    Sehr beeindruckend! Die ganzen Salzberge erinnern mich sehr ans Ski fahren. 😉
    Liebe Grüße, Karina

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