daneben gegriffen

Bei der Auswahl der Urlaubslektüre habe ich in diesem Jahr kein gutes Händchen bewiesen.

Das Lesen des Buches „Die Kolonie“ von Chuck Palahniuk habe ich auf Seite 178 als für mich beendet erklärt. Bis Seite 472 wollte ich mich einfach nicht weiter quälen (lassen). Den Text auf dem Buchcover fand ich spannend. Was ich dann zwischen den Buchdeckeln vorfand eher nicht.

die_kolonie

Siebzehn Möchtegernautoren werden von einem sterbenden alten Mann für drei Monate in ein vermeintliches Paradies eingeladen, um quasi in einer All-inclusive-Oase und von der Außenwelt abgeschnitten, die Story ihres Lebens schreiben können. Sie landen in einem alten Kino und gehen so weit, sich so nach und nach selbst der Lebensgrundlagen wie Nahrung und Heizung zu berauben. Stromkabel werden gekappt, Wasserleitungen durchtrennt, die Toilette mutwillig verstopft. Da schreckt man auch nicht vor der eigenen Verstümmelung zurück. Das steigert den Marktwert, die vermeintlichen Berühmtheit nach dem Ende des Experimentes. Nun ja. Gruppendynamik der gruseligen Art.

Kurzgeschichten und Gedichte, zusammengehalten von einer abstrusen Rahmenstory, die sich zäh liest und eklig bis abstoßend abscheulich daher kommt.

Menschliche Abgründe, ausführlich beschrieben. Bizarr, grausam, unmenschlich brutal, gelegentlich pervers.

So etwas muss man mögen. Für zarte Gemüter ist es eher nichts.

(Ich hoffe, dass auch angelesene Bücher für Daggis Buch-Challenge 2015 gelten. Dann hätte ich Punkt 50 – ein Buch, das im englischsprachigen Ausland spielt, hoffentlich erledigt.)

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11 Antworten zu daneben gegriffen

  1. Michaela schreibt:

    Ich habe vor kurzem von diesem Buch gehört als Leseempfehlung.
    Jetzt überlege ich mir diese Empfehlung 😀
    Lieben Gruß,
    Michaela

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  2. monisertel schreibt:

    Liebe Tonari,
    das ist aber echt ärgerlich und tut mir leid für Dich.
    Gibt es so auf die Schnelle etwas Blöderes, als von einem Lesestoff enttäuscht zu sein?
    Gehört schon unter die ersten Zehn, gell.

    Ich amüsiere mich gerade (natürlich daheim, wo man jederzeit zu etwas anderem greifen könnte) köstlich über einen „BayrischKnödelKrimi“, den mir die liebe Anette geschenkt hat.

    Lieben Gruß
    moni

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  3. vivilacht schreibt:

    so geht es manchmal, aber es ist wirklcih aergerlich. Dann hoffe ich, dass du daheim wieder eine bessere Lektuere finden wirst

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  4. Maren schreibt:

    Uiih, das klingt echt gruselig. Gibt die Free Library des Hotels nichts Lesbares her; die sah doch gut bestückt aus?
    Den Autor kannte ich noch gar nicht, habe ihn aber vorhin mal gegoogelt. Und was man da zutage fördert, nötigt mir Respekt ab, dass der Herr Palahniuk die schriftstellerische Laufbahn der kriminellen vorgezogen hat. Wenn auch seine Bücher offenbar alle nichts für Zartbesaitete sind. Das nennt man dann wohl Verarbeitung? Hier ein Auszug aus seiner Biographie:

    „Ist 1962 zur Welt gekommen und hat französich-ukrainische Wurzeln. Arbeitete lange als KfZ-Mechaniker, bis er 1996 den Durchbruch mit „Fight Club“ hatte.
    Grausam ist seine Biografie – sein Großvater lief Amok und tötete alle Mitglieder bis auf den Vater von Chuck, der sich unter dem Bett versteckt hatte.
    Der Vater von Chuck fand nach der Scheidung eine neue Freundin, deren Ex aber ein gestörter Mensch war und sie in einem Fahrzeug verbrannte, nachdem er aus dem Knast entlassen wurde. Chuck’s Vater wurde von Neo-Nazis in seinem Haus ebenfalls verbrannt.“

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  5. minibares schreibt:

    Schade, schade, dass du so ein Pech hattest mit deiner Urlaubslektüre.

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  6. hafensonne schreibt:

    Tja, hätteste mal die Känguruh-Chroniken mitgenommen 😉 aber ich verstehe, so brutales Zeug kann ich auch nicht ab. Zum Glück hast Du noch den Kindle, für Urlaube ist das natürlich super (auch ich noch nicht im E-lesen-Zeitalter angekommen bin).

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  7. Bellana schreibt:

    Mir ist es auch schon passiert, dass ich ein Buch vorzeitig beendet habe. Im Urlaub landet dann so ein Buch direkt im Papiercontainer…
    Grüßle Bellana

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