für die Wortmischerei

Der Wortmischer hat elf Freunde, ähm elf Fragen. Ein Stöckchen. Ich habe hier schon ewig keine mehr beantwortet. Ich guck grad mal nach. Warte…

Ja, wusste ich es doch. Eine halbe Ewigkeit her. Mein letztes Stöckchen apportierte ich im März 2014, dem Kalle zu liebe. 

Ein wenig nerven mich die Dinger auch. Insbesondere, wenn sie inflationär und /oder als Awards getarnt daher kommen. Und dann erst der „Stress“ beim Weiterverteilen. Die meisten BloggerInnen, die ich lese, scheinen auch keinen Wert auf hingeworfene Hölzchen zu legen. Ein Dilemma. Und ich stecke mittendrin. 

*An diesem Punkt stelle man sich bitte vor, wie Frau Tonari mit sich ringt und … verliert*

Ich werde also antworten. Aber – und so ist mein Deal – ich denke mir keine neuen Fragen aus und reiche auch nix weiter.  Okay, Herr Wortmischer?

Aber nun. Nun kommen die Fragen und die Antworten, auf die die Bloggerwelt schon lange gewartet hat 😉

1. – Münchener Oktoberfest? (Unbedingt! / Keinesfalls! / Was ist das?)

Ich versuche es diplomatisch auszudrücken: Einmal reicht.  (Nachzulesen hier im Teil 1 und Teil 2.)

2. – Haben Sie Ihren Volkswagen schon abgestoßen?

Also. Ich muss doch sehr bitten. Was fährt wohl eine Frau, die a) japanaffin ist und b) eher japanisches Gardemaß hat? Also größentechnisch. An dem Grad der Grazilität arbeite ich. *räusper* Dackelbeine brauchen „Zoom-Zoom“ 😉

3. – Erinnern Sie sich noch an das erste Musikstück, das Sie sich gekauft haben? (Vinyl, CD, Download?) Hören Sie sich das heute noch gerne an?

Amiga-EternaDie erste Schallplatte, die ich mir von meinem Taschengeld gekauft habe, war die Sinfonie Nr. 5 von Beethoven (Gewandhausorchester Leipzig, Dirigent Kurt Masur, Ausgabe: Eterna). Klassik vor allem deshalb, weil es so etwas in unserer Familie bis dato im Plattenschrank nicht gab. Außer mir hörte niemand die sogenannte E-Musik. In Sachen Pop-Musik war ich in meiner Jugend ja (leider) eher staatlich limitiert und ohne vorhandene Beziehungen eher vom Zufall beim Plattenkauf abhängig. Das brachte mich dann auch ziemlich schnell zu einem Kassettenrecorder mit Aufnahmefunktion 😉  Aus Gründen darf auch noch eine Amiga-Platte mit auf das Foto, von der ich nicht ganz sicher bin, ob ich mich dafür schämen muss. Mangels Plattenspieler hören wir die alten Platten heute nicht mehr. Einige hat der beste Plattenfreak von allen allerdings digitalisiert. Aus eher sentimentalen Gründen stehen die alten Scheiben aber immer noch und nun unbenutzt im Schrank. An fast jeder Doppel-Rille hängt irgendwie ´ne Story. Aber ich schweife ab, denn das ist eine andere Geschichte.

4. – Spielen Sie ein Musikinstrument? Trauen Sie sich damit vor Zuhörer?

Ich kenne meine Grenzen und hab das in die nächste Generation, ans Töchterlein delegiert. Deren Musikalität stammt allerdings nicht von mir. Da hat sich der beste Vater meiner Kinder eingebracht.

5. – Im Preisausschreiben gewinnen Sie eine Penthauswohnung in Berlin, London, Paris, Prag oder Wien. Welche suchen Sie sich aus?

Bis vor kurzem hätte ich mit New York geantwortet. (Ich weiß, ist hier nicht im Angebot.) Aber nun wohnt das Tochterkind in Auckland. Also wähle ich London, verhökere später die edlen vier Wände und ziehe mit viel Kohle als Rentnerin an den schönsten Ar* der Welt.  Wobei? Da fällt mir gerade ein, dass ich ja bei Preisausschreiben immer nicht mitmache. Die wollen doch nur die Anschrift. 😉

6. – Bevor Sie den Löffel abgeben: Welches Ding müssen Sie vorher unbedingt noch gedreht haben?

Ich gehöre zu denjenigen Menschen, die versuchen, nicht immer alles auf später zu verschieben. Also auf die Rentenjahre zum Beispiel. Zum Glück tickt mein GöGa ähnlich. Kriminelle Energie haben wir beide nicht, drum bleibt das mit dem Ding drehen wohl aus. Aber einige Wünsche sind inzwischen schon erfüllt, andere in greifbarer Nähe. Eine Ballonfahrt steht bei mir noch auf dem Irgendwann-Plan. Das mit dem Fallschirmsprung habe ich mir inzwischen überlegt 😉

7. – Halb acht Uhr abends. Sie kommen völlig gerädert (aus der Arbeit) nach Hause. Was passiert, sobald der Mantel an der Garderobe hängt und die Schuhe in der Ecke stehen?

Um es kurz zu machen: Nicht mehr viel. Ich schlurfe ins Bad fürs Heimkommhandwaschritual nach der Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln. Mein Lieblingsmensch macht vermutlich gleich das Abendessen für uns beide. Ich verziehe mich in die Couchecke und schnappe mir meinen Schleppi. Muss doch neugierig mal gucken, was E-Mail-Eingang und Feedreader so melden. Wahrscheinlich lese ich mich dort fest oder mir fällt noch was ein, worüber ich im Blog schreiben könnte. Oder ich schwatze mit meinem Gegenüber. Oder ich schweige und genieße ein Glas Rotwein. Oder letzteres bleibt mir beim Gucken der Tagesschau im Halse stecken. Vermutlich schüttele ich über das gebotene Abendprogramm den Kopf und verziehe mich ins Bett.

8. – Kochen Sie selbst? Was kommt auf den Tisch, wenn die leeren Teller schon nach einer Stunde im Geschirrspüler stehen müssen?                                  

Ich gehöre zu den Weibchen, die verwöhnt und verzüglich bekocht werden. Dafür bin ich sehr, sehr dankbar und weiß das zu schätzen. Keine Ahnung also, was mein Liebster in dieser Stunde zaubern würde. Sicher bin ich allerdings, dass es schmecken wird. Das Einräumen des Geschirrspülers, das übernehme ich in der 59. Minute 😉

9. – Golf, Ski oder Tennis? (Oder doch lieber die TV-Fernbedienung?)           

Weder noch. Aus Gründen alles keine Sportarten für mich.

10. – Wir schreiben das Jahr 2025. Was ist für Sie die auffälligste Neuerung im Vergleich zu heute?

Diese selbst fahrenden Autos. Das ist mir jedoch ein bisschen unheimlich.

11. – Sie packen Ihren eigenen Flüchtlingskoffer. Was muss da rein? (Fünf Dinge braucht der Mensch.)

Nach all den Luxusfragen, schlucke ich gerade ein bisschen an der Nummer 11. Ich hoffe wirklich sehr, dass ich nie in so eine schlimme Situation gerate und ich zerfließe hier regelmäßig vor Mitleid mit den armen Menschen, die unverschuldet so etwas erleiden und Opfer mieser Politik werden. Wenn diese notwendige Flucht aufgrund der Umstände eine geplante Handlung sein kann, dann würde ich vermutlich vorher mein halbes Leben digitalisieren und auf einer kleinen Festplatte mitschleppen. Familienfotos, Dokumente, Adressen und so. Auf ein Smartphone würde ich auch nicht verzichten wollen, weil es als Kommunikations- und Informationsmittel immens wichtig ist. Geld in bar und / oder einer Karte wird nicht schaden. Alles kommt neben Wechselklamotten und Dingen für die Körperhygiene in einen Rucksack, damit ich die Hände frei habe. Hab ich noch Platz für meine kleine Knipse? Ich hoffe, denn die große werde ich schweren Herzens zurück lassen müssen. Nicht zurück lassen würde ich meinen Mann, aber den bekomme ich nicht in einen Koffer. Er muss selber laufen. Was ich immer dabei hätte, wäre die große Furcht dieser wenigen mitgenommenen Dinge oder meiner besseren Hälfte beraubt zu werden.

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26 Antworten zu für die Wortmischerei

  1. leonieloewin schreibt:

    Gut geantwortet 🙂

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  2. franhunne4u schreibt:

    Wenn man sich hier deine Antwort auf Nummer 11 anschaut -und dann die Pegida-Vorwürfe von „Asylanten haben doch alle Smartphones“ hört, kann ich nur sagen – wenn sie das vorher hatten, wie das bei Syrern wohl eindeutig zu bejahen ist, wäre es doch zu erwarten, dass sie sie mitnehmen! Und siehe da, Frau Ttonari würde auch nicht ohne ihr Smartie losziehen!

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  3. monisertel schreibt:

    Klasse geantwortet, sehr interessant, liebe Tonari,
    ein herzliches Dankeschön!
    Grüße
    moni

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  4. Frau Momo schreibt:

    Mein Smartphone nebst Tablet würde ich auch mitnehmen, keine Frage. Aber der Gedanke, ich müßte aus meinem Leben wenige Dinge aussuchen, die ich mitnehmen könnte… da wird mir auch mulmig zumute.

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  5. vivilacht schreibt:

    bei der Frage Nummer 11 habe ich nicht die Fluechtlinge im Kopf sondern eher die Geschichte aus dem Buch, das du mir weitergegeben hast. Meine Eltern wollten nie erzaehlen, was sie dabei hatten oder ueberhaupt darueber reden.
    Sonst gefallen mir deine Antworten gut

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  6. Seelenstreusel schreibt:

    Liebe Frau Tonari,
    schön, dass du beim Stöckchen mitgemacht, die Fragen beantwortet und uns einen kleinen Einblick gegeben hast. Ich finde, das macht einen Blogger immer noch authentischer 🙂
    Auch, wenn die Beantworterei (und das Drumherum mit XX neue Blogger finden und weiterleiten usw.) manchmal nervig sein können …
    Liebe Grüße, Karina

    Gefällt 1 Person

  7. Pingback: Der Brautstrauß | Wortmischer

  8. Wortmischer schreibt:

    Natürlich bin ich einverstanden, dass es keine neuen Fragen gibt. (Ich mache ja auch nicht mehr bei allen Fragebogenaktionen mit.)
    Gerade deshalb freu ich mich über die ehrlichen, ausführlichen Antworten mit Humor. Das Leben ist auch so schon traurig genug. Es bleibt mir nur, allen anderen Kommentatoren uneingeschränkt zuzustimmen und zu sagen: Gut geantwortet!

    (Mit der Antwort zum Londoner Penthaus sind Sie übrigens nicht allein. Obwohl der andere Herr nicht Neuseeland sondern Brandenburg wählen würde.)

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    • Frau Tonari schreibt:

      Danke fürs Freuen und Loben. Und fürs Rückverlinken.
      Durch die Beiträge der anderen Wortmischerverfolgten 😉 werde ich mich die Tage lesen.
      (Jetzt muss ich mich auf einen Termin im Bürgeramt vorbereiten, auf den ich 3 Monate gewartet habe und der mich vor Aufregung, ich könnte ihn verpennen, nicht mehr schlafen lässt. Pah, und dabei brauche ich nur einen neuen Ausweis und der Reisepass bedarf auch der Erneuerung.)

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      • Wortmischer schreibt:

        Bleiben Sie ganz ruhig! Es kommen auch auf Ihrem Amt Zeiten, wo Sie einfach so, ohne Termin hingehen, wo man freundlich mit Ihnen spricht und tatsächlich möglich gemacht wird, was möglich ist, statt verhindert. (Das geht nämlich. Hab ich unlängst mit ungläubigem Staunen selbst erfahren!)

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  9. Inch schreibt:

    Karat? Das ist wirklich peinlich. Aber ich habe da, glaube ich, auch noch eine rumstehen. Meine erste LP war es nicht, dank Westverwandtschaft (die ist allerdings nicht weniger peinlich, die Platte, meine ich, nicht die Verwandtschaft)

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    • Frau Tonari schreibt:

      Das waren nicht meine ersten LP, aber meine ersten selbst gekauften. Vom Taschengeld also. Die erste geschenkt bekommene war ein Hörspiel. „Die Schatzinsel“ von R.L. Stevenson. Die Platte (Litera) mochte ich als Kind wirklich sehr.

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  10. Pingback: Elf Fragen Stöckchen | Charisma

  11. Charis schreibt:

    Ja, ein Stöckchen, ein Stöckchen … 😉
    Natürlich gemopst und bearbeitet:
    https://charisma1blog.wordpress.com/2015/09/29/elf-fragen-stoeckchen/ :mrgreen:

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  12. Bludgeon schreibt:

    Hallo unbekannterweise, habe über sleepers blog hierher gefunden und bin von diesen Antworten schwer begeistert und nun noch der Nachsatz mit der Schatzinsel LP!

    Schatzinsel, Die Gerechten von Kummerow, Ferdinands Zauberhäuschen? Welche hatte ich früher? Ächz! Ich kriegs nicht mehr auseinander.

    DIESE 5. von Beethoven musste anno76 (oder so herum) dringend sein: Ekseptions Adaptionen brachten mich auf die Spur. Aber zuerst mussten Bachs Orgelwerke her wegen der D-Moll-Fuge.aus dem gleichen Grund…

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    • Frau Tonari schreibt:

      Hallo Bludgeon,
      mich deucht, wir wären jahrgangsnah 😉
      Meine 5. von Beethoven habe 1978 gekauft. Bach kam später. Erst musste ich durch die Beethovenphase 😉
      Herzliche Grüße von Frau Tonari

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