zwischen Wuhlesteg und Wolkenhain

Am Sonntag bin ich mal wieder auf einer Baustelle unterwegs. Im Rahmen der 2. IGA-Herbsttour führt Matthias Kolle, Leiter für Planung, Bau und Betrieb auf einer dreistündigen Tour ins Gelände der künftigen Gartenbauaustellung.

Es wird ein sehr kurzweiliger Rundgang. Leider ist unser Guide aufgrund der Gruppenstärke nicht immer gut zu verstehen. Aber er ist mit der erforderlichen Portion Geduld (für Bummler und Klugscheißer) und einer gehörigen Portion Augenzwinkern unterwegs.

Wir beginnen am 280 Meter langen Wuhlesteg aus Cortenstahl, der seit März 2015  am Westhang des Kienberges entsteht.  Er wird zu einem neuen Zugang zu den „Gärten der Welt“ und endet am sogenannten Platz am See.

Noch braucht man ein wenig Phantasie. Am Ufer des Wuhleteiches wird ein Holzdeck entstehen. Eine Lärchenholz-Plattform soll künftig direkt bis zum Wasser hinunterführen. Die bisher dort jetzt noch vorhandenen, ziemlich schäbigen Betonplatten des improvisierten Uferschutzes verschwinden zugunsten naturnaher Vegetation.

Nebenan bekommen die Kienbergterrassen am Hang ihre Form. Natursteinmauern für einen Panoramarundweg. Der Kienberg selbst wird aufgewertet, Biodiversität gefördert. In den letzten Jahren nämlich wurden hier zu viele „Import“-Gehölze ungepflegt heimisch, die standorttypischen ließen sich verdrängen.

Dieser kleine blaue Lurch begegnet uns hier und da.  Was er wohl bedeuten mag?
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Dann geht es für uns zunächst trampelpfadig querfeldein und vor allem bergan auf 102,2 Meter  zum höchsten Punkt des Kienberges.

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Der  künftige „Wolkenhain“, ein geplanter und künftig 30 Meter hoher Aussichtspunkt ist erreicht. Man soll von ihm über die Baumwipfel bis zum Fernsehturm und weit ins Brandenburgische gucken können. Momentan wird dieser Weitblick durch das Grün rundum noch verhindert. Aber die Wolken, die machen heute dem Namen schon mal alle Ehre und einen auf spektakulär.

Alle eilen zur nächsten Baustellenattraktion durch den öffentlichen Teil der „Gärten der Welt“.  Für einen Augenblick gilt die Aufmerksamkeit einem Brautpaar, dann geht es weiter zum künftigen Englischen Garten. Den sah ich vor ein paar Wochen im Rahmen einer anderen Führung schon einmal.

Der Baustellenhimmel bietet über der künftigen Freilichtbühne und den Kränen erst Drama und öffnet dann erbarmungslos seine Schleusen. Wenige Minuten später scheint die Sonne auf die Neuanpflanzungen. Aprilwetter.

Parallel zum Biesdorf-Marzahner Grenzgraben folgen wir alten Obstbaumbeständen. Dieser und jener unter den Besuchern pflückt sich einen Apfel und freut sich bestimmt, dass hier alte Sorten nachgepflanzt werden sollen. Streuobstwiesenrevival.   

Zum Schluss des Rundganges wende ich meinen Blick noch mal zurück über das Wuhletal

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und dann geht mir das Herz beim Anblick dieser NachwuchsbaustellenbegeherInnen auf.

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Herzlichen Dank an das IGA-Team für die Gelegenheit, an einem solchen Rundgang teilnehmen zu können.

Ein Wermutstropfen bleibt. Anmeldungen für die Tour wurden im Vorfeld weder auf der Webseite noch bei Facebook angenommen oder deren Notwendigkeit angekündigt. Wer rechtzeitig und überraschend dennoch zu spät kam, den sollte vor Ort der Gott der Unorganisiertheit bestrafen. Ich musste mich *schäm* unverfroren in die einzige große, weil dreistündige Baustellenrunde schmuggeln.

(Tipp: Ein Klick auf die Bilder in der Galerie macht sie ein bisschen größer.)

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17 Antworten zu zwischen Wuhlesteg und Wolkenhain

  1. auntyuta schreibt:

    Ein interessanter Rundgang. Eine tolle Baustelle und danke auch für die eindruckvollen Bilder dazu.
    Wann soll das Bauvorhaben beendet sein?

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  2. Charis schreibt:

    Am meisten habe ich mich über diese {deine?} Wortschöpfungen amüsiert:
    „Streuobstwiesenrevival“ und „NachwuchsbaustellenbegeherInnen“ 😀 :mrgreen:

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  3. ute42 schreibt:

    Sehr interessant, mit dir eine Baustellenbesichtigung zu machen. Der Nachwuchs ist ja niedlich.

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    • Frau Tonari schreibt:

      Es macht mir Freude, die Veränderungen bis zur IGA begleiten zu können. Da nehme ich das Angebot solcher Touren gerne an und muss nicht heimlich durch den Bauzaun knipsen 😉
      Ich bin schon jetzt gerne in den „Gärten der Welt“ unterwegs und freue mich über die Erweiterung und die Dinge, die dann dauerhaft bleiben werden.

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  4. minibares schreibt:

    Sehr vielfältig der Rundgang. Und die Gruppe war ja riesig.
    Klar dass du da wenig vom Leiter des Rundganges was hören konntest.
    Die Braut kam also auch in den Regen?
    Äpfel sind reif.
    Und der Nachwuchs ist ja echt toll getroffen, lach,
    liebe Grüße Bärbel

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  5. Jaelle Katz schreibt:

    Dinge, wie einen großen Garten oder eine Autobahn im Wachsen und Werden zu erleben, ist schon fantastisch. Wenns fertig ist, sieht es ja so aus, als sei es noch nie anders gewesen…

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    • Frau Tonari schreibt:

      Ich habe große Freude, es dort wachsen und sich verändern zu sehen.
      1987 bin ich mit dem Töchterlein im Kinderwagen dort schon spazieren gegangen. Da war es noch ziemlich kahl und ich erinnere mich an fürchterlich dominierende Hochspannungsmaste.

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  6. Mr. Crex schreibt:

    Schade Frau Tonari, dass Sie sich doch recht unkritisch mit dem Thema IGA 2017 in Berlin befassen. Wenn Sie schon dazu bloggen, sollten Sie wenigstens wissen, dass sich nicht alle auf dieses Mega-Event freuen. Fragen Sie mal die örtlich ansäßigen Natur- und Umweltschützer, was die zu „dauerhaften Erweiterungen und Dingen“ und zur „Förderung der Biodiversität“ sagen! Googeln sie doch mal den Wachtelkönig! Und dann googeln sie mal IGS 2013 in Hamburg und dann, ganz aktuell, BUGA 2015 (am besten mit dem Schlagwort Defizit),…dann kommen Sie der Realität schon näher…

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    • Frau Tonari schreibt:

      Sehr geehrter Mr. Crex,
      ich weiß natürlich um die Diskussionen, die im Zusammenhang mit der IGA 2017 geführt werden. Ich akzeptiere, dass es Kritik gibt und ich verfolge die Meinungsäußerungen diverser Gruppen mit großem Interesse. Insofern sind mir die von Ihnen angemerkten Schlagworte nicht unbekannt.
      Ich gehöre zu denjenigen, die sich (dennoch) auf die Gartenbauausstellung freuen und nehme mir die Freiheit, darüber in meinem Blog auch zu berichten. Wäre ich Journalistin, würde ich mich um Neutralität und/oder Ausgewogenheit bemühen. So aber blogge ich, wie mir der Schnabel und die Kameralinse gewachsen ist.
      Sonnige Grüße.
      Frau Tonari

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  7. Gedankenkruemel schreibt:

    Wunderbar diese NachwuchsbaustellenbegeherInnen dabei zu sehen.
    Interessante Fotos.

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    • Frau Tonari schreibt:

      Mir gefällt, dass man auch an die Knirpse gedacht hat. Sie sind neugierig und vielleicht wird ja unter den Mädels die eine oder andere später mal die berufliche Wahl in Richtung Planen & Bauen treffen.

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  8. Amorak schreibt:

    also so eine völkerwanderung bräuchte ich nicht.. :0) .. trotzdem sind deine bilder wunderwunderschön ind sehr interessant . Wie schön bist du so ein geduldiges mädchen:)

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