Am schönsten Arsch der Welt

Es ist nicht überliefert, ob man den Comedian Bernhard Hoëcker vor vier Jahren aufgrund seiner Schlagfertigkeit oder seiner Körperhöhe ins Land der Hobbits gerufen hat, um Galionsfigur für eine Werbekampagne zu werden, die sich das Ziel gesetzt hat, deutsche Touristen ins Land der Kiwis zu locken.

adw

Die dazu gehörende Internetkampagne „Hoëcker entdeckt Neuseeland“ ist im Oktober 2011 (leider) völlig an mir vorbei gegangen. Webaffine Deutsche konnten damals online Vorschläge machen und anschließend darüber abstimmen, welche Dinge der Herr H. in Neuseeland (üb)erleben sollte. Natürlich nur solche, die auch machbar sind. Bungeejumping ohne Seil gehörte eindeutig nicht dazu 😉

Das Buch, das ich nun in den Händen halte und gerade mit Vergnügen las, erschien im November 2012 im Bastei Lübbe Verlag.

Ich bin froh, es erst nach meiner Neuseelandreise entdeckt zu haben. Zuvor hätten mir die beschrieben Orte oder Szenen nichts bis wenig gesagt. Jetzt aber habe ich so manches Bild vor Augen und muss oft schmunzeln, weil ich mich an ähnliche Situationen während unserer Tour erinnert fühle:

  • an den Ninety Miles Beach

90MilesBeach_2

  • an die „Vier Schwestern“, die zauberhaften Kauribäume im Waipoua Forrest

four-sisters

  • an einen nur beobachteten Spaziergang in luftiger Höhe auf dem Aucklander Sky Tower
Skywalk

Skywalk

  • an die Maori-Show in „Te Puia“

te_puia_10

  • den schwefligen (Heil-)Schlamm von Rotorua

Rotorua

  • und die wunderschönen Malborough Sounds, die wir überwiegend im dicken Nebel erlebten. (Der Schleier lichtete sich nur für einen kurzen Moment und wahrscheinlich nur für dieses Foto.)

Marlborough-Sounds

Okay, im Milford Sound waren wir nicht. Wir haben uns für den genauso verregneten Doubtful Sound mit unzähligen Wasserfällen entschieden 😉

doubtfulsound

Und die Hobbits, die besuchten wir im Dezember letzten Jahres natürlich auch.

H_6

Das heute hier vorgestellte Buch überzeugt mich vor allem durch den ungewöhnlichen Aufbau:

asadw

Zum einen beschreibt die 1,59 m große NZ-Werbe-Ikone augenzwinkernd die Erlebnisse auf der anderen Seite der Welt zwischen Ankunft und Abflug, schildert die anstrengenden Drehtage, Strapazen und die einzelnen Herausforderungen. Zum anderen lockert dies Co-Autor Tobias Zimmerman im Klugscheißermodus, ähm aufklärerischen Mailing-Style auf. Er gibt bei vielen Dingen quasi den Erklärbären aus dem Off. Dazu gibt es einige Bleistiftzeichnungen (von Volker Dornemann?) und kleine Fotos. Letztere allerdings lassen mich in Qualität und Bildausschnitt oft grausen. So etwas  stümperhaftes semiprofessionelles hat dieses wunderschöne Land echt nicht verdient.

Ein Reiseführer ist dieses 301 seitige Buch nicht. Ich denke, den Anspruch hat es auch nicht. Aber es eignet sich als unterhaltsame Nebenlektüre, die den einen oder anderen Aha-Effekt in sich birgt.

Ach ja, lieber Herr Hoëcker,  für den nächsten Besuch empfehle ich Ihnen dies gegen die „nervigste Mücke der Welt“:

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(In Daggis Buch-Challenge 2015  kann ich nun den Punkt 34 „ein Buch mit einem Schauplatz, den Du schon besucht hast“ abhaken.) 

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11 Antworten zu Am schönsten Arsch der Welt

  1. franhunne4u schreibt:

    welch ungewöhnliche Projekte die Frau Ttonari immer auftreibt … Daggis Buch-Challenge. Ich hätte ja ein Buch mit Schauplatz London (Aaronovics Rivers of London-Reihe) nehmen müssen. Oder eines aus Berlin (Berlin Alexanderplatz). Oder ich hätte ein Buch von Rosamunde Pilcher lesen müssen (graus) – weil ich schon in Cornwall war. Da fallen mir die (wie ich finde, eher schlechten) Krimis von Elizabeth George ein .. Jede Erwähnung dieser eigenartigen Projekte lässt mich doch immer reflektieren.

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    • franhunne4u schreibt:

      Gerade mal die Liste aufgeschlagen – einiges wäre noch möglich, habe gerade ein rot-coveriges Buch in Arbeit, habe eine Syndikat-Autorin in meinem tsundoku (SuB), blaue Bücher, Bücher von Autoren jünger als ich, Bücher von Autoren über 50 (Mr. Pratchett mag inzwischen verstorben sein, war aber über 50), ein geliehenes Buch steckt im Stapel fest, ein Buch eines Autors der weder aus D noch aus US/UK stammt (ja, genau EINES, erschreckend), ein Sachbuch verbirgt sich darin (mindestens eines) – nur einen Anthologie (mindestens zwei Autoren) habe ich nicht darin. Ich habe allerdings noch nicht in meinen Regalen im „Arbeitszimmer “ (Achtung, Euphemismus, ist ein Abstellraum mit Katzenklos, war mal als Zimmer für den Schreibtisch gedacht, der ist aber mittlerweile zugestaubt) geguckt … *lach* Ich werde sicher nicht an der Challenge teilnehmen, aber vielleicht mache ich es jetzt doch wahr und kaufe mir mal ein Buch von einem griechischen Gegenwartsautoren. So, der Abwechslung halber. (Halten sich nicht noch südamerikanische Kurzgeschichten irgendwo in meinem Arbeitszimmer versteckt?)

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      • Frau Tonari schreibt:

        Die Challenge setzt mich ziemlich unter Druck. Nicht des Lesens wegen , sondern wegen der zusammenfassenden Worte und der persönlichen Einschätzung. Das ist nicht so wirklich mein Ding. Aber nun hab ich mich mal angemeldet, dann muss ich da jetzt auch durch.

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        • franhunne4u schreibt:

          Naja, ein Buch zusammenfassen geht ja noch so – auch wenn das schnell mal böse enden kann, ich verweise dazu auf die Zusammenfassung aus einer amerikanischen Fernsehzeitung für The Wizard of Oz. Die ging ungefähr so:
          In eine surreale Landschaft transportiert tötet ein junges Mädchen die erste Person, die sie trifft, und bildet mit drei weiteren Gestalten ein Team, um erneut zu töten.

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  2. Elke schreibt:

    Schön, dass du uns noch ein paar Bilder aus Neuseeland zeigst.
    Lieben Gruß
    Elke

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  3. minibares schreibt:

    Toll, noch einmal deine Bilder zu sehen.
    Der Hoecker ist ja auch ein kluger Kopf.

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  4. Daggi schreibt:

    Mit dem Gedanken, dieses Buch zu lesen, habe ich auch schon gespielt, mal sehen 😉

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  5. fernwehheilen schreibt:

    Hach – das Buch hatte ich fast vergessen!!! Dabei hab ich es sogar schon VOR unserer Neuseelandreise gelesen.
    Und es hat uns zumindest eine große Peinlichkeit erspart – denn du erinnerst dich sicher, wie Hoecker bei der Einreise Probleme mit seinen Wanderschuhen bekam 😉 Und fast 400$ Strafe zahlen musste, wegen ein bisschen Lehm an der Sohle …
    Seine seeeehr anschauliche Schilderung hat dazu geführt, dass wir mit tipptopp-sauberen (Sohlen mit der Bürste gereinigt!!!) Wanderschuhen an der Einreise-Kontrolle standen und sogar vom Beamten gelobt wurden.
    Aber jetzt muss ich’s natürlich noch mal lesen …

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