Cathedral Cove

Unsere B&B-Unterkunft liegt direkt am Strand des Örtchens Hahei mit Blick auf Mahurangi Islands. Das hätte zauberhaft sein können. Ist es aber nur bedingt, denn ich hadere sehr mit dem Ausblick aus dem Fenster unseres Zimmers. Um so mehr als wir beim Frühstück von unserer äußerst gesprächigen Herbergsmutter erfahren, dass der preisliche Unterschied zwischen unserem seitlichen und dem direkten Meerblick nur 40 NZ$ beträgt.  Sie hätte die Agentur ja schon mehrfach darauf aufmerksam gemacht. Leider aber landen die Umfulana-Kunden immer wieder in der für sie enttäuschenden zweiten Reihe. Ich finde tatsächlich schade, dass man uns bei der Buchung nicht als Option den Aufpreis und damit bessere Aussicht angeboten hat. Einen Umzug für die zweite Nacht ziehe ich allerdings nicht mehr in Erwägung.

Unsere Gastgeber scheinen ein Problem mit unserer Selbstversorgung zu haben. Als wir am Vorabend nicht auf die wiederholt angebotene Tischreservierung in einem Restaurant der Umgebung eingehen und wenig später um Teller und Besteck bitten, erfahren wir, dass diese Art der self-contained Verköstigung hier nicht gewünscht sei. Man hätte in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht. (Und auch dies hätte man dem Reisebüro natürlich mitgeteilt.) Wir versichern mehrfach, sie müssen sich nicht sorgen, denn wir würden äußerst vorsichtig sein, nichts beschädigen, nichts zerkratzen, nicht kleckern.  Mit dieser Erfahrung liest sich „… für alle anderen Mahlzeiten gibt es Restaurants in Hahei und Whitianga“ in den Reiseunterlagen irgendwie noch einmal anders 😉

Da der beste Mitreisende von allen eine kräftige Erkältung sein eigen nennt und auch ich erste Vorboten der solidarischen Art verspüre, ist der Tagesplan für heute deutlich heruntergeschraubt. Wir denken an einen kleinen, unaufgeregten Spaziergang zur Cathedral Cove, einer wunderschönen Bucht an der Mercury Bay.  Nachdem der Morgen uns wolkentechnisch das Grauen lehrte, klart es gegen Mittag endlich ein bisschen auf. Das ist nett, denn Kalksandsteine wirken im Sonnenlicht noch ein bisschen freundlicher. Auf dem Parkplatz wird es um diese Zeit schon ein bisschen eng. Wir parken etwas *räusper* unorthodox. Auf der Suche nach einer Alternative erlebe ich eine sehr unentspannte deutschsprachige Touristin. (Marke: Das ist mein frühzeitig hinterlegtes Badehandtuch, also ist das mein Platz am Swimming-Pool.)  Zum Glück bleibt dies die einzige unangenehme Begegnung solcher Art während unseres gesamten Neuseelandaufenthaltes.

Wir lassen uns beim Abstieg zur Bucht genügend Zeit. Für Panoramablicke, für Blümchen und Sträucher, für Vögelchen, für bizarre Viecher am Wegesrand.  Wir treffen auf Flip Flops und Wanderschuhe, auf viele freundlich grüßende Menschen jeglichen Alters und aller Herren Länder und nur auf wenige „Hello-Ignoranten“.

Die Cathedral Cave verbindet die Buchten Mare’s Leg Cove und Cathedral Cove miteinander.  Ihren Namen verdankt sie dem spitz zulaufenden Höhlendach, das aufgrund seiner Höhe an eine Kathedrale erinnert.

cathedral_cove_6

Ich finde die von Wind und Wellen gestalteten Kalksteinformationen wunderschön. Das Wasser ist ruhig  und glasklar, aber ziemlich frisch. Dennoch finden sich Mutige, die darin ihre Runden drehen. Ich gehöre nicht dazu. Es reicht nur für ein Fußbad.

„Te Hoho“ ist ein wunderbares Fotomotiv.  Der Felsen erinnert mich an den Bug eines Schiffes.

Der Rückweg lässt mich jedoch ein wenig schnaufen. Runter war irgendwie einfacher 😉

(10.12.2014)

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17 Antworten zu Cathedral Cove

  1. winnieswelt schreibt:

    Neid, … ich hab sooooooooooo fernweh ……….

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  2. hafensonne schreibt:

    Unorthodox parken ist eine systemimmanente Capitanoleidenschaft. Er macht es sogar dort, wo es gar nicht nötig wäre… Höhle und Felsen erinnern mich ein wenig an die Algarve 🙂

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  3. regenbogenlichter schreibt:

    Na sowas, Fotos davon habe ich erst bei Fb gesehen, aber bei dir ist wie dabei gewesen. Danke für die Erklärungen! Und die superschönen Fotos. ☺

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  4. Anna-Lena schreibt:

    Diese Kalksteinformationen lassen jedes Geografenherz hüpfen – einfach wunderschön 🙂 .

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  5. minibares schreibt:

    Ok, der Ausblick aus dem Zimmer lässt echt zu Wünschen übrig.
    Aber euer Spaziergang hat sich gelohnt.
    Super Fotos, stimmt, es erinnert an eine Kathedrale.
    Klasse.
    Aber auch was ihr sonst noch so gefunden habt, ist prima.
    Oha, den Berg rauf, das ist auch anstrengend.
    Liebe Grüße Bärbel

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  6. Amorak schreibt:

    WUNDERSCHÖÖÖÖÖÖN:)

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  7. Gedankenkruemel schreibt:

    Atemberaubend schön diese Cathedral Cove
    ich kann dir nur zustimmen diese Kalksteinformationen
    sind wunderschön. Die Fotos davon sind herrlich.
    LG Elke

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  8. ute42 schreibt:

    Was für ein imposanter Felsen. Ich hoffe, ihr habt eure Erkältung schnell in den Griff bekommen.

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  9. Agnes schreibt:

    Ich bin fasziniert von Deinem Reisebericht und leide an einer Art „Heimweh“.
    Das mit der Unterkunft ist irgendwie ärgerlich, wenn der Reiseveranstalter im Vorfeld nicht ausreichend oder falsch informiert.
    Wegen der Erkältung wünsche ich Euch beiden eine gute Besserung, damit Ihr bald wieder in vollen Zügen Aotearoa genießen könnt.

    Seid Ihr eigentlich noch da, oder schreibst du im Nachhinein von daheim die Reiseberichte?
    Falls Ihr noch in New Zealand seid, und auch nach Rotorua kommt, kann ich Euch einen schönen Ausflug empfehlen (ca. 20 kam eine Strecke):

    Richtung Lake Tarawera, am Blue Lake und Green Lake vorbei, die Lakes schiemmern wirklich grün und blau. Ein Stop in Buried Village (das Pompeji Rotoruas) lohnt auch, dort die Ausgrabungen des verschütteten Dorfes ansehen.
    Etwas außergewöhnliches, ja fast abenteuerliches ist die Wanderung auf den etwa 20 minütigen Pfad an Wasserfällen vorbei (der höchste, Te Wairoa Falls, ist 27 m). Der Weg führt über Stege, durch einen höhlenartigen Durchbruch und schließlich durch Farn-Buschland. Eine Wanderung, die ich bei beiden Reisen gemacht habe. Am Ende der Wanderung kann man im Tearoom wundervolle „Kleinigkeiten“ zum Speisen bekommen, damals war der Tearoom wunderschön, man saß dort wie im Urwald..
    Die berühmten „Pink and White Terraces“ lagen einst nicht unweit von hier, sie wurden zerstört, als der Mount Tarawera am 10. Juni 1886 um 03:00 Uhr ausbrach.
    Von dort ist es nicht weit zum Lake Tarawera, wir hatten den großen ganz für uns alleine, niemand sonst war dort, und wir haben die Stimmung genosse.
    Das schöne an dieser Tour ist, dass kein Bus dort hin fährt – jedenfalls damals nicht 😉

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  10. vivilacht schreibt:

    wunderschoen, deine Bilder und ich lese sehr gerne, was du dazu schreibst. Schade, dass das Reisbuero nicht die noetige Information wegen Aufpreis und Essen richtig rueberbringt. Euer unorthodoxes parken ist sicher viel besser, als das, wie es hier gemacht wird. Mit deutschsprachigen Touristen habe ich auch dort schon mal „Probleme“ gehabt, aber im Allgemeinen ist man immer recht freundlich unterwegs. Wir sprechen halt in so einem Fall kein Deutsch mehr, grins.
    dein Bild Nr. 6, also mit dem Kathedralbogen, das ist wunder wunderschoen.
    Schade dass die Erkaeltung euch dort ueberrascht hatte, ich hoffe, es wurde dann nicht zu schlimm fuer euch.

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  11. allesistgut schreibt:

    Wunderbar ist es dort (bis auf die riesige Spinne). 😉 Das mit dem Ausblick ist schade, aber immerhin ist die Umgebung schön. Liebe Grüße.

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  12. Rana schreibt:

    So eine schöne Landschaft, und dieses Wasser… Ich hätte es wohl nicht bei einem Fußbad belassen! Liebe Grüße von Rana

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  13. Inch schreibt:

    Oh ist das schön. Nur die eklige Spinne. Auf so Viehzeuch könnte ich ja verzichten

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  14. Pingback: Dream travelling (037/328) | Gedacht | Geschrieben | Erlebt | Gesehen

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