Lichtgrenze am Engelbecken

Ich bin heute Abend ganz kurz zum Michaelkirchplatz und dem Engelbecken gefahren, um ein paar Aufnahmen von der dortigen Lichtinstallation zu machen. Warum ausgerechnet an diese Stelle, fragt ihr euch?  Nun, zu diesem Stückchen nicht mehr vorhandener Mauer habe ich eine besondere Beziehung. Als ich 1985 in Berlin zu arbeiten begann, fuhr ich jeden Werktag mit dem Bus hier direkt an der grauen Mauer vorbei. Das Engelbecken selbst war zu Mauerzeiten mit Kriegsschutt gefüllt. Inzwischen ist es wieder zu einer wunderschönen Oase in der Stadt geworden.

Für die Fotos gilt: Irgendjemand springt einem immer ins Motiv 😉

Dieser Beitrag wurde unter Berlin abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

37 Antworten zu Lichtgrenze am Engelbecken

  1. Myriade schreibt:

    Die Zweige, die vor den Ballon gesprungen sind, sind aber super 😀

    Gefällt mir

  2. tikerscherk schreibt:

    Sehr schön. Bin vorhin auch da entlang geschlendert. Und jetzt sehe ich die Bilder hier bei Dir. Toll!

    Gefällt mir

  3. Anna-Lena schreibt:

    Danke, liebe Tonari, dass du so für uns unterwegs bist 🙂 .

    Gefällt mir

  4. Amorak schreibt:

    proscht:)

    Gefällt mir

  5. quizzymuc schreibt:

    Ich gab’s heute im Fernsehen gesehen – da gab ich wohl wieder mal eine Gelegenheit verpasst, ein tolles Event in Berlin live zu erleben. Zum 50. Jubiläum des Mauerfalls komm ich dann, versprochen! 🙂

    Gefällt mir

  6. minibares schreibt:

    Das sind ja echt besondere Erinnerungen für dich, kann ich gut verstehen, dass du dort hingefahren bist. Danke dafür ❤
    Bärbel

    Gefällt mir

  7. kormoranflug schreibt:

    In der Mitte des Grabens am Engelbecken stand jedenfalls keine Mauer. Sah eben besser aus als auf der Strassenbaustelle. Da war ich auch gegen 17.50 Uhr.

    Gefällt mir

  8. Lucie schreibt:

    Toll, das du uns mitgenommen hast. Ich kann kaum vorstellen, wie so eine ständige Mauer auf mich gewirkt hätte. *grübel*

    Schönes Wochenende 🙂

    Gefällt mir

  9. Clara Himmelhoch schreibt:

    Von 1971 bis 75 bin ich mit der Tochter fast jeden Tag zu dem Katholischen Kindergarten an der Michaelkirche gefahren – es waren wohl drei Busstationen. Ich habe die Mauer gesehen und auch wiederum nicht gesehen. Aber als ich 1985 zum ersten Mal (illegal) Station in Westberlin gemacht habe und von der anderen Seite der Mauer „mein“ Hochhaus mit meiner Familie darin sehen konnte, da habe ich Rotz und Wasser geheult.

    Gefällt mir

    • tikerscherk schreibt:

      Das kann ich gut verstehen, liebe Clara.
      Ich wohne am Mariannenplatz. Als ich nun, nach so vielen Jahren wieder den Mauerverlauf direkt hinter der Kirche dort sah, bekam ich Beklemmungen. Die Teilung durch eine Mauer war wirklich eine unglaubliche Idee, die zu einer grausamen Wirklichkeit wurde.

      Gefällt mir

      • Clara Himmelhoch schreibt:

        Als sie gebaut wurde, war ich mit Görlitz und Dresden ganz weit weg vom Geschehen – geteilte Familie gab es auch so gut wie nicht, da wir bzw. meine Mutter in den Jahren zuvor auch nur sehr wenig Kontakt zu diesem Teil der Verwandtschaft hatte – also litt ich wenig. Allerdings konnte mich in der Schule (nach der 9. Klasse im Gymnasium) auch keiner dazu bringen, diesen „Antifaschistischen Schutzwall“ gutzuheißen oder gar zu loben. Das brachte mir wohl den ersten meiner noch vielen folgenden „Ordnungsgongs“ ein.

        Gefällt 1 Person

        • Bini. schreibt:

          als ich im februar 89 zum ersten mal in west-berlin war, war ein besuch direkt an der mauer „pflicht“ … ich stand da auf der aussichtsplattform die es am reichstagsgebäude gab und schaute „rüber“ … ich sah das brandenburger tor, welches verloren wirkte, einen leeren platz auf dem vor meinem inneren auge das blühende leben tobte, wo menschen flanierten und verweilten und und und … und ich fühlte mich so machtlos, hilflos und -eingesperrt- … obwohl ich nur eine besucherin in west-berlin aus dem westen war

          die zugfahrt empfand ich als sehr bedrückend – einerseits wegen der kontrollen, die im zuge die ganze zeit stattfanden, andererseits wegen der menschen, die ich in den bahnhöfen sah, wo der westzug durchfuhr bzw. sogar hielt… es ergriff mich eine tiefe traurigkeit und ich war „froh“ als der zug im bunten berlin ankam …

          dann fuhr ich wieder nach hause, mit bildern im gepäck und erinnerungen und einer menge gefühlen. in berlin selbst war ich vor dem mauerfall nie wieder. erst im jahre 2003 und selbst da kamen die empfindungen wieder hoch und als ich am checkpoint charlie war -ach die gefühle kann ich irgendwie nicht beschreiben- jedenfalls stand ich da und schaute und schaute und schaute … vor meinem geistigem auge war dort noch immer diese mauer und ich erwartete eigentlich in jedem moment von einem soldaten zurückgerufen zu werden, als ich in richtung „osten“ ging … verrückt, oder?

          ich bin in der nähe von lauenburg großgeworden, die mauer war immer irgendwie da und natürlich haben wir von der schule aus auch mal ausflüge gemacht, um die mauer bzw. stacheldraht und türme, direkt zu sehen – es war für mich immer irgendwie unwirklich, das es dort ein land gibt, wo auch menschen wohnen, ich aber dort nicht einfach so hingehen konnte … später, wenn ich in den ferien abends am strand war, konnte ich die suchscheinwerfer sehen, die über die lübecker bucht leuchteten … beklemmend war das, obwohl ich in freiheit war – aber diese lichter zeigten mir sehr deutlich, das es ein privileg war, welches euch „ostlern“ nicht vergönnt war …

          als damals die nachricht kam, das die mauer offen ist und sich unsere luft „blau“ verfärbte -lächel- hab ich mich so riesig gefreut und war gleichzeitig wie gelähmt. eine leise stimme flüsterte: ob das man gut geht, ob die die tür nich doch wieder schließen … es hat eine weile gedauert, bis diese stimme ruhe gab und vorallem, das diese kleine leise stimme NICHT recht behalten hat 🙂

          so .. das ist nun ganz anders geworden meine antwort hier, denn eigentlich wollte ich wissen, was ein „ordnungsgong“ ist …

          lg
          bini.

          Gefällt mir

          • Frau Tonari schreibt:

            Danke für das Beschreiben deiner Empfindungen. Ich habe das beklemmende Gefühl heute noch, wenn ich in Länder fahre, die mir nicht ganz geheuer sind. China zum Beispiel. Oder, die Inch wird sich jetzt an den Kopf fassen, Russland.

            Ich werde nie vergessen, wie nach der Wende ein Westberliner Kollege mit dramatischen Worten beschrieb, dass er nach der Durchreise auf der Autobahn durch die DDR in Helmstedt erst einmal einen „Freiheitskaffee“ trinken musste, weil er froh war, mal wieder heil und unbehelligt durch gekommen zu sein. Ich empfand diese Theatralik damals als sehr unangemessen und war peinlich berührt.

            Zum Ordnungsgong: Stell Dir eine „erzieherische Maßnahme“ vor, ähnlich einem leichten Klaps auf den Hinterkopf, Kopfnuss mag ich nicht schreiben. 😉

            Gefällt mir

          • Clara Himmelhoch schreibt:

            Hallo Bini, ich finde es sehr schön, dass von jemand, der im anderen Teil Deutschlands lebte, ein wenig mehr geschrieben wird über die eigenen Gefühle als Beschreibungen der Grenzkontrollen. – Die haben wir ja zum Teil an anderen Grenzen auch sehr schikanös erlebt, z.B. zwischen DDR und Tschechoslowakei, die damals noch so hieß.
            Ein „Ordnungsgong“ im Clarasinn sah verschiedenartig aus: Mehrere Vorladungen zur Stasi wegen unbotmäßigen Verhaltens, dann in der 10. Klasse Ausschluss aus der FDJ – das war fast das „Todesurteil“ für fast alle anständigen Studienwünsche, auch wenn die Leistungen gut bis sehr gut waren, und als letztes eine Abiturbeurteilung, die noch nach Jahren, als ich sie in die Finger bekam, den Wunsch aufkommen ließ, den Schreibenden rechts und links zu ohrfeigen – und das war schon stark heruntergefahren als Rachewunsch.
            2010 habe ich da viel in meinem Blog geschrieben, wenn du Lust hast:
            http://chh150845.wordpress.com/2010/01/15/abiturbeurteilung-aus-der-ddr/ und
            http://chh150845.wordpress.com/2010/01/16/die-stasi-weder-freund-noch-helfer/

            Das Riesenproblem in meinem Inneren ist ein anderes. Obwohl ich mit all meinen Erfahrungen bestimmt nicht DDR-freundlich gewesen bin, habe ich danach auch sehr vieles erlebt, was ich mir anders vorgestellt hätte. – Von der viel gepriesenen Reisefreiheit konnte ich nicht so viel nutzen – u.a. aus finanziellen Gründen. Und als ich 1999 – auch aus einer vollkommen berechtigten Form von Aufmüpfigkeit arbeitslos wurde, brach für mich eine Welt zusammen, die nie wieder richtig in ihre Fugen kam, da frau jenseits der 50 kaum noch eine Chance auf eine vernünftige oder überhaupt eine Berufstätigkeit hatte. Und arbeiten war für mich sehr, sehr wichtig, nicht nur des Geldes wegen. Ich fühlte es nicht als „Freiheit“, fortan die Politiker beschimpfen zu können, bei den Vorgesetzten im Beruf aber den Duckmäuser spielen zu müssen.

            Gefällt mir

  10. Muri schreibt:

    Danke liebe Frau Tonari fürs Zeigen.
    Bist Du morgen Abend auch live dabei, wenn die Lichter bzw. Ballons aufsteigen?
    Genießt es – wer weiß, ob dies in 25 Jahren zum 50. überhaupt noch „gefeiert“ wird.

    Gefällt mir

  11. Ingrid schreibt:

    Das hätte ich gerne auch gesehen und mitgefeiert. Dass es nun schon 25 Jahre sind, kann man kaum glauben.

    Gefällt mir

  12. ute42 schreibt:

    Die Idee mit der Lichterkette finde ich einfach wunderbar. Schade, dass ich so weit weg wohne.

    Gefällt mir

  13. Ich würde die Lichtermauer so gern in echt sehen. So bleibt mir nur, nachher um 19:20 Uhr den Fernseher anzuschalten.

    Gefällt mir

  14. Sabienes schreibt:

    Das sieht so wunderschön aus, ich wäre sehr gerne dabei gewesen!
    LG
    Sabienes

    Gefällt mir

  15. Inch schreibt:

    Den Mauerverlauf durch die Ballons darzustellen, ist wirklich eine geniale Idee. Bleibt nur zu hoffen, dass das nun nicht jedes JAhr apssiert und sich abnutzt, wie es in Leipzig leider mit dem Lichterfest am 9. Oktober passiert

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s