im Budapester Zoo

Der Sonntagmorgen beginnt schon fast erwartungsgemäß mit bedecktem Himmel. Ich schwächele. Erst kratzt der Hals und wenig später schmerzt er beträchtlich, die Lutschtabletten versagen ihren Dienst, der Rest vom „Kadaver“ fühlt sich schlapp und kränklich an. Die Idee vom Vortag, ein paar entspannte Stunden im beliebtesten Thermalbad der Budapester zu verbringen, muss ich nun überdenken und verwerfen. Das Széchenyi Heilbad mag zwar heilen, ist heute aber definitiv nichts für mich. Unser Plan B besagt: der beste Budapestmitbesucher von allen geht (alleine) baden und ich schlendere derweil gemächlich und nur so lange, wie es gesundheitlich geht, durch den Zoo. Dieser befindet sich praktischerweise gleich neben dem Bad. Und zum verabredeten Zeitpunkt treffen wir uns auf einer Bank im Park. Aus Gründen folgen nun reichlich Bilder vom Zoo und keine vom Abhängen in der warmen Brühe.

Für 2.500 Forint, das sind aktuell umgerechnet runde 8€, bekomme ich meine Eintrittskarte und auf Nachfrage einen Lageplan. Das Gelände erscheint übersichtlich groß und müsste in den vereinbarten drei Stunden zu schaffen sein. Der Zoo wurde 1866 eröffnet und gehört damit zu den ältesten Anlagen der Welt.

Heute scheint so etwas wie ein Familientag statt zu finden. Unglaublich viele Kinder sind mit Eltern oder Großeltern unterwegs. Es gibt Kinderschminken, Basteltische, Informationsstände.  Ich versuche mich zu orientieren.

Die Tiere sind Kontinenten zu- und entsprechend im Gelände angeordnet. Allerdings finde ich einige Gehege leer, andere leider in ungepflegtem Zustand.  Insgesamt erscheinen sie mir auch zu klein, um für die Tiere abwechslungsreich zu sein. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass eine kräftige Finanzspritze dem Zoo gut zu Gesicht stände.  Vieles ist weder – soweit man in Zoos überhaupt davon sprechen kann – artgerecht noch zeitgemäß. Schade.

Ich hatte dennoch ein paar entspannte Stunden im Zoo und der Herr Tonari im Bad.  Was will man mehr?

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13 Antworten zu im Budapester Zoo

  1. Joana schreibt:

    Was für ein schöner Zoo! Tolle Fotos hast du mitgebracht 🙂
    Liebe Grüße, Joana

    Wie warm ist es derzeit in Budapest?

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  2. ute42 schreibt:

    Schade, dass der Zoo veraltet und nicht zeitgemäß ist. Ich dachte, die Zoos würden überwacht. Trotzdem hast du schöne Bilder mitgebracht. Inzwischen geht es dir hoffentlich wieder gut.

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  3. anneseltmann2013 schreibt:

    Guten Morgen Frau Tonari!
    Am schönsten ist der Kanaldeckel…der ist wenigsten artgerecht platziert 😉
    Gute Besserung!

    Liebe Grüße
    Anne

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  4. vivilacht schreibt:

    schoen, dein Bericht. Nur schade, dass er veraltet ist, wie du schreibst. Ich gehe auch immer sehr gerne in den Zoo. Wo immer ich gerade bin.

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  5. hafensonne schreibt:

    Ich hab ja eher ein ambivalentes Verhältnis zu Zoos/ Tierparks. Obwohl… es ist gar nicht ambivalent. Ich bin eigentlich ziemlich eindeutig der Meinung, dass das nicht nur nichts mit artgerecht zu tun hat, sondern die Tiere ja auch irgendwie zur Schau stellt. Deine Bilder sind trotzdem wie immer schön. Was für ein Pech, erst das graue Wetter und dann auch noch Erkältung! Bei Deinen Berichten kommts mir allerdings vor, als wärt Ihr zwei Wochen in Budapest gewesen und nicht ein verlängertes Wochenende ;-). Das Széchenyi-Bad, ist das das auf der Margareteninsel, wo die alten Männer im Außenbecken Schach spielen?

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    • Frau Tonari schreibt:

      Im Széchenyi-Bad wird wirklich Schach gespielt, erzählte der beste Heilbadbesucher von allen.
      http://www.szechenyibad.hu/aktuelles/der-grosste-badekomplex-europas
      Aber es befindet sich nicht auf der Margareteninsel. Das dortige heißt Palatinus Bad.

      Ich gebe Dir Recht, dass Zoos und Tierparks die Tiere zur Schau stellen und damit Geld verdienen. Allerdings kann man es so oder eben auch anders gestalten. Hundertprozentige artgerechte Haltung gibt es vermutlich nicht, schon, weil man den Platz wie in freier Wildbahn nicht anbieten, aber auch hier kann man wenigstens versuchen, es so gut wie möglich zu machen. In Budapest zeigten viele Tiere Hospitalismuserscheinungen. (Nennt man das bei Tieren eigentlich auch so?) Na ja, und dann nützen Zoos ja auch in Sachen Forschung und manchmal für die Arterhaltung.

      Ich glaube, eine Pro & Contra-Diskussion kann man ohne Ende (und vermutlich auch ohne Einigung) führen.

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      • hafensonne schreibt:

        Hospitalismus – ich weiß es zwar nicht, aber ich würde es jedenfalls auch so nennen. Ist ja an sich eine Bezeichnung für Verhaltensweisen, wie sie in Gefangenschaft auftreten. Artgerecht geht sicher so oder so nicht, aber auch an sich ansprechende Zoos sind und bleiben nun mal Gefängnisse für die Tiere. Im an sich erstmal vorbildlichen und nichtmals mit Eintritt verbundenen Bielefelder Tierpark hatten die u.a. ein Wolfsrudel… so groß kann kein Gehege sein, dass das Sinn ergibt…

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