Teriyaki in der DDR

Vorhin fand ich zufällig im Buch „Kochkunst aus dem Fernsehstudio“ ein Rezept, das mich schmunzeln ließ. Das Buch ist 1981 im VEB Fachbuchverlag Leipzig erschienen. Geschrieben wurde es vom DDR-Fernsehkoch Kurt Drummer und Käthe Muskewitz.

teriyaki

Japanische Teriyakisoße

2 Eßl. Kokosraspel in 1/4l Apfelsaft weichen, 2 Eßl. Zitronensaft, 1 Eßl. Speisewürze, eine Spur Knoblauchsalz und einige zerstoßene Nelken dazugeben (geeignet für Rind- und Kalbfleisch sowie für Geflügel).

Not Mangel an exotischen Gewürzen macht eben erfinderisch.  Und Phantasie haben sie offenbar gehabt, die Köche. Ich bin ja fast versucht, das (n)ostalgische Surrogat mal zusammenzu“brauen“ und mit der echten Teriyaki-Soße zu vergleichen. Die eigentliche Mischung aus Sojasauce, Mirin (süßer Reiswein) oder Sake und Zucker oder Honig man ja  inzwischen fertig kaufen. Im tonarischen Haushalt fehlt sie jedenfalls nicht.

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40 Antworten zu Teriyaki in der DDR

  1. UɐɹɟʇɐʞıuU². schreibt:

    Klingt doch sehr ausgereift !!

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  2. quizzymuc schreibt:

    Kokoraspel überraschen mich aber jetzt, ich hätte die Kokosnüsse auch nur im Westen vermutet … Und ist das „weichen“ ein Tippfehler, oder wurden die automatisch weich im Apfelsaft ???

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    • Frau Tonari schreibt:

      Getrocknete Kokosraspel gab es schon. Ganze Kokosnüsse eher selten.
      Weichen meint wirklich einweichen. Keine Ahnung, wie lange. Dadurch werden die Kokosraspeln dann weich und geben Aroma ab.

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  3. Der Emil schreibt:

    Die Speisewürze wird wohl ein Problem beim Ausprobieren werden … Man könnte zwar Ma**i als Ersatz probieren, aber das wär dann ja doch nicht ganz original.

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    • Frau Tonari schreibt:

      Da könntest Du Recht haben.
      Ob er wohl Bino meinte? 😉

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      • Der Emil schreibt:

        Ja, die war es, die aus Bitterfeld-Nord, hergestellt vom VEB Elektrochemisches Kombinat …

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        • Frau Tonari schreibt:

          Iiiiiiiih, ich glaube so etwas kam bei uns zu Hause nicht auf den Tisch.

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          • Der Emil schreibt:

            Keine Sorge, Abfälle aus der Igelit-Produktion kamen in Bin-Speisewürze nur bis 1952 zum Einsatz. Danach war alles lebensmitteltauglich, zumeist sogar lebensmitteltauglicher als so manche heutige Zutat. DIe Fliegenklatschen zB wurden in der DDR im VEB Sprengstoffwer Piesteritz produziert, die Tee-Eier im VEB Gerätewerk Wiesa (bekannt für seine Haupterzeugnisse, die generalüberholten Schützenwaffen für die NVA) …

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            • Frau Tonari schreibt:

              Konsumgüterproduktion, ich weiß.
              Habe selbst im PA-Unterricht (Service für Nichtossis: PA = Produktive Arbeit = Schulfach ab Klasse 7) Rasenmäher gebaut, Verlängerungskabel und Druckdosen für Seenotrettungsinseln hergestellt.)

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            • Der Emil schreibt:

              Quetschhähne, Aschekästen, Und die letzten zwei Jahre im VEB Polytechnisches Kombinat „A. S. Makarenko“ in Aue (Sachsen) sogar in dessen Trabant- Vertragswerkstatt (Motorhaube öffnen 0,80 M, Rad demontieren 8,30 M)…

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            • vivilacht schreibt:

              wow, da habt ihr auch einiges gelernt dabei, das gab es bei uns ja nciht, kaum ueberhaupt Handarbeiten. Werken nur fuer Jungen.

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  4. Higanbana schreibt:

    Also mit Apfelsaft und Kokosflocken war das definitiv alles andere als Teriyakisosse. Obwohl die Kombi ja noch lecker sein sollte. Aber dann die Bruehwuerfel dazu? (O_O) Vielleicht war der Schreiber gerade verliebt und daher geschmacksverwirrt.

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    • Frau Tonari schreibt:

      Na klar war das alles andere als Teriyakisoße.
      Aber ich schwöre, ich habe es so abgeschrieben, wie es dort stand.
      (Die Brühwürfel brachten bestimmt die Braunfärbung.)
      Drum musste ich ja auch so schmunzeln…

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  5. hafensonne schreibt:

    Gab es denn nun schon den geschmacklichen Vergleich?!?

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  6. hafensonne schreibt:

    Achso, und dann fällt mir dazu auch noch ein: Lothar Kusche beschrieb mal ein Hühnersuppengranulat namens NÄHRMIFA (!), das u.a. als Zutat „Walfleischextrakt“ enthielt. Und der Wal war ja bekanntlich das größte fliegende Säugetier in der Umgebung von Zwickau (Herkunft der Brühpaste). 😀

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  7. Silberdistel schreibt:

    Hach, das steht auch in meiner Kochbuchsammlung. Da gibt es noch so einige andere, die ich immer mal wieder zu Rate ziehe. Jaja, die Köche aus der DDR MUSSTEN ganz einfach kreativ sein 😉 Wir waren überhaupt ein kreatives Volk 😉 😀

    Gefällt 1 Person

  8. Inch schreibt:

    Grins. Wir wollten ein Silvester mal japanisch kochen. Hatten viele Rezepte, versuchten die Zutaten zu besorgen, nahmen Ersatzsachen. Am Ende war wohl nicht eine Zutat wie im Rezept beschrieben. Hat trotzdem gescheckt und immerhin. Wir hatten Essstäbchen!!!

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  9. Der Emil schreibt:

    Ich habe in meinem Schrank das Küchenlexikon, in welchem ich ggfls. noch nachsehen kann … Soll ich? (Und „Wir kochen gut“ von 1963 stegt´ht auch hier.)

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  10. Dirgis (Sigrid) schreibt:

    Wunderbare Ostalgie! Viele der genannten Kochbücher stehen auch noch in unserem Bücherschrank bzw. Küchenregal. „Wir kochen gut“/ „Wir backen gut“ bekam ich zur Jugendweihe und nutze es für manche Rezepte noch heute.

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