Ich bin Frau Schlämmer und ich habe Rücken.

„Sie sind also für paramedizinische Therapien empfänglich?“ sinnierte der Doc. Es klang nicht wie eine Frage, eher wie eine Feststellung, bei der der konventionell denkende Medizinmann eigentlich ein wenig die Nase rümpft und die Patientin auf der anderen Seite des Tisches spontan das Gefühl hat, sie hätte nicht mehr alle Tassen im Schrank. Fehlt nur, er würde zu den Worten noch bedenklich den Kopf wiegen. Dabei mag sie ihn. Da blinken nicht gleich die Dollarzeichen im neurochirurgischen Auge, wenn frau jammert und Rücken hat. Nein, eine OP würde er nicht empfehlen und auch die Spritzenkur sei nur das Mittel zweiter Wahl. „Wenn Ihnen das gut tut, warum nicht?!“ Die Rede ist von osteopathischer Behandlung und von thailändischer Akupressurmassage.

Frau Tonari ist nämlich die neue Frau Schlämmer. Ihr wisst schon. Der Horst hat(te) auch Rücken und den Herrn Jauch damit damals ziemlich beeindruckt.  Nun, Frau Tonari will niemanden beeindrucken, hätte nur gerne die Schmerzfreiheit zurück.

Empfehlen möchte die Frau Tonari-Schlämmer an dieser Stelle allen Schmerzschwestern und -brüdern im Geiste das Buch von Ralph Geisenhanslüke. Es heißt „Schieflage – Mit einer verrückten Bandscheibe durch unser Gesundheitssystem“ und ist 2013 im Kösel-Verlag erschienen.

Frau Tonari, die sich hier eben mal frech zur Frau Schlämmer ernannte, ist keine bekennende Freundin der so genannten Ratgeberliteratur. Naja, ein oder zwei Bücher hat sie davon natürlich im Schrank, von Kochbüchern mal abgesehen. Das war es dann aber auch. Und dann empfahl ihr jemand dieses Buch. Bingo! Nicht Ratgeberliteratur, obwohl man es meinen könnte, sondern ein Sensibelmacher allerhöchster Güte. Selten mal hat sie sich beim Lesen der Zeilen so wieder erkannt, selten so häufig wissend, nachfühlend, bestätigend genickt. Nicht wegen der „Lösung“, sondern wegen der Gedanken, der Beweggründe und der vermutlichen Ursachen des Rückenleidens. Das Leben ist irgendwie aus dem gesunden Gleichgewicht und auf den Abhang in eine bedenkliche Schieflage gekommen. Neudeutsch: die Work-Life-Balance stimmt nicht mehr. Herr Geisenhanslüke beschreibt Ärzte, denen es nicht um Patientenwohl, sondern um  Gewinnmaximierung geht. Er guckt hinter die Fassaden der Rückengesundheitsindustrie. Geschrieben ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit Witz und Augenzwinkern.

Es scheint, der Herr G. und Frau Tonari sind nicht nur annähernd gleich alt, sondern auch gleich leidend. Nee, stimmt nicht. Der Herr hat seine Mitte inzwischen gefunden. Sonst wäre kein so kluges Buch entstanden. Frau Tonari muss an ihrer „Haltung“ wohl noch ´ne Weile arbeiten…

Weisse Bescheid?!

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38 Antworten zu Ich bin Frau Schlämmer und ich habe Rücken.

  1. Lucie schreibt:

    Ich weiß nicht, was der Herr G. in seinem Buch beschreibt. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit der Dorn-Breuss-Methode (Massage) gemacht. Infos
    Ich muss auch noch so einiges „lernen“ bis vor Kurzem, war diese „Zurechtrückung“ der Wirbelsäule, nur einmal pro Jahr nötig. *hm*

    Ich wünsche dir viel Erfolg, denn ständige Schmerzen … ne ne gar nicht gut. *seufz*

    Mitfühlende Grüße 🙂

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    • Frau Tonari schreibt:

      Das liest sich interessant.
      (Muss man sich wohl aber mal erst vermessen lassen, oder? Ich weiß nämlich nicht, ob das Becken schief steht oder die Beine unterschiedlich lang sind.)

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      • Lucie schreibt:

        Bevor meine „Heilerin“ anfängt mit zurecht rücken und Massagen, wird immer geschaut, ob die Beine gleich lang (unterschiedliche Beinlängen hat fast jeder 😉 ) sind und wie groß der Schiefstand ist. Das machen aber auch alle anderen Therapeuten, ich hab da schon mit drei hervorragenden Leuten meine Erfahrungen gemacht.

        Meine Tochter hatte in den letzten Woche der Schwangerschaft so arge Probleme, da hat meine Therapeutin sogar bei ihr die Schmerzen in den Griff bekommen!

        Ich wünsche dir , dass du die richtige Methode für die schnell findest.

        Einen wunderbaren Wochenanfang wünsche ich dir 🙂

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  2. Bellana schreibt:

    Rücken ist schlimm und bei jedem irgendwie anders. Ich hatte das Glück, dass mir regelmäßiges Fitnesstraining (Stärkung der Muskulatur) bei meinem Bandscheibenproblem nach etwa einem halben Jahr mit viel Geduld geholfen hat und ich die Schmerzmittel damals wieder los geworden bin. Geblieben ist mir lediglich ein ‚komisches‘ Gefühl in zwei Zehen, mit dem ich aber leben kann, auch wenn mir nach etwa einer Stunde zu Fuß dieser dann vorübergehend richtig weh tut.
    Ich wünsche Dir, dass sich Dein Rückenproblem auch irgendwie ohne OP lösen lässt.
    Grüßle Bellana

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    • Frau Tonari schreibt:

      An eine OP denkt zum Glück weder der Doc noch ich.
      Und mit dem halben Jahr und viel Geduld könntest Du richtig liegen.
      Ich bleibe optimistisch und dran. Wer will schon auf Dauer Frau Schlämmer bleiben 😉

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  3. Frau Doktor schreibt:

    Hach Frau Tonari, ich kann das alles nachvollziehen und der Gedanke ist ganz sicher nicht verkehrt, der mit der „Mitte finden“. Ich habe viel gelernt in dieser Zeit, wo ich alle meine schlechten Themen auf meinem Rücken getragen habe, das habe ich ganz gut in den Griff bekommen und so tolle Sache wie Osteopathie oder Akupressur, davon redete man in den Neunzigern noch nicht, aber mit viel Entspannungsmethoden und später dann Muskelaufbau konnte ich mich halbwegs gerade rücken. Obwohl naja jetzt drückt’s schon mal an anderer Stelle, das ist aber wohl auch mehr das Gewicht 🙂 das weiß ich aber. Ich drücke Dir die Daumen, das Du auch die richtige Behandlung und den richtigen Behandler findest und die Du Dich auch wieder gerade rücken kannst. 🙂

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    • Frau Tonari schreibt:

      Ich muss wohl vor allem auch meinen Kopf gerade rücken und mich mal ein bisschen mehr um mich kümmern. Die „schlechten“ Themen und Sorgen lösen sich nur leider nicht in Luft und Wohlgefallen auf. Dank für deine Daumen.

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  4. quizzymuc schreibt:

    Du bringst es wie immer auf den Punkt! Lustigerweise fand ausgerechnet heute anlässlich des „Gesundheitstags“, den mein Brötchengeber regelmäßig anbietet, ein Vortrag mit dem Titel „Stress lass nach!“ statt, in dem es genau um diese Life-Work-Balance ging. Der Referent empfahl zum Stressabbau regelmäßig (mindestens 3 x wöchentlich 30 Minuten lang) Ausdauersport zu treiben.
    „Können vor Lachen!“ sagt da der Bayer, denn wo soll ich noch die Zeit für Sport hernehmen, wenn ich ständig Überstunden schieb?
    Da sitzen wir beide wohl im gleichen Boot, denn irgendwann macht der Körper dann einfach schlapp … *seufz*
    Liebe Grüße und gute Besserung
    Renate

    PS: Osteopathie kann ich übrigens wärmstens empfehlen!

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    • Frau Tonari schreibt:

      Die Ostheopathie bekommt mir ausgesprochen gut. Manchmal habe ich das Gefühl, ich müsste nun nach 50 Jahren neu gehen und stehen lernen.
      Ausdauersport? Ich denke ausdauernd daran, dass ich Mitglied einer Muckibude bin. Aber ich fürchte, das reicht nicht. 😉

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  5. antje schreibt:

    rücken ist doof! mir hat vor vielen jahren das walken sehr geholfen, 2 – 3mal in der woche 1 stunde lang zusammen mit gleichgesinnten, macht spaß und tut gut. allerdings hatte ich ab und zu mal rücken, aber dann heftig, und dann bin ich auch nicht walken gewesen. aber seitdem – toi toi toi – hab ich keinen rücken mehr – und auch sonst nichts. das ist jetzt schon jahre her, ich war so ca. 5 jahre lang walkerin. tja, und die zeit, die muß man sich nehmen, da hilft nix! alles gute!

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  6. vilmoskörte schreibt:

    Ich weiß nicht,was Herr Geisenhanslüke (what a name!) sagt, aber ich meine: Besser man sagt: „Ich habe Rücken“, als dass der Arzt im Krankenhaus bei der Visite fragt: „Sind Sie die Bandscheibe?“

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    • Frau Tonari schreibt:

      Den Namen find eich auch Hammer, aber ich lernte in meiner Kindheit, dass man über Namen nicht lästern darf. Gute Erziehung, you know? 😉
      Und ich möchte nicht „die Bandscheibe“ sein. Nicht, wenn es auch anders geht.

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  7. Töchterlein schreibt:

    Dass sich stressbedingt die Faszien im Rücken verknäueln dämmert der Wissenschaft seit kurzem. Und so kann die Wirkung von Osteopathie nicht mehr lange belächelt werden. Da gibt es eine interessante Quarks und co. Sendung auf 3sat.

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  8. Sudda Sudda schreibt:

    Sehr geehrte Frau Schlämmer,

    kommensema‘ fein in meinen Pilates- und Rückenkurs, dann geht das weg! Ich hab, seit ich Trainerin bin, null Rückenschmerzen mehr. Gut, außer nach 6 Wochen Sommerferienpause. 😉

    Gute Besserung, Sie!

    Ihre
    Sudda Sudda

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  9. vivilacht schreibt:

    ich hoffe und wuensche dass dir alles hilft, was helfen kann. Ich bin auch immer fuer andere Methoden offen, solange sie helfen. Ich drueck dir die Daumen, (nciht den Ruecken), dass es hilft. Viel macht auch hier der ‚Glaube daran‘ aus.

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  10. ute42 schreibt:

    Ratschläge habe ich keine, denn noch zwickt mein Rücken in erträglichem Maße. Ich wünsche dir einfach, dass du die richtige Methode findest und vor allem die Schmerzen schnell vergehen.

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  11. minibares schreibt:

    Oh ich hatte mal Rücken, dass ich aus der Hocke nicht mehr hoch kommen konnte.
    Habe alle Übungen gemacht, die ich von der Wirbelsäulengymnastik her kenne und es wurde leicht besser.
    Dann rief ich meine Vorturnerin an und am nächsten Tag bei unserer Gymnastik machte sie genau dafür oder -gegen Übungen. Die letzte, die eigentlich schon zum Abspann gehört, die brachte dann das schöne Knacken und alles war wieder gut.
    Diese auf dem Rücken liegen, möglichst fester Boden. Die Knie nach rechts bringen, den Kopf nach links. wieder zu Mitte, dann umgekehrt.
    Das ist einfach aber genial.
    Oder im Stehen die Handgelenke hoch über dem Kopf packen und mit Kraft zur einen und zur anderen Seite ziehen. Das merkt man schön.
    Nur bei Vorfall ist das vermutlich mit Vorsicht zu geniessen.
    Auf alle Fälle hat mir das schon oft geholfen.

    Super, dass dir auch Hilfe zuteil wurde.
    Denn OP’s sind nicht mehr IN, Gott sei Dank.

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    • Frau Tonari schreibt:

      Deine Übungen kenne und benutze ich seit Jahren, wenn es mal ziept oder die hinterhältige Hexe geschossen hat. Dann kann man damit Schlimmeres in der Tat gut abfangen. Diesmal allerdings reicht das nicht…

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  12. Clara Himmelhoch schreibt:

    Zu den Schmerzen, die du vorläufig noch hast, wünsche ich dir den Reichtum, den „Herr Schlämmer“ sicher hat – vielleicht gibt er dir als seiner „Gattin“ die Hälfte ab.
    Alles außerhalb der Schulmedizin möge nutzen!

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  13. Silberdistel schreibt:

    Ich stehe da sehr auf Yoga. Das hat meinen Rücken jetzt vor kurzem letztendlich sehr beeindruckt. Nun ist er wieder wie neu. In diesem Sinne auch Dir gute und baldige Besserung.
    Liebe Grüße von der Silberdistel

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  14. Thea schreibt:

    Zuerstmal wünsche ich Dir ganz schnelle und gute Besserung Frau Schlämmer, äh Frau Tonari.
    Also, ich habe schon seit Jahren (bin ja schließlich auch schon ein älteres Dingelchen) *Rücken* und im Moment ganz sehr, *dirdiehandreich*, und mir hilft immer bei einer/m guten Therapeuten: manuelle Therapie, und während der Woche einige Minuten Q-Gong. So komme ich seit Jahren ziemlich gut über die Runde. Nur dazwischen mal ein paar Ausrutscher, so wie im Moment.
    Ich wünsche Dass Du für Dich auch das Richtige findest und wünsche Dir alles Gute,
    Thea

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    • Frau Tonari schreibt:

      Ich übe mich neben den oben beschriebenen Dingen in der Muckibude meines Vertrauens an diversen Dingen, die die Rücken- und Bauchmuskulatur stärken und hoffe, dass das auf die Dauer nützt.
      Gute Besserung dann aktuell auch für Dich, älteres Dingelchen 😉

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  15. wolkenbeobachterin schreibt:

    gute besserung, schätzelein, chrrrchchchch 🙂

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  16. ericasta schreibt:

    Finde ich lustig, kann jedoch nicht mehr so lachen …. Seit 10 Jahren Arthrose! Osteopathie als probates Mittel, neben Aquatraining und weniger Medikamente, die ohnehin kaum helfen.
    Gute Besserung, möchte ich zurufen, Frau Tonari alias Schlämmer und Kopf hoch !

    Herzliche Grüßle aus Augsburg von Heidrun

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