Schiffshebewerk Niederfinow

Der Bau des Schiffshebewerkes  in Niederfinow begann 1927. Das Industriedenkmal kostete  damals 27,5 Millionen Reichsmark und ging 1934 in Betrieb, um einen Höhenunterschied von 36 m im Zuge des Oder-Havel-Kanals überwinden zu helfen. Die Anlage selbst ist 27 m breit, 94 m lang und 60 m hoch. Eine Schleusung dauert ungefähr 20 Minuten, davon benötigt der reine Hub nur 5 Minuten. Rund 20.000 Boote und Schiffe nutzen jährlich diesen fazszinierenden „Wasserfahrstuhl“. Soweit die Fakten zum „Historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst“, wie sich das stählerne Bauwerk seit 2007 nennen darf.

Schiffshebewerk_Niederfinow_1Schiffshebewerk_Niederfinow_2Schiffshebewerk_Niederfinow_2aSchiffshebewerk_Niederfinow_3Nicht nur uns zieht die Anlage ziemlich regelmäßig in ihren Bann. Seit 2009 machen sich rund 150.000 Besucher pro Jahr zusätzlich zur Besichtigungstour in einem Informationszentrum schlau.  Mit Hilfe der „Luise“  kann man sich zudem auch selbst einer Schleusung unterziehen. Steht bei uns noch auf der To-do-Liste.

Schiffshebewerk_Niederfinow_4Schiffshebewerk_Niederfinow_5In unmittelbarer Nähe des alten Schiffsheberwerles drehen sich gerade Kräne, laufen Betonmischer zur Hochform auf. Es entsteht ein funkelnagelneues Hebewerk, das den gewachsenen Anforderungen stand hält und für moderne, größere Containerschiffe konzipiert ist. Die Grundsteinlegung fand am 23. März 2009 statt, gebaut wird aber schon seit 2007. Rund 245 Millionen Euro sind als Kosten veranschlagt. Ich bin gespannt, wie hoch diese dann letztendlich sein werden. Die Inbetriebnahme ist für 2014 angekündigt. Da gilt es, wie man auf dem Panoramabild sieht, aber noch kräftig ranzuklotzen. Ich habe leichte Zweifel 😉

Schiffshebewerk_Niederfinow_6Das neue Bauwerk ist dann 46,60 m breit, 54,55 m hoch und beeindruckende 133 m lang. Das Schleusen benötigt nur noch 16,5 Minuten. Die 36m Hubhöhe werden in blitzschnellen 3 Minuten überwunden.  

Schiffshebewerk_Niederfinow_7Schiffshebewerk_Niederfinow_8Der Informationsbroschüre der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung kann ich entnehmen, dass auch das neue Hebewerk Besuchern die Möglichkeit bieten wird, die faszinierende Technik aus der Nähe zu betrachten.  Ich bin sicher, dass es sich zu einem  Besuchermagnet entwickeln wird. Alt und neu nebeneinander. Beeindruckende Giganten, die aus der Brandenburger Landschaft herausragen.

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12 Antworten zu Schiffshebewerk Niederfinow

  1. Anna-Lena schreibt:

    Zeit, unbedingt mal wieder hinzufahren 🙂 .
    Damit kann man auch gut einen Besuch im Kloster Chorin verbinden.

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  2. einestachelbeere schreibt:

    Ich liebe das Schiffshebewerk in Niederfinow! Siehe dazu auch hier: http://diestachelbeere.wordpress.com/2012/09/27/schiffshebewerk-niederfinow/

    Mit deinen Fotos hast du es unglaublich gut getroffen! Muss mir mal das Neue anschauen, wenn es denn dann fertig ist 😉

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  3. regenbogenlichter schreibt:

    Schon gigantisch… und bleibt zu hoffen, dass es nicht BER wird… 😉
    Dann lasst euch bei Gelegenheit mal von Luise rüberschaukeln.
    LG
    Ute

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  4. Clara Himmelhoch schreibt:

    Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal dort war, auf jeden Fall haben sie schon gebaut. Ich hätte instinktiv gedacht, die wären schon fertig. – Beeindruckend finde ich es auch immer, solche technischen „Wunderwerke“ zu besichtigen.

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  5. Ruthie schreibt:

    Schon cool, was sich der Mensch alles so ausdenkt, oder?

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  6. twilight schreibt:

    So weit sind die inzwischen mit dem neuen Schiffshebewerk. Ich war zum letzten Mal vor 1,5 Jahren dort. Muss also unbedingt wieder hin!
    Zeig bitte noch viele Bilder aus der Eberswalder Gegend. Das gibt jedesmal einen Extrapunkt von mir! Wegen des Heimwehs.

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  7. vilmoskörte schreibt:

    In der Tat ein beliebtes und immer wieder gerne gesehenes Ausflugsziel (ich mag Wasserbauwerke aller Arten). Besonders schön finde ich auch den Ausblick. Und man kann sich auch ganz ohne Luise auf eigenem Boot durchschleusen lassen, ich hab das schon ein paar Mal mitgemacht, einmal hatte unser Segelboot das Schiffshebewerk ganz allein für sich (im Video festgehalten). Ich bin gespannt, wie demnächst (sicher vor der Fertigstellung des BER) die Durchfahrt durch das neue Schiffshebewerk werden wird, wahrscheinlich weniger „romantisch“.

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  8. hafensonne schreibt:

    Woah. Als ich das letzte Mal dort war, war von Bautätigkeiten noch so gar nichts zu sehen –> deutliches Zeichen für: wohl schon zu lange her. Was passiert jetzt mit der alten Schleusentreppe? Ich erinnere mich, neben dem Hebewerk davon noch Reste gesehen zu haben, das war eigentlich auch spannend…

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  9. antje schreibt:

    schöne fotos super aufgenonmmen. wirklich beeindruckend, wie solche höhenunterschiede bewältigt werden können – und in so kurzer zeit, erstaunlich!

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  10. Inch schreibt:

    Ah! Erinnerungen! Da „musste“ ich als Kind mehrmals hin. Vom begeisterten Vater hingezwungen 😉

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  11. richensa schreibt:

    Das neue Hebewerk überbaut das ganz alte aus der Jahrhundertwende… ich habe da mal im Unterholz herumgeguckt, noch vor Baubeginn:
    http://erinnerungsengramme.wordpress.com/2008/07/20/schiffstreppe-liepe/ blöderweise habe ich die Bilder verlinkt, aber die Zielseite ist eingestellt worden.

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  12. Wolfram schreibt:

    Das (was richensa schreibt) ist mal wieder so richtig… na ja, toller Denkmalschutz.

    Das Hebewerk Niederfinow kenne ich nur aus einem alten Reiseführer Technik in der DDR, den ich antiquarisch erworben habe. In Henrichenburg am Nordrand des Ruhrgebiets steht ein Hebewerk, das wir als Schüler besucht haben. Ich meine mich zu erinnern, daß es damals noch in Betrieb war, heute ist es nur mehr Kulturdenkmal.
    Und bei Artzviller in Nordostlothringen führt der Kanal nicht nur durch einen sehr langen Tunnel, sondern gibt es einen Schrägaufzug, der eine lange Schleusenkette ersetzt. Der Rhein-Marne-Kanal dient heute nicht mehr dem Gütertransport, er ist wohl zu schmal, aber das Hebewerk ist recht modern und wird von Freizeitkapitänen eifrig genutzt.

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