Los geht’s (18.10.13)

So ganz klar war mir nach dem Verlauf der letzten beiden Wochen vor dem Urlaub noch nicht, wie ich den Flug einigermaßen überstehen soll. Das blöde Kreuzbein bzw. die Gegend drumherum war weder mit guten Worten, Spritzen, Tabletten oder physiotherapeutischen Stromstößen davon zu überzeugen, den ekligen Schmerzzustand rechtzeitig wieder einzustellen. Stehen ging, laufen auch, liegen sowieso, Kofferpacken erst recht,  sitzen nicht im Ansatz.
Grrrr. Aber den lange geplanten Trip absagen, kam nicht in die Tüte. Ich würde auf der anderen Seite des großen Teiches ja nicht sitzen (wollen). Jedenfalls nicht ständig. Blieb die Aussicht auf gruselige 8,5 Stunden Zwangshaltung im Flugzeug. Um mir den Stress beim Einchecken zu nehmen, habe ich wenige Tage vor Abflug von der kostenpflichtigen Sitzplatzbuchung Gebrauch gemacht, die uns einen Fenster- und einen Gangplatz daneben und mir somit eine höchstmögliche Zappelfreiheit garantierte. Es sei denn, wir wären aufgrund von Turbulenzen angekettet 😉
Letztlich blieb in allerhöchster Not am Abreisetag noch der frühmorgendliche Gang in die Arztpraxis mit einem von der Medizinfrau des Vertrauens gesetzten Hammerspritzchen und die Reise konnte losgehen.
Ging sie aber nicht. Beziehungsweise nur mit rund einstündiger Verzögerung. Ich bangte bereits um reduzierte Spritzenwirkungsdauer. Wirklich erstaunt war ich über die Begründung des verschobenen Startes. Ein Crewmitglied war am Vortag verspätet aus der Türkei zurück gekehrt und musste die vorgeschriebene Ruhezeit einhalten. Ersatz war nicht verfügbar. Das zeigt zum einen dass AirBerlin die Vorschriften einzuhalten scheint, zum anderen aber auch, wie sehr der Flugverkehr auf Kante genäht ist, wenn eher Flugverzögerungen akzeptiert werden statt für personellen Ersatz zu sorgen.

Peinlich übrigens der Zustand des Flughafens in Tegel. Peinlich vor den Gästen aus aller Herren Länder. Wenn dies die Visitenkarte Berlins sein soll, dann kann man sich nur abgrundtief schämen. Er macht inzwischen nicht nur einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck, sondern lässt es auch an Sauberkeit mangeln.  „Arm, aber sexy“ – Wowereits Berlin-Slogan gilt hier definitiv nicht.

abflugDie Reise über das große Wasser verlief ruhig und unerwartet, ja wunderbar schmerzfrei. Aber den Purser, der während der Servicezeit selbstvergessen Kaugummiblasen erzeugte,  fand ich dann doch ein bisschen zu entspannt 😉

flugrouteDie berühmt-berüchtigte Einreiseprozedur im Amiland zog sich nicht in unerträgliche Längen, sondern verlief erstaunlich flott und ebenso unaufgeregt. Alle erforderlichen Finger- und Daumenabdrücke waren genommen und wir ultraschnell abgefertigt. Yeah!

Dem Taxifahrer war deutlich anzumerken, dass in New York Time Money ist. Spritzig schnell, mit Nachdruck und gern auch mal unter Eröffnung einer zusätzlichen Fahrspur brachte er uns sicher und flott unser Hotel in Manhattan. Die Sonne war gerade spektakulär untergegangen…

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23 Antworten zu Los geht’s (18.10.13)

  1. vivilacht schreibt:

    ich gehe waerend eines langen Fluges mehr spazieren, als dass ich sitze. wir buchen fuer mich immer einen Gangplatz. Ich freu mihc, dass dein Flug mit dem Hilfmittel gut verlaufen ist.

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  2. Elsoron schreibt:

    Puh, noch mal gut gegangen! 🙂

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  3. ute42 schreibt:

    Ist ja alles sehr gut gelaufen. Welcome in USA.

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  4. oachkatz schreibt:

    „Peinlich übrigens der Zustand des Flughafens (…). Peinlich vor den Gästen aus aller Herren Länder. Wenn dies die Visitenkarte Berlins sein soll, dann kann man sich nur abgrundtief schämen. Er macht inzwischen nicht nur einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck, sondern lässt es auch an Sauberkeit mangeln.“
    Meine Gedanken vor ein paar Wochen – allerdings zum Flughafen Schöneberg. Na prima, wenn das für die beiden hauptstädtischen Flughäfen gilt … Noch einen schönen, schmerzfreien Urlaub!

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  5. Clara Himmelhoch schreibt:

    „… und gern auch mal unter Eröffnung einer zusätzlichen Fahrspur brachte er uns sicher und flott unser Hotel in Manhattan.“ – ist er über den Bürgersteig gebrettert (sicher nicht, denn da hätte es Verluste gegeben) oder ist er nach oben gegangen, um über die anderen hinwegzufliegen (sicher auch nicht, denn das hättest du Technik-freak mit besonderen Worten gewürdigt) – also ist er offenbar über die Park- oder Standspur gebrettert. Oder er hat die genommen, wo im Auto ganz viele sitzen müssen??? Reichen da drei noch nicht aus??? – Du klärst mich sicher auf.

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  6. regenbogenlichter schreibt:

    Hauptsache alles gut gegangen und der Urlaub ist gesichert.
    LG
    Ute

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  7. minibares schreibt:

    Ja, deine Sorgen vorher waren nicht unbegründet.
    Aber deine Ärztin kennt ihr Handwerk, alle Achtung.
    Wie schön, dass ihr so ruhig über den Atlantik gekommen seid.

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  8. Amorak schreibt:

    cool lady :O)

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  9. Muri schreibt:

    Genau Deine Gedanken zum Flughafen hatte ich vor 3 Wochen auch, als ich nach Berlin geflogen bin…
    Gut, dass Du es halbwegs schmerzfrei über den großen Teich geschafft hast!

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  10. chinomso schreibt:

    Spannend. Ich warte ungeduldig auf Fortsetzung.
    Taxi fahren in NYC ist abenteuerlich. Ich konnte das 2004 erleben. ( mannomann ist das schon wieder lange her)

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  11. Inch schreibt:

    Wie sind denn die Langstreckenflieger von AB? Hat da jeder einen eigenen Monitor? Ist die Auswahl an Filmen und Musik groß und vielfältig? Gibt es Decken und Kopfkissen für jeden?

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    • tonari schreibt:

      Wir hatten einen A330, glaube ich. (War mir nicht wichtig.)
      Jeder hat seinen eigenen Monitor im Vordersitz. Ich habe einen Film geguckt, aber keine Musik gehört. Auswahl war bei nicht so mein Ding. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht mal mehr, was das für ein Film war 😉 (Ist mir auch nicht so wichtig.) Spiele konnte man machen. Der GöGa hat es genutzt.
      Decken und Kissen gab es auch. Kissen war gaaaaanz wichtig, weil ich es mir prima in den Rücken stopfen konnte. Kreuzbeinunterstützung und so 😉
      Ich war zufrieden mit dem Flug und auch mit Verpflegung, Sauberkeit und so. Vielleicht bin ich da aber auch nicht besonders anspruchsvoll, denn ich höre immer mal, wenn andere so über Fluggesellschaften klagen. Ach ja, und da ich nicht sehr groß bin, passen meine Dackelbeine auch immer gut zwischen die Sitze 😆

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      • Gudrun schreibt:

        Das tröstet mich. Ich meine das mit den Dackelbeinen. 😀 Dann habe ich jetzt einfach mal Hoffnung, dass ich meine auch gut verstauen kann im nächsten Frühjahr. (Und dass mein Wirbelsäulchen Zappelfreiheiten hat.)
        Ich bin auf den nächsten Bericht gespannt.
        Gruß aus dem Spinnstübchen

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  12. vierachtel schreibt:

    Ach je, du Arme, wie kann ich deine Angst verstehen!
    Ich hätte nicht fliegen können, ich konnte weder gehen, noch sitzen, noch stehen. Nur liegen und Kauerhaltung. (Und ich darf nicht dran denken, wie viele Stunden ich in 5 Wochen im Flieger sitze.)
    Um so schöner, dass du halbwegs schmerzfrei warst. Hoffentlich blieb das so über die Reise! Amtrak ist ja auch nicht so gemütlich – aber man kann wenigstens rumhampeln.

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    • tonari schreibt:

      Ich las ja, dass es Dich noch viel ärger getroffen hat. Solidarische Grüße der Besserung also.
      Die Fahrt im Amtrak war de-luxe-Reisen und einfach nur toll. Wir hatten Schlafwagen. Später davon gerne mehr.

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  13. monisertel schreibt:

    Sehr interessant,
    ich warte jetzt gespannt auf die Fortsetzung! 😉
    Liebe Grüße
    moni

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  14. alltagsfreak schreibt:

    Hallo, mein Gegenbesuch 🙂 Schönes Blog… Eine Hauptstadt sollte eigentlich eine Vorzeigestadt sein, schade…
    Hätte gerne ein paar Storys über die damalige Austausch Schülerin gelesen. Klingt spannend, das Treffen Zweier unterschiedlicher Kulturkreise. Sind sie noch online?

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  15. Anne schreibt:

    Hurra, eine Postkarte! Und auch noch so liebevoll ausgesucht und anschaulich beschrieben. Vielen Dank!!

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