Technik Museum Speyer

Die trockenen Stunden am Vormittag nutzten wir für den Dom und Blick über die Stadt. Dann aber zog es uns mit aller Macht in das Museum, das uns eigentlich in die Stadt gelockt hat und das wir schon beim Domaufstieg erspähten:

Technikmuseum_Speyer_1Spannende 25.000 m² Hallen- und 100.000 m² Freu-, ähm Freifläche erwarteten uns.

Übrigens, wie es sich hin guckt, so blickt es sich auch wieder zurück 😉

Technikmuseum_Speyer_2Technikmuseen begeistern uns, also beide Tonaris. Stundenlang können wir uns kaum satt sehen.  Aber dieses hier irritierte mich. Ich fand die Hallen unübersichtlich, ungeordnet, überfrachtet.  Der Eindruck entstand, man hätte immer gerade da etwas abgestellt, wo sich eine Lücke und somit Platz fand.  Bei technischen Ausstellungsstücken gefällt mir, wenn man anhand der chronologischen Anordnung die technische Weiterentwicklung sehen und nachvollziehen kann.  Hier aber wurden zum Beispiel modernere Motorräder neben Oldtimern und mechanischen Musikinstrumenten geparkt.

Technikmuseum_Speyer_3Eine gute Idee war, einige Schaufensterpuppen klamottentechnisch den entsprechenden Jahren und / oder Berufsgruppen zuzuordnen. Das macht so ein Museum lebendiger.

Technikmuseum_Speyer_4Aufgrund der Anordnung der Objekte wirken die Fotos natürlich sehr unruhig. Das entspricht aber gut dem Gefühl, das ich während des Besuches der Ausstellungshallen dort hatte.  Muße geht anders…

Technikmuseum_Speyer_5Genial ist, dass man viele Objekte tasächlich betreten und in ihnen herumstreifen kann.  Eine Boing 747 auf ebener Erde ist schon gigantisch schön. Eine, die quasi über dem Gelände schwebt und auch andere Eindrücke und Perspektiven über die Stadt und das Museumsgelände zulässt, ist einfach nur perfekt.

Technikmuseum_Speyer_6Und im Innenraum erwattet den Besucher nicht die klinisch reine Konservierung des Flugwesens, sondern ein Blick in nackte Einbautatsachen.

Technikmuseum_Speyer_7Ach ja, im Anjesicht der alten Tante Ju (Junkers Ju-52)  da jeeeht dem Berlina doch det Herze uff…

Technikmuseum_Speyer_8Und die russischen Antwort auf das Spaceshuttle namens Buran macht selbiges noch ein bisschen weiter. Über eine Treppe konnte man sogar in den Laderaum gucken.

Technikmuseum_Speyer_9Und überhaupt hatte ich den Eindruck, dass die Vielfalt des Museums unglaublich vom Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion profitiert hat. Technikmuseum_Speyer_10Die AN 22 ist ein beeindruckendes Großraumflugzeug und das größte Propellerflugzeug der Welt. Technikmuseum_Speyer_11Natürlich gibt es nicht nur Autos, Mopeds und Flugzeuge zu bewundern. Auch Boote. Welche für die Unterwasserfahrt, Technikmuseum_Speyer_12in denen man sich an U9-Armaturen und Bedienelementen die eine oder andere Brüsche holen kann Technikmuseum_Speyer_13oder die für das Schippern über Wasser, in denen die Kelly-Gang hauste lebte. Hier blieb es bei uns allerdings beim Blick von weitem bzw. außen.  Für den Rest reichte die Neugier nicht. Technikmuseum_Speyer_14Baumaschinen, Feuerwehr- und ein bisschen Kriegstechnik, Seenotrettungskreuzer, historische LandwirtschaftTechnikmuseum_Speyer_15und Eisenbahnen. Nur gucken, nicht klettern. Technikmuseum_Speyer_16Technikmuseum_Speyer_17Und dann die Antonow AN 26, die in der DDR als Regierungsflugmaschine  eingesetzt wurde.  Also quasi Erichs Privatjet… Technikmuseum_Speyer_18Der Dienstwagen Marke Tschaika konnte über die sich nach unten öffenende  Ladeluke mitgenommen werden.  Klar, wer will schon mit Trabbi reisen 😉 Technikmuseum_Speyer_19Technikmuseum_Speyer_20Wirklich witzig: Für einen Euro darf der Besucher eine Quatsch-Maschine in Betrieb nehmen. Klar, ich hab das Mefistoles Mobile auch für mich zappeln lassen.

Technikmuseum_Speyer_21Fünf Stunden Technik, die begeistert. Danach waren die Füße platt.  Aber das Museum hat ja noch eine Schwester im nahe gelegenen  Sinsheim…

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13 Antworten zu Technik Museum Speyer

  1. twilight schreibt:

    Das wollte ich mir auch längst mal anschauen. Dein Bericht motiviert mich, das nicht mehr auf die lange Bank zu schieben.
    So ein „unordentliches“ Museum – nur viel, viel kleiner – gibt es in Erfurt auch. Es heißt Elektromuseum. Zur Zeit sucht es einen neuen Standort und ist geschlossen. Die bisherigen Räume sind total überfrachtet und unübersichtlich. Als E-Ingenieur bin ich jedesmal richtig wütend, wenn ich mir das Chaos angeschaut habe. Dabei gibt es dort so tolle Ausstellungsstücke zu sehen.
    Speier steht Dank Deiner Berichte bei mir jetzt ganz oben auf der Liste! Vielen Dank!

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    • tonari schreibt:

      Dann plane doch gleich mal Sinsheim gleich mit ein. Bericht folgt, wenn die Zeit es zulässt. Wir sind am nächsten Tag glatt noch mal für 5 Stunden im Schwestermuseum abgetaucht…

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  2. theomix schreibt:

    Karussel steht immer noch herum. Passt ja wie Fäustchen aufs Äugelchen.
    Vieles kenne ich noch gar nicht. ist schon ein paar Jahre her, dass wir dort waren. Der Dom hatte derweil eine stärkere magnetische kraft für uns.

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  3. AndiBerlin schreibt:

    Irgendwie schade das so viel „unordentlich“ nebeneinander steht. Wie es scheint, haben die zu viel, und wissen nicht was zuerst gezeigt werden soll.
    Da ist man ja als Besucher zwangsweise überfordert. Dennoch, wenn ich mal in der Nähe bin, würde ich mir das auch angucken wollen.

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  4. Ackerbau schreibt:

    Danke für Bericht und Fotos! Bei meinem letzten Speyer-Besuch hatte ich leider nicht einmal Zeit für den Dom. In Sinsheim bin ich aber schon mal in die Concorde geklettert (bei 30 Grad…)

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  5. regenbogenlichter schreibt:

    Also der „Überblick“ überfordert einen schon fast. Schon ziemlich gut gefüllt und chaotisch. du hast es aber schön geordnet und der Rundgang hat großen Spaß gemacht.
    Ein cooles Museum, für das man wohl viel Zeit mitbringen sollte. Ich denke, jedes Stück ist dort ein Hingucker und des Anschauens wert. Schön, dass man nicht nur gucken kann. 🙂
    Liebe Grüße
    Ute

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  6. vivilacht schreibt:

    Danke fuers Mitnehmen, ich moechte da irgendwann auch mal hin, das gefaellt mir gut, ich mag auch diese Technik Museen, sogar wenn sie nicht geordnet sind. Wir sind ja auch gerne immer in Museen, machen die auch gerne „Tagesweise“ also viele Stunden drin. bin begeistert

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  7. ute42 schreibt:

    Da wäre ich auch 5 Stunden „durchgestreift“. Toll, dass du fotografieren durftest. Sinsheim ist wirklich auch sehenswert.

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  8. Melanie schreibt:

    Jetzt bekomme ich gerade wieder richtig ‚Lust auf Museum. Steht nun mal ganz oben auf der To Do Liste.
    Sehr schöne Bilder.

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  9. minibares schreibt:

    Trotz Durcheinander habt ihr Gefallen dran gefunden, das ist doch prima.
    Es gab ja auch erstaunlich viel zu sehen.

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  10. Clara Himmelhoch schreibt:

    Deine Technikbegeisterung ist so schön für uns – und wenn ich dann noch so vieles aus der Vergangenheit sehen kann, nicht nur den gerahmten Erich, sondern auch noch Autos aus dieser Zeit, finde ich das noch einmal so schön. – Ich finde es auch toll, dass die Fotos zulassen.

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  11. Gedankenkruemel schreibt:

    Fein das sie dort Fotos zulassen so kamen wir die noch nicht dort waren
    auch in den Genuss..
    Das würde ich mich auch gerne mal anschaun.

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  12. Pingback: Frau Tonari

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