zwischen Mangel und Flair – Teil 15

Noch ein paar Eindrücke aus Trinidad gewünscht? An der Fotofülle werdet ihr bemerken, wie sehr mich diese Stadt in ihren Bann gezogen hat. Sollte ich also je noch einmal nach Kuba kommen, dann wird es hier definitiv einen längeren Aufenthalt geben.

Trinidad_9Trinidad_10Trinidad_11Mir fiel auf, dass zahlreiche Straßenecken durch merkwürdige Poller geschützt waren. Beim näheren Betrachten entpuppten sie sich als eingegrabene Kanonen. Mensch, wenn das die Freibeuter und Piraten wüssten
Trinidad_12In der Bar „Chanchánchara“ machten wir ein kurzes Päuschen, um ein Getränk zu probieren, das praktischerweise den Namen der Bar trug. Um viertel Elf (oder auch 10.15 Uhr für Mitleser anderer Zeitrechnungen *zwinker*) servierte man uns also in Terracottabechern Rum mit Limettensaft, Honig, Eis und ganz wenig Wasser. Kuba ist also definitiv nichts für Anti-Alkoholiker. :mrgreen:

Dazu gab es die übliche Live-Beschallung. Wie überall. Wie eigentlich immer. Womit ich nichts gegen die kubanische Musik sagen will. Aber ich muss zugeben, dass mich die ständige musikalische Untermalung aller Mahlzeiten im Laufe der Zeit ziemlich nervte.  Zum 375. Mal Guantanamera, La Cucaracha oder Chan Chan zu hören, ist wahrlich kein Vergnügen. Zumal die Qualität der von uns erlebten (und teilweise auch erlittenenen) Musiker sehr, sehr unterschiedlichen Niveaus war. Häufig konnte ich mich auch den Gefühls nicht erwehren, dass wirklich lieblos etwas runtergespielt wurde, nur um die begehrten CUC einfordern zu können.  Nächster Tourihaufen, selbe Mugge.  Nun ja.

Trinidad_13An einem Tisch direkt am Eingang rollte übrigens dieser Señor völlig unbeeindruckt seine Zigarren.  Ich habe leider keinen Ahnung, was er für die Monsterzigarre ganz vorne verlangt hat.

Trinidad_14Trinidad_15Trinidad_16Bestimmt ist diesem und jenem schon aufgefallen, dass die kubanischen Autokennzeichen unterschiedliche Farben besitzen

  • blau-> staatliches Fahrzeug
  • schwarz -> Diplomaten
  • gelb -> Privatfahrzeuge
  • rot -> Mietwagen
  • grün -> Militär
  • weiß -> Ministerien
  • orange -> ausländische Unternehmer

Trinidad_17
Werfen wir doch mal einen Blick in eines der typischen, gut sortierten Souvenirgeschäfte

Trinidad_18oder auf einen Postkartenständer. Eine der Postkarten schaffte es als Lesezeichen in die „Che“-Biographie von Jon Lee Anderson, die hier noch immer darauf wartet, gelesen zu werden.

Trinidad_18aHier nagt schon leider mehr als nur der Zahn der Zeit.

Trinidad_19Trinidad_20Trinidad_21Trinidad_22Trinidad_23

Nachdem die letzten Fotos aus dem Busfenster geschossen waren, ging die Fahrt weiter in Richtung Cienfuegos. Davon dann mehr in der Fortsetzung.

++++++

Und falls jemand mehr über Kuba wissen will oder in einem Forum Fragen stellen und Antworten bekommen möchte, der ist hier goldrichtig.

Dieser Beitrag wurde unter Urlaub abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

12 Antworten zu zwischen Mangel und Flair – Teil 15

  1. ute42 schreibt:

    Schade um das schöne Haus bzw. den schönen Balkon. Hoffentlich wird das auch noch restauriert. Die „Gruppenaufführungen“ muss man in diesem Land halt in Kauf nehmen, alleine dort zu reisen geht ja leider nicht. Allerdings so früh schon ein Rumgtränk, das würde bei mir gar nicht gehen, dann könntest du mich gleich in den Bus packen. Die Autoschilder in unterschiedlicher Farbe finde ich gar nicht so schlecht. Das wäre mal etwas, was man hier auch übernehmen könnte für eine bessere Verkehrsübewachung. Die Stadt ist wirklich liebenswert wieder hergerichtet.

    Liken

    • tonari schreibt:

      Ja, der Rum am frühen Vormittag war schon gewöhnungsbedürftig. Ich hab auch bloß mal ddie Zunge reingesteckt und bin dann wieder draußen knipsen gegangen 🙂

      Liken

    • Reinar schreibt:

      Das zerfallende Gebäude ist der Palacio Iznaga, dem seinerzeitigen Zuckerbaron. Auch der Torre de Iznage im nahe gelegenen Valle de los Ingenios ist auf diese Familie zurückzuführen. Carlos ist der einzig zurückgebliebene dieser Familie. Man hat ihm für das für ihn allein viel zu große Gebäude ein kleineres Haus gegenüber der alten Zigarrenfabrik eingetauscht. Die Familienmöbel sind in einem der Museen ausgestellt. Carlos verlangt sie zurück. Bisher ohne Erfolg.

      Währenddessen schreitet der Zerfall des Palacios zügig voran. Hier ein Foto des Gebäudes, welches vor 12 Jahren aufgenommen wurde.

      Übrigens, wer mehr über Kuba und insbesondere Trinidad wissen will, ist im Kubaforum http://www.cubaforum.eu besser dran.

      Liken

  2. minibares schreibt:

    Wieder sehr schöne und interessante Fotos.
    Die unterschiedlichen Autokennzeichen sind ja Klasse.
    Farbenblind sollte man dort nicht sein.
    Die bunten Fassaden haben schon was. Aber das Haus, dem es nicht so gut geht, ist schon schade drum…
    Rum so früh am Tag, das wäre echt nix für mich.
    Aber später auch nicht 🙂
    Fahrräder mit Dach finde ich ja cool.

    Liken

  3. regenbogenlichter schreibt:

    Trinidad würde mir auch gefallen und solche Aufführungen gibt es wohl überall… 😉

    Liken

    • tonari schreibt:

      Trinidad ist echt ein knuffiges Städtchen. Zumindest, was wir zu sehen bekamen.
      Und gegen die Aufführungen der Live-Musiker hätte ich ja nichts, wenn es nicht überall gleich, also austauschbar gewesen wäre. Und so laut. Und immer zu den Mahlzeiten 🙄

      Liken

  4. Tine schreibt:

    ich liebe deine Busfotos. Da tobt das wahre Leben drauf! 😉 Und das Foto mit dem vom Verfall gezeichneten Balkon, hach… so doof das klingt…, genau mein Ding 😉

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s