zwischen Mangel und Flair – Teil 11

Schwer, nach dem Tod der Omimi nun den Wiedereinstieg in den Urlaubsbericht aus Kuba zu finden. Sauschwer. Aber ich habe es versprochen. Wie sagt man so schön ? Das Leben geht weiter. Die Reise nun auch.

StrassenverkehrWir hatten also Camagüey hinter uns gelassen und fuhren weiter Richtung Sancti Spíritus.

Aber zunächst erwischten uns wieder die räucherwütigen „Moskitos“ 😦 Dieses Mal mussten wir zwar nicht aussteigen und uns die Hände beträufeln lassen, aber um die Verpestung des Kofferraumes kamen wir nicht drumherum. Boah, und das Zeug drang natürlich zu uns in den Fahrgastraum und stank bestialisch. Nein, gesund konnte das nicht sein.  Klimaanlage sei Dank war der Geruch bald wieder weg.

KontrollpunktUnterwegs lernten wir dann noch eine besonders kreative Form der Straßenabsperrung kennen. Sie muss sehr neu in ihrer Anwendung sein, denn selbst unser Fahrer nahm sie nicht ernst und wollte den Bus links an ihr vorbei lenken. Erst das aufgeregte Gefuchtel der Señora ließ ihn (und uns) erkennen, dass weiter hinten an der Straße  gebaut wird. Verkehrsschilder oder Absperrbaken? Fehlanzeige. Bei Dunkelheit kommt da bestimmt Freude auf.

StrassensperreSancti Spíritus, in Zentralkuba gelegen, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und reich geworden durch den Zuckerrohranbau war unsere nächste Station. Das kleine Städtchen ist wirklich sehenswert. Leider hatten wir nicht viel Zeit. Sie reichte nur für einen kleinen Stadtrundgang. Ich fühlte mich hier erstmals wirklich gehetzt und war ständig in Sorge, die anderen zu verlieren.  Muße zum Fotografieren kam so nicht auf.

sancti_spiritus_

sancti_spiritus_1sancti_spiritus_2Hier mal ein Blick in einen Laden, in dem unterschiedliche Industriewaren angeboten werden. Für den Einkauf benötigt man aber Bezugsscheine, die Libreta.

mercadoEin Schaufenster mit Puppe. Nicht, was ihr denkt 😉 Angeboten wird Sabana Camera (Bettwäsche mit Fotodruck?) für 150 kubanische Peso. Zur Erinnerung: Das entspricht ungefähr einem halben Monatslohn.

schaufenster

sancti_spiritus_3

sancti_spiritus_4Das Wahrzeichen der Stadt ist die alte Steinbogenbrücke Puente Yayabo über den Rio Yayabo, die vor rund 200 Jahren von Spaniern errichtet wurde. Hier blicken wir jetzt aber erst einmal auf den Fluss. Geübte Augen erkennen im Hintergrund am Ufer eine aufgeständerte Wasserleitung 😉

Rio_YayaboDie Brücke selbst hätte ein tolles Motiv für Pontons Brückenblog werden können. Hätte. Denn leider, leider führte uns die Reiseleiterin schnurstracks über die Brücke. Ein angemessen entfernter, seitlicher Blick war uns nicht vergönnt. Mal schnell die Gruppe verlassen und nach rechts und links gehuscht und geknipst.  Nun ja. Grün 😉

Puente_Yayabo_1Puente_Yayabo_2Auf der anderen Brückenseite wartete unser Bus für die Weiterfahrt Richtung Trinidad. Nein, das ist er nicht. Das ist ein aus Kanada importierter Schulbus.

SchulbusWir nahmen wieder Platz in unserem ***** Sterne Yutong-Bus aus China.

++++++

Und falls jemand mehr über Kuba wissen will oder in einem Forum Fragen stellen und Antworten bekommen möchte, der ist hier goldrichtig.

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19 Antworten zu zwischen Mangel und Flair – Teil 11

  1. luiselotte schreibt:

    Sind schon Unterschiede, zwischen dem einen und dem Anderen….danke fürs Zeigen und liebe Grüße von mir!

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  2. ute42 schreibt:

    Danke, dass du deinen Reisebericht fortsetzt. Ich lese ihn wirklich mit Interesse. Die Straßensperre ist umwerfend. Bei Nacht möchte ich da wirklich nicht unterwegs sein.
    Wie oft seid ihr eigentlich „ausgeräuchert“ worden? Das ist sicherlich auf Dauer gesundheitsschädlich. Eine andere Welt.
    Alles Liebe für dich. Wie du sagst, das Leben geht weiter *umarmedich*

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    • tonari schreibt:

      Das war die letzte Ausräucherung, die wir erlebten. Zum Glück. Und obwohl unsere Reiseleiterin immer wieder beteuerte, dass das nicht schlimm sei, konnte ich mich nicht daran „gewöhnen“. Und, nein, gesund ist es bestimmt nicht. Insektizide sind nicht harmlos.

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      • Anne schreibt:

        Im Tangala-Camp in Südafrika standen im Badezimmer zwei Insektensprays zur gefälligen Selbstbenutzung, das Zimmermädchen erklärte: Eins für den Körper, eins für den Raum. Letzteres hieß „Doom“ 😉
        Das sagt doch schon, dass das nicht gesund sein kann… also habe ich beide nicht benutzt, das Netz über dem Bett reichte zum Glück (war vermutlich eh alles durch die vorherigen Gäste imprägniert).
        Danke, dass Deine anschaulichen Kuba-Berichte weiter gehen, ich habe heute alle in einem Rutsch noch einmal gelesen.

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  3. Anna-Lena schreibt:

    Schön, dass du langsam den Kopf wieder für das Leben neben der Trauer frei bekommst.

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  4. minibares schreibt:

    Wie schön, dass die Berichte wieder weitergehen.
    Ehrlich bei dieser Räucherei hätte ich vermutlich Panik bekommen, von wegen Gift einatmen und so…
    Die Brücke hast du ja doch noch erwischt, meine Anerkennung, was du alles für Fotos getan hast.
    Die Baustelle ist echt der Hammer.
    Sowas ist uns mal in England passiert. Da sind wir auch eine lange Straße gefahren. Plötzlich Schilder, wir hätten umzukehren. Wir konnten noch Polizeiautos sehen. Und mussten die lange Straße zurückfahren.

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  5. Himmelhoch schreibt:

    So etwas ähnliches wie diese „Straßensperre“ haben wir in Russland erlebt, nur war dort plötzlich die Straßenpflasterung zu Ende und ein riesengroßer Haufen lag mitten auf der Fahrbahn.

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  6. Inch schreibt:

    „Ich fühlte mich hier erstmals wirklich gehetzt und war ständig in Sorge, die anderen zu verlieren. Muße zum Fotografieren kam so nicht auf.“
    Genau das ist es, wovor ich mich bei Reisegruppen fürchten würde und weswegen ich noch nie so eine Fahrt mit Reiseleiter gemacht habe. Schon, als wir vor Jahren mal zu viert in Vilnius waren mit Freunden, die durch die Stadt hetzten statt zu bummeln, habe ich das als extrem negativ empfunden und die Stadt danach auf der Liste der unbedingt noch zu besuchenden Orte gelassen. Und in Riga hatten wir eine Freundin, die ihr Geld als Reiseleiterin verdient, gebeten, mit uns doch einen Stadtrundgang zu machen. Wir waren so 10 Leute und alle, ALLE im Urlaub. Die Freundin aber vergaß das kurzzeitig und hetzte uns durch die Stadt. Nee, das war nix für mich und ist es noch nicht.
    Aber, die Zeit der Reisegruppen wird kommen. Auch für mich. Ganz sicher.
    Übrigens: Sehr schöne Fotos präsentierst Du da, trotz Stress 😉

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    • tonari schreibt:

      Ich bin auch nicht wirklich reisegruppenkompatibel. Aber manchmal traue ich mich eben nicht alleine 😉 Zu gruselig waren die Berichte, die ich vorher gelesen hatte.

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      • Inch schreibt:

        Ja, das sollte auch keine Kritik sein. Und nach Cuba würde ich auch nicht allein wollen

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        • tonari schreibt:

          Hab ich auch nicht als solche empfunden. Also als Kritik.
          Nachher ist man immer schlauer, insofern halte ich Individualreisen nach Kuba nun für unproblematisch und kann mir einen Wiederholungstrip (z.B. nach Havanna) gut vorstellen.

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    • Treibgut schreibt:

      Man sollte wissen, wie das Hotel heisst und wo es ist bzw. wo der Bus steht – dann kann man es sich leisten, unabsichtlich verloren zu gehen. Die Reiseleitung kann sowieso nicht weg, bevor du „wiedergefunden“ wurdest. Es wäre zukünftig mal einen Versuch Wert, wenn dich die Herumhetzerei total nervt.

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  7. nispuk10 schreibt:

    Jo, moin. Du schreibst keine Zeile über die Kubanische Musik, ist sie euch nicht begegnet ? Z.B. der berühmte „Buena Vista Social Club „? oder auch Strassenmusik ?? Gruß Kuddel

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  8. mohrle schreibt:

    du schreibst wirklich spannend!
    Und trotz deiner „gehetzten“ Reiseführung machst du wirklich prima Bilder!
    Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß und keine roten Pusteln mehr…..

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  9. Pingback: über den Rio Yayabo | Stories & Places

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