12 points for ???

Mal gucken, wie lange ich den ESC durchhalte?

20:31 Mein Leiden beginnt schon bei der Vorband-Lady A. Gold, die gerade über die Bühne stakst. Der Kopfputz scheint stark von den Gästen der Märchenhochzeit in London inspiriert zu sein 😉

20:56 Pastor Gereon Alter spricht das Wort zum Sonntag ESC. Coole Nummer der ARD.

21:00 Das Finale startet. Die glorreichen Drei stehen auf der Bühne: die rote Frau Engelke, die silberne Frau Rakers und der schwarz beanzugte Herr Raab begrüßen geschätzte 120 Millionen Zuschauer in der ganzen Welt. (Hihi, hätte Frau Rakers sich in Goldfolie gehüllt, könnt man doch glatt an die dreifarbige Deutschlandfahne denken.)

21:04  Herr Raab gibt uns den neuen Satelliten. Genial gelöst, ihn den Vorjahresgewinntitel neu arrangiert und rockabillylike mit 42 fahnenschwingenden Lena-Doubles (und schlussendlich der echten) auf die Bühne bringen zu lassen.

21:15  Paradise Oskar aus Finnland „Da Da Dam“: Einsamer, aber fröhlicher Klampfer auf der großen Bühne, angetreten als Weltenretter.

21:18 Dino Merlin aus Bosnien-Herzegowina „Love In Rewind“ klampft auch, hat sich allerdings Verstärkung mitgebracht. Ist ja auch nicht mehr so ganz taufrisch, trägt dafür ein kariertes Clownsjacket und bietet Ethno-Schunkelstimmung.

21:22 Dänemark und A Friend in London mit „New Tomorrow“: stark gegelte ehemalige Schülerband, gängiger Softpop. Stadionhymnencharakter.

21:26 Evelina Sasenko aus Litauen mit „C’est Ma Vie“: weißer Flügel, viele Waberwolken,  gut bei Stimme und mit Gebärdensprache unterwegs.

21:30 Kati Wolf aus Ungarn mit „What About My Dreams“: himmelblauer Satin-Discopop, erinnert mich stimmlich ein bisschen an Jennifer Rush.

21:34 Jedward für Irland und mit „Lipstick“: Die beiden kleinen, rot-schwarz gewandeten Zwillingszappelmännchen wirken wie eine Miniaturausgabe der Pet Shop Boys. Oho, oho. Hey, hey, Herr Urban: „hyperaktive Flummis“ trifft es 😉

21:38 Eric Saade aus Schweden „Popular“: Der ultimative Song fürs Casting bei Herrn Bohlen. Und die bauchfreien Lederboys sind bestimmt das bühnenreife Geschenk für die schwule Zielgruppe des ESC. Es sei ihnen von Herzen gegönnt.

21:42 Getter Jaani aus Estland mit „Rockefeller Street“:  Pinkes Spielfigurenpüppchen? Polterbeat. Gefällig, aber nicht überragend.

21:46 Der Grieche Loucas Yiorkas feat. Stereo Mike „Watch My Dance“: düster rappend und breakdancebegleitet vor griechischen Säulen. Klassik meets Moderne.

21:51 Alexej Worobjow vertritt Russland mit „Get You“: Oh, James Dean oder doch eher Elvis? Zummindest auf leuchtenden, nicht blauen wildledernen Shoes unterwegs.  Super Choreographie. Boybandlike.

21:55 Der jüngste Tenor der Welt Amaury Vassili aus Frankreich sing auf korsisch „Sognu“, eine Arie mit starkem Ravel-Bolero-Touch. Mal gucken, ob so ein interessanter Beitrag letztlich eine echte Chance hat.

21:59 Raphael Gualazzi aus Italien mit „Madness Of Love“: jazzige Nummer am Klavier. Mir gefällt es, aber es ist nicht Mainstream.

22:01 Sorry, ich kommme vor lauter Guckerei und gleichzeitigem Bloggen leider nicht dazu, Eure Kommentare auch noch zu kommentieren. Inzwischen hat auch meine Knipse ihre Batterie aufgegeben, so dass Herr Tonari sein Handy für Bildschirmfotos missbraucht. Der Zufall will es, dass ich meine große Kamera leider heute verborgt habe. Shit happens. (Bilder werden morgen nachgeliefert.)

22:04 Weiter geht es mit der Schweiz und 23jährigen Anna Rossinelli mit „In Love For A While“: Mensch Mädel, wie kann man in einem roten Pailettenkleid nur so unglücklich krummbeinig, sauerkrautstampfend  auf der Bühne stehen. Ansonsten gefälliger, ein wenig altbackener Mädchenpop.  Nananannanna.

22:08 Da sind sie wieder, die Old-Boyband Blue aus Großbritannien mit  „I Can“: Yes, they can (es immer noch). Aber ich ahne, es wird nicht reichen…

22:11 Häh? Welche Alexanderplatz-Postkarte sollte denn hier eben nach Moldau geschickt werden? Der kommentierende Herr Urban verwirrt mich.

22:12 Zdob si Zdub aus Moldawien mit „So Lucky“:  Noch einmal Pet Shop Boys-Abziehbilder mit steifen Kosaken-Zipfelspitzmützen.  Und dazu ein Einrad-Engelchen. Ska. Funny, aber nicht der Brüller.

22:16 Heimspiel für Lena  mit „Taken By A Stranger“ mit glänzend tanzenden Ganzkörperkondomen. Deutsche Leberwurstpelle?  Naja. Nicht uninteressant, ein wenig morbid, aber damit gewinnt man keinen Blumentopf. Elaelaela…

22:20 Das rumänische Hotel FM hat einen britischen Sänger und gibt mit „Change“ eingängigen Klatsch-Pop aufs Ohr.

22:24 Nadine Beiler aus Österreich singt zunächst a capella „The Secret Is Love“ und steigert das Ganze in Celine Dion-Manier zur balladigen Hymne. Im Hintergrund ein schwarz gekleideter Gospel-Chor 😉

22:28 Manno, der Kommentator klaut mir immer meine Vergleiche. Vorhin erst James Dean und jetzt Celine Dion. Ich glaub, der liest hier heimlich mit 😆

22:29 Ell & Nikki aus  Aserbaidschan mit „Running Scared“: Hm. Pop-Duett, manche Tanz-Szenen erinnern an russisches Ballett.  Ansonsten schmusig, aber ein wenig farblos.

22:32 Maja Keuc aus Slowenien mit „No One“: feines, verruchtes Stimmchen, aber diese overknee-shoes gehen irgenwie überhaupt nicht. Fehlt noch die Peitsche 🙄

22:37 Sjonni’s Friends aus Island mit „Coming Home“ – Was für ein trauriger Hintergrund,  für einen verstorbenen Kollegen solch einen fröhlich-swingenden Titel zu singen. Bravorös gelöst. Ohne Pathos. Bei Frau Tonari wippen gerade die großen Zehen.

22:41 Die spanische Sängerin Lucía Pérez „Que Me Quiten Lo Bailao“ bietet feucht-fröhlichen Sangria-Ballermann-Urlaubssound und die Choreographie passt 1:1 an jeden Pool der südlichen Halbkugel. Animateure aller Länder aufgepasst: Das wird Euch in der kommenden Saison verfolgen. Olé!

22:45 Mika Newton aus der Ukraine singt „Angel“, sieht ein bisschen aus wie ein gerupftes Huhn  und Frau Simonova zaubert derweil tolle Sandbilder auf die Leinwand im Hintergrund.  Wer stiehlt hier wem die Show?

22:50 Nina mit“Caroban“: Die serbische Youtube-Entdeckung könnte mit ihren drei bunten Tanzteletubbies glatt für den Möbelschweden Werbung machen, oder? Die sechziger/siebziger Jahre lassen grüßen.

22:54 Die Band georgische Eldrine mit „One More Day“: „One more Night“ sang ja schon der Philly.  Oh, und bei der Kleidung ließ wohl Star Wars grüßen 😉 Polterrock. Nee, das ist nicht meine Musik.

Puh, geschafft. Die 25 Titel und ich.

12 dicke, fette Punkte gehen von mir schon mal an die total perfekte Bühnentechnik und eine grandiose Show und mein großes Danke gilt den Produzenten des tollen Sounds. Ich habe schon lange kein ESC mehr gesehen und bin baff erstaunt, dass er so modern daher kommt.  Diese Schlagerfuzziecke hat er wohl glücklicherweise in meiner Abwesenheit verlassen…

Kommen wir zur Punktevergabe:

Russland: 12 an Aserbaidschan
Bulgarien: 12 an Großbritannien
Niederlande: 12 an Dänemark
Italien: 12 an Rumänien
Zypern: 12 an Griechenland, was ein Wunder 😉
Ukraine: 12 an Georgien
Finnland: 12 an Ungarn
Norwegen: 12 an Finnland
Armenien: 12 an Ukraine
Mazedonien: 12 an Bosnien-Herzogowina
Island: 12 an Dänemark
Slowakei:  12 an Ukraine
Großbritannien: 12 an Irland
Dänemark: 12 an Irland
Österreich: 12 an Bosnien-Herzogowina
Polen: 12 an Litauen
Schweden: 12 an Irland
San Marino: 12 an Italien
Deutschland: 8 an Irland, 10 an Griechenland und 12 an Österreich
Aserbaidschan: 12 an Ukraine
Slowenien: 12 an Bosnien-Herzogowina
Türkei:  12 an Aserbaidschan
Schweiz: 12 an (Schiete, verpennt)
Griechenland: 12 an  Frankreich
Georgien: 12 an  Litauen
Frankreich: 12 an Spanien
Serbien: 12 an Bosnien-Herzogowina
Kroatien: 12 an Slowenien
Weißrussland: 12 an Georgien
Rumänien: 12 an Moldawien
Albanien: 12 an Italien
Malta: 12 an Aserbaidschan
Portugal: 12 an Spanien
Ungarn: 12 an Island
Litauen: 12 an  Georgien
Bosnien-Herzogowina: 12 an Slowenien
Irland: 12 an Dänemark
Spanien: 12 an Italien
Israel: 12 an Schweden
Estland: 12 an  Schweden
Moldawien: 12 an Rumänien
Belgien: 12 an Frankreich
Lettland: 12 an … egal
 

Oh, nee, ne? Dieses simple Liebesduett aus Aserbaidschan kann es doch nicht wirklich gewesen sein.  Soll es wohl aber. Hm. Deutschland auf Platz 10 und damit im guten Mittelfeld beim Eurovision Song Contest. Hatten wir schon schlechter 😉

Wir lesen uns dann vielleicht 2012 aus Baku.

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27 Antworten zu 12 points for ???

  1. freidenkerin schreibt:

    Ach, machst du wieder Live-Blogging, wie bei der Fußball-WM? 😀

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  2. fudelchen schreibt:

    Hat er gut gesungen 😉

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  3. Gabriela schreibt:

    bin dort beim schauen und hier beim lesen 🙂
    machste urbangut!

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  4. Elisabeth schreibt:

    drücke hier immer wieder „aktualisieren“ und lese deine Kommentare – einfach super 🙂

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  5. Synapse schreibt:

    Mir ist seit einer halben Stunde nur schlecht. War auf der Autobahn unterwegs, bei meinem Mann und hoffte auf TV Zerstreuung. Ich glaube, da wird heute nix mehr mit. Liebe Grüße, Mandy

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  6. Gabriela schreibt:

    guck du und schreib – wir gucken, was du schreibst 😉

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  7. Elisabeth schreibt:

    du brauchst unbedingt einen „gefällt-mir“-Button zu Deinen einzelnen Kommentaren 🙂

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  8. GZi schreibt:

    Mehr schaffe ich wohl auch nicht 😉 Werde demnächst in die Heia gehen – die Auswertung werde ich wohl kaum mehr abwarten können. Bin viel zu müde von der Gartenarbeit… War diesmal nicht allzu viel dabei, was mir gefallen hat – höchstens 4-5 Lieder… u.a. Italien fand ich ganz große klasse!

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  9. Sigrid schreibt:

    Ich stelle fest, dass wir zu vielen Titeln die selben Assoziationen hatten. Der Förster würde die Sandbilder auf den ersten Platz setzen.
    Lassen wir uns überraschen. EineTitelverteidigung wird es aber wohl nicht geben.

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  10. Ruthie schreibt:

    Du bist ja echt tapfer und tippfest – Respekt! Da hätte ich schon lang keinen Bock mehr gehabt…

    Mir gefällt das Siegerlied nicht wirklich. Geträller eben.

    Lena fand ich dagegen sehr interessant! Und ein paar einzelne andere auch. Aber wer fragt schon mich…

    Liebste Grüße und gute Nacht von Ruthie

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  11. Pingback: Sind hier noch Bilder-Restposten abzugeben? « Claras Allerleiweltsgedanken

  12. zimtapfel schreibt:

    Ja, farbloses Liedchen, das beschreibt den Siegeszügen Siegertitel gut. Keiner meiner Favoriten hat’s nach vorn geschafft, leider. Was Lena angeht hab ich mir ja ohnehin keine Illusionen gemacht. Aber den niedlichen kleinen gitarrespielenden Finnen hätte ich gern oben gesehen, oder diese doch sehr schmissige, eingängige Hymne aus Dänemark. Oder den isländischen Beitrag mit der tragischen Vorgeschichte oder meinetwegen auch die irischen Flummies auf Speed. Das war zwar musikalisch nich ganz mein Fall, aber diese Hyperaktiven Duracellhäschen hatten schon irgendwie was.
    Und ich bin seeeeehr gespannt, was das nächstes Jahr gibt…

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  13. Frau Momo schreibt:

    Ich hab das nicht gegeguckt, aber teilweise gehört, da mein Lieblingsmann das im Wohnzimmer an hatte. Ich bin lieber bei der Wiederholung von Neues aus der Anstalt eingeschlafen. Mit mir ist eh nix mehr los, seit ich jeden Morgen um 5.00 bzw. um 4.00 Uhr aufstehen muß 😦

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  14. Tine schreibt:

    Vielen Dank für die reizende Zusammenfassung! Ich hab wunderbar ab 21 Uhr gestern an der Matraze gehorcht und finde hier heute alles, was es brauchte… oder auch nicht…
    Ich denke jedes Jahr an dem Tag des ESC, daß so viel tolle Serien eingestellt wurden und das, was die Welt am wenigsten braucht, dat lööpt und lööpt und lööpt…

    Gefällt mir

    • tonari schreibt:

      Ich hab nach gefühlten 30 Jahren mal wieder eine Übertragung von Anfang an gesehen. Sonst hat es meist nur für ein kurzes Reinzappen gereicht oder für einen Youtube-Besuch am Tag danach beim Siegertitel.
      Gestern aber war mir mal so danach…

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  15. chinomso schreibt:

    Oh jee, bluten dir nicht die Ohren?? Schau mal schnell nach.
    Das habe ich mir gestern nicht angetan. Das hätte mein Ayurveda Wohlfühlfeeling zerstört. Bunt und glitzerndes Tröt-tröt.

    Aber Danke für die Zusammenfassung. Ich bin nun noch sicherer als so schon, dass ich nix aber auch garnix verpasst habe.

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  16. Miki schreibt:

    Das Live-Blogging hab ich verpasst, aber schöne Zusammenfassung 😉
    Twitter war lustig, ohne hätte mir die Veranstaltung keinen Spass gemacht. Aber so war es wie eine große lustige Party. Und ich wollte eigentlich nich gucken… 😉

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  17. ankeberlin schreibt:

    Unglaublich! Du hast es aber lange ausgehalten … 😉

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  18. podruga schreibt:

    grandios, tonari!
    Verzichtest fürs livebloggen auf den musikgenuss, schöne Kommentare sind das.

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  19. Gedankenkruemel schreibt:

    Ich habs mir garnicht angeschaut dieses Jahr.
    Weder im TV noch auf Youtube oder Zeitung.

    Danke für die Zusammenfassung, so hab ich
    gesehen wie die ausschauten und was sie anhatten 🙂

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  20. kalle schreibt:

    Wow, fleissig, fleissig – punktgenau kommentiert und dokumentiert ;). Von meinen zehn Favoriten kamen gerade mal vier unter die ersten Zehn…aber technisch war es diesmal der TV-Höhepunkt – wenn auch fast zu bombastisch und protzig. 12 Punkte für die LED-Wand und Anke ;),

    liebe Grüssle aus Wörishofen, kalle

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  21. Anna-Lena schreibt:

    Das habe ich mir nun nicht angetan. Aber deine Idee mit dem Live-Blogging ist immer wieder schön 😆

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  22. Fast bis zum bitteren Ende hab ichs geschaut. Erst kurz vor Schluß als der Sieger rechnerisch feststand bin ich enttäuscht ins Bett. Naja nicht ganz, mein Favorit wurde immerhin zweiter.

    Danke für die Zusammenfassung, schad dass ich nicht live hier war 😉

    LG Kerstin

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