Schneeflöckchenchaos

Irgendwie mutet es schon eigenartig an, wenn just an dem Tag, an dem man nach dem Schneeflöckchenfall der vorangegangenen Nacht fünfundvierzig frierende Minuten auf einem zugigen Bahnsteig verbracht hat, um dann endlich von der vierten, nicht mehr ganz so proppevollen Ring-Bahn* (* Mir fehlt eindeutig das Drängel-Gen.) mitgenommen zu werden, wenn man also just an dem Tag die Entschädigungszahlung des örtlichen Nahverkehrbetreibers für die verpatzte letzte Winter- und Sommersaison auf dem Konto findet.

Des Nächtens alpträumt man dann von aus knarzenden Lautsprechern tönenden Frauenstimmen, die sich wahlweise für die witterungbedingten Unregelmäßigkeiten, Verspätungen und Teilausfälle entschuldigen. Was bitte sind denn Teilausfälle? Meinen sie etwa die ungeheizten Abteile oder sich nicht öffnende Türen?

Am Donnerstag jedenfalls hat Frau Holle in Tateinheit mit Väterchen Frost ganze Arbeit geleistet, was das 10 cm Neuschneeflöckchenchaos betrifft, denn die BVG ist voll auf den stehenden Zug aufgesprungen 😉

Zwischenmenschlich hingegen ging es durchaus lustig zu. Vermutlich hatten sich alle in ihr unvermeidbares Schicksal gefügt. Da war von „Fremdkuscheln“ die Rede und von mehr Kontaktmöglichkeiten als bei Facebook und dies völlig ohne Fake-Profile. Schmunzeln musste ich auch über einen Berufsschüler, der seinem Kumpel im Brustton der Überzeugung erklärte, dass „absichtlich zu spät kommen, deutlich mehr Spaß macht“.

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13 Antworten zu Schneeflöckchenchaos

  1. Vivi schreibt:

    das ist der grosse Unterschied fuer die Schulkinder. Bei uns wenn es schneit – das passiert ja nicht jedes Jahr und meist nur fuer einen Tag oder nur einige Stunden, dann ist alles zu. Kein Bus, keine Arbeit – ausser natuerlich Krankenhaus, etc, keine Schule oder Kindergarten, viele der Geschaefte bleiben zu, die Zeitung wird nicht ausgetragen, nur die Hauptstrassen geraeumt …

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    • seelenbalsam schreibt:

      Wow, das ist ja wie Feiertag…..ist es dann ganz still bei euch? Ich war irgendwie beunruhigt, warum witterungsbedingt auch U-Bahnen ausfielen, die ja unterirdisch fahren,….hat da Jemand die Klappe nicht zugemacht?

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  2. Anna-Lena schreibt:

    Ist das nicht wieder typisch? Schnee und Frost haben nun auch uns erreicht und die Stadtreinigung und die S-Bahn bekommen es nicht mit?

    Liebe Grüße an die Frau ohne Drängel-Gen (ein herrlicher Spruch :-). ) und natürlich an Herrn und Töchterchen Tonari.
    Habt einen schönen 2. Advent.

    Herzlich
    Anna-Lena

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  3. Miki schreibt:

    Höhö… das mit Facebook und Fremdkuscheln gefällt mir… hihi… Ich kann da nicht mitreden, ärger mich immer nur über die Autofahrer, die dann sofort fahren wie Weihnachtsmänner… dann soll’n se doch zuhause bleiben und nicht als Verkehrshindernis den Verkehr noch mehr zu behindern!
    Wünsche euch einen schönen 2. Advent! Liebe Grüße!

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  4. Himmelhoch schreibt:

    Tonari, wie kann ick dir vastehn – obwohl ich Gott sei Dank meine „Fernreisen“ von Lichterfelde nach Friedrichstraße besser weglassen kann als du – die S-Bahn kommt gleich nach dem Bauwesen in der DDR, die hatten auch die vier Jahreszeiten als Dauerausrede.

    Schönen Sonntag noch an alle, für alle, von einer!

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  5. april schreibt:

    Es ist ganz komisch, dass in solchen Fällen der Funke der Mitmenschlichkeit wieder überspringt. Wir hatte auch mal so eine ‚lustige‘ Zugfahrt in die Eifel und wir haben uns zu viert ganz köstlich unterhalten: wir beide, eine konservative ältere Dame (also nicht ich ;-)) und ein Punker. Der war richtig nett.

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  6. freidenkerin schreibt:

    Das ist jedes Jahr immer und immer wieder das gleiche Spielchen – zuerst wird einem von wortgewandten Vertretern der Verkehrsbetriebe verklickert, dass man so gut wie noch nie zuvor für den bevor stehenden Winter gerüstet sei – und kaum fallen dann die ersten Flocken, bricht der Nahverkehr zusammen… 😦

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    • cata schreibt:

      Bei euch auch??? Ich dachte, dass ist nur in Berlin so.

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      • freidenkerin schreibt:

        Nein, nein, das ist hier in München schon auch der Fall. Am Mittwoch habe ich eine Stunde für den Weg in die Arbeit gebraucht, der normalerweise ein knappes halbes Stünderl dauert… Seit ewigen Zeiten schon gibt’s alle Jahre wieder pünktlich zum ersten Wintereinbruch Dramen ohne Ende mit unseren S- und Tram-Bahnen: Türen, die nicht schließen, vereiste Weichen bzw. Oberleitungen etc…

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  7. Babbeldieübermama schreibt:

    Die hohen Herren von der Bahn werden es wohl nie lernen.
    Umso dreister dieses Jahr ihe Ausreden, denn vor dieser Witterung wurde dieses Jahr früh genug gewarnt.

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  8. ute42 schreibt:

    Da bewahrheitet sich mal wieder, „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ 🙂 Muss es eigentlich erst zum Verkehrsstillstand kommen, ehe die Menschen wieder aufeinander zugehen?

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