O’zapft is (2)

Im Anschluss an den historischen Teil der Wiesn, bummelten wir also dem entgegen, was weltweit das Prädikat „Oktoberfest“ trägt.

Also rauf aufs Riesenrad und erst einmal einen Überblick verschafft.

Aus ca. 50 m Höhe hat man nicht nur einen tollen Blick auf die Stadt , sondern auch auf das Gewimmel zwischen den Festzelten der Brauereien

bzw. die diversen Fahrgeschäfte und ihre Besucher.

Besagte Festzelte waren ausnahmslos wegen Überfüllung geschlossen. Davor und auf den Balkonen sammelten sich die Raucher, die in diesem Jahr wohl erstmalig nicht innerhalb  zum Glimmstengel greifen durften.

Relativ schnell meldete sich die Oktoberfestjubiläums-Maß, die wir auf der historischen Wiesn genossen hatten und wollte ordentlich entsorgt werden. Das erwies sich dann als nicht ganz unkompliziert, obwohl uns der Klopfeilschießer, auch bekannt als Doppelnullengel, den rechten Weg wies.

Wahrscheinlich hätte ich mir besser das Bier auf dem Kettenkarussel herauszentrifugieren lassen sollen, denn vor den Damentoiletten sammelten sich wahre Heerscharen an. Was bei den Jungs noch dank langer Latrinen ziemlich schnell erledigt war, dauerte und dauerte und dauerte bei den Mädels unendlich.  Schon mal mit einer gefüllten Blase lange und ich meine wirklich lange angestanden? Da kann frau schnell mal die Geduld verlieren.  Ich verlor die meinige in der Form, dass ich beschloss kein weiteres Bier zu trinken und der Gatte solidarisierte sich.

Alternativ zur Kettenkarusselzentrifuge hätte sich natürlich auch die Variante Angstschweißauschwitzen angeboten. Dazu wäre die Benutzung solcher Fahrgeschäfte zu empfehlen.

Bei diesem Top-Spin-Fresh-„Vergnügen“ wäre dann das obligatorische Händewaschen gleich zeitsparend enthalten.

Ihr merkt schon, dass sich unsere Begeisterung für Rummelattraktionen ziemlich in Grenzen hält. Auch das Olympia Looping versetzte uns nicht in Verzücken. Und außerdem wurde mir allmählich kalt.

Katastrophal auch die Abfallsituation. Papierkörbe waren eher Mangelware, was dazu führte, dass vermeintlich stille Ecken als Sammelorte diverser Abfälle benutzt wurde.

Unser Fazit:  Interessant, das größte Volksfest der Welt mal live und in Farbe erlebt zu haben, um sich eine eigene Meinung bilden zu können. Heitere Stimmung, internationales Publikum im bayrischen Trachtenlook und Ausnahmezustand 😉  Aber nix für uns.

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36 Antworten zu O’zapft is (2)

  1. Claudia / Vodia schreibt:

    Nun was soll ich dazu sagen, als geborene Münchnerin?
    Mir ist der Rummel auch zuviel!
    Die wilden Fahrgeschäfte schau ich mir auch nur von außen/unten an.
    Bin doch ned deppert, dass ich auch noch Geld dafür zahl, dass mir schlecht wird 🙂
    Aber zuschauen, wie die andern ganz blass rauswanken tu ich schon gern.
    Ich fahr lieber Krinoline, oder Riesenrad, geh zum Schichtl oder in den Flohzirkus.
    Aber wenn ich ned muß, bleib ich auch gern daheim.
    Morgen muß ich leider mal, mit der Firma. Die Kunden gnädig stimmen 😉
    C.

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    • tonari schreibt:

      Die Riesenradrunde war auch die einzige, die wir gedreht haben. Aber die war toll. Ultralustige Holländer und Polen mit an Bord und ein toller Überblick übers Festgelände. Genial zum Abspeichern der Laufroute 😉

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  2. freidenkerin schreibt:

    Ich bleibe der Wiesn auch sehr, sehr gerne fern. Das ist mir alles zu groß, zu laut, zu überfüllt, zu grell, zu übertrieben… Was mich letztes Jahr, als ich dort gearbeitet hatte, am meisten abschreckte, waren die Tausende und Abertausende an Menschen, die an den Wochenenden bereits um acht Uhr morgens angetrunken Richtung Wiesn zogen…

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  3. skryptoria schreibt:

    Ich bin schon Jaaahre nicht mehr mit dem Riesenrad gefahren! Das letzte Mal in Wien. Es wird mal wieder Zeit.

    Aber nach München fahre ich dafür nicht! ;o)

    Tolle Impressionen, liebe Tonari!

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  4. SOLEILrouge schreibt:

    Als ebenfalls gebürtige Münchnerin hab ich mir das während des Studiums (also vor laaaaanger Zeit ;-)) mal mit ein paar Freunden gegeben und wir sind über die Wies’n bummelt. Hm. Nee, schon damals fand ich das alles irgendwie zu… wie soll ich sagen… gekünstelt Frohsinn verbreitend, mochte die Fahrgeschäfte nicht (zu laut, zu grell, zu „kotzig“ etc.) und fand auch diese ausufernden Formen des kollektiven -angeblich ach so lustigen- Besäufnisses total abstoßend!
    Ich brauch so etwas nicht und als wir vor 4 Jahren mal in Stuttgart auf den Cannstatter Wasen waren, hab ich das ähnlich empfunden, obwohl es da wesentlich gesitteter zuging… allerdings waren wir am Tage dort, das macht sicher auch was aus.

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  5. Himmelhoch schreibt:

    Sage mal, hatten die beim Kettenkarussell alle Angst um ihre Schuhe? Es sieht aus, als wenn einige barfuß fahren.

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    • tonari schreibt:

      Ballerinas sind unter den Rahmenbedingungen ziemlich schnell Geschosse. Offensichlich hat die erfahrene Wiesnbesucherin da so ihre Erfahrungen (oder bekommt es vom Servicepersonal geflüstert).

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  6. paradalis schreibt:

    Ihr seid da echt auf diesen Höllen“fahrzeugen“ drauf gewesen??

    Respekt!

    🙂

    Mir wären das eindeutig zu viele Menschen. Die auch noch trunken herumtaumeln. Nee nee, da bleibe ich mal lieber hier im Wald.
    *g*

    Ich wünsche dir einen schönen Tag,
    liebe Grüße!

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  7. moni schreibt:

    Mir gefallen Deine „Wies’n-Impressionen“, Deine Texte sowieso 🙂
    Liebe Grüße – moni

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  8. ute42 schreibt:

    Schön anzusehen, aber mitmachen möchte ich nun doch nicht mehr. Auch mir sind da eindeutig zu viele Menschen. Interessant hast du uns berichtet. Danke dir.
    LG Ute

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  9. april schreibt:

    Das war aber mal sehr interessant zu sehen und hier aus dem Sessel auch höchst angenehm, nicht frieren, kein Anstehen, keine Menschenmengen 😉 und trotzdem einen Überblick gewinnen. Ne, ich glaub, das wär auch nix für uns. Danke fürs Berichten und Zeigen.

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  10. chinomso schreibt:

    Hereinspaziert—hereinspaziert!! Wies’n Besuch mit Frau Tonari.
    Tauchen Sie ein in das Flair des größten Volksfests der Welt, kommen Sie, sehen Sie, staunen Sie…. alles vor dem PC Bildschirm. Sie müssen sich nicht ellenbogenstark durch Menschenmassen kämpfen, keiner kippt ihnen sein Bier vor die Füße oder entledigt sich vor Ihren Augen seines Mageninhalts. Sie geniessen das Fest in schönen Fotos mit amüsanten Untertiteln.

    **Danke fürs Mitnehmen**

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  11. Quizzy schreibt:

    Ja mei, am Samstag „gehört“ die Wiesn halt den Touristen und danach dürfen sie sich gerne darüber ausk**en. Nix für unguad, liebe Tonari, aber um das größte Volksfest der Welt am 1. Wiesn-Samstag zu besuchen muss man bzw. frau scho a bisserl masochistisch veranlagt sein … 😉

    Aber ich verrat jetzt nicht, wann wir Münchner rausgehen, sonst kommen dann auch noch alle Touris und wir ham wieder koa Ruah ned … 😀

    Liebe Grüße
    Renate

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  12. ruediger schreibt:

    OMG deutlich zu viele Menschen mit unkontrolliertem Zugang zu Alkohol auf einen Haufen, nichts für mich.

    /me ist ein kleiner Jahrmarktsphobist

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  13. Gedankenkruemel schreibt:

    Huch Riesenrad sehen, ja gerne aber damit fahren Hilfe nein.
    Respekt.

    Schön auf Fotos die Wiesn zu sehen,
    aber ich glaube das ist auch nichts für mich.
    Danke fürs zeigen und teilhaben lassen.

    Liebe Grüsse
    Elke

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  14. Lies von Lott schreibt:

    Ich bin Trommler gefahren, das war lustig, der Rest war mir arg zu teuer…

    Hab ihr auch Schmalznudeln gegessen? Bei der tollen Schmalznudelbraterei am Viktualienmarkt?

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  15. Ruthie schreibt:

    Ich weiß schon genau, warum ich an diesem Samstag eigentlich nicht mal in diese schöne Stadt selber wollte, geschweige denn auf die Wies’n. Aber dann hab ich mich ja doch überreden lassen. Und dass ich Euch da alle kennengelernt habe, bereue ich natürlich nicht 😀

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  16. rumiko schreibt:

    Hallo,tonari.
    Oktoberfest sieht sehr groß!
    Einmal will ich das besuchen 🙂
    Liebe Grüße
    Schöne neue Woche!
    P.S
    Danke für eine Übermittelung.
    Jetzt habe ich deinen Kommentar
    gelesen,und habe ich Postkarten Swap gemeldet.
    Leider habe ich einen Tag verspätet…
    Ich bin froh,wenn ich auch teilnahmen darf.

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  17. Anne schreibt:

    Ein ziemlich verspäteter Kommentar… Papierkörbe gibt es seit dem schrecklichen Bombenanschlag von 1980 nicht mehr:
    http://www.stern.de/politik/geschichte/muenchner-oktoberfest-der-tod-kam-aus-dem-muelleimer-546697.html

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    • tonari schreibt:

      Liebe Anne,
      ich kann ja verstehen, dass man aus Sicherheitsgründen keine solcheen verstecke mehr platzieren will, aber dann muss man eben regelmäßig das Aufräumkommando in die Spur schicken.
      So ist es jedenfalls extrem unästhetisch.

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