Reiseanekdötchen

Kommen zwei Berliner nach München und haben ein Hüngerchen. Bestellen beim Imbiss im Bahnhof am Marienplatz eine Currywurst mit Brötchen. Werden zunächst belehrt, dass es Semmel heißen würde und dann unwisch gefragt, ob man rot oder weiß möchte. Hätte man ja schließlich auch gleich ansagen können 🙄

Was antwortet der gelernte Konopke-Currywurst-Genießer?  Nein, nicht  „mit“ oder  „ohne“, was die An- oder Abwesenheit von Darm bedeutet hätte, sondern brav „Mit Ketchup, bitte!“ Und erlebt glatt den ersten Kulturschock trifft auf eine grantelnde und betont augenrollende Wurstbraterin, die auf zweierlei Wurstsorten zeigt und ein „Rot oder weiß, frag i.“ ausspeit. Und was sehen die stauenden Augen des jenseits des Weißwurstäquator:s lebenden Touris? Dunklere (rötliche) und hellere Wüste liegen in trauter Eintracht im Fettbade und harren ihrer Kunden.

Oh, Preußenfalle, dammische.  In Berlin ist rot nämlich Ketchup und weiß Majo.

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43 Antworten zu Reiseanekdötchen

  1. AndiBerlin schreibt:

    Ich sage Dir, die machen das mit Absicht um uns doof dastehen zu lassen!
    Keine Currywurst Kultur diese Bayern.

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  2. podruga schreibt:

    und hat wahrscheinlich auch dreifuffzig gekostet, die blutrote currywurscht. ich glaub, da musst wirklich weißwurscht essen.

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  3. freidenkerin schreibt:

    Ja, ja, so san’s, die Münchner. 😉

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  4. Himmelhoch schreibt:

    Ich dachte immer, Unfreundlichkeit ist das Privileg der Berliner.

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  5. smultronella schreibt:

    Da weißte, wie’s einem im Ausland ergeht 😉

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    • tonari schreibt:

      So angenervt sind wir selten im Ausland behandelt worden. Ausnahme: Prag zu Zeiten der Alu-Chips. Da wollte man mich im Goldenen Gässchen nicht mal auf eine Toilette gehen lassen.

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      • Vivi schreibt:

        das ist mir auch in Berlin passiert. Wenn man da nciht isst, dann darf man auch nicht zu 00 gehen. Bekam gesagt – ist auch eine am Ubahn Bahnhof. das wollte aber ich nicht. Zum Schluss habe ich in einem Hotel gefragt und wurde sehr zuvorkommend behandelt. Das passiert auch nicht oft

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  6. Sudda Sudda schreibt:

    Im Rheinland ist rot auch Ketchup und weiß Mayo. Ach, die haben doch keine Ahnung, die Bayern.

    Tse!

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  7. GZi schreibt:

    da hätt‘ ich mich auch glatt verhauen und auf Kecthup und Mayo getippt, aber in München war ich auch erst zweimal… in Berlin habe ich weniger Verständigungsschwierigkeiten 😉

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  8. ute42 schreibt:

    Also Rot mit Weiß (rote Wurst mit Majo) oder Weiß mit Rot (weiße Wurst mit Catchup)
    Herrlich, diese Mißverständnisse 🙂 🙂

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  9. Emily schreibt:

    Tjaja… so sind sie 😉

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  10. Blinkfeuer schreibt:

    Wiiiie?? Currywurst mit Ketchup? Watt is datt denn? Currywurst, zumindest die gepflegte, wird doch mit Currysauce gereicht. In dieser findet sehr wohl Ketchup Anwendung, aber als Gimmick dazu?
    Da macht die Regierung wieder nichts?
    Nicht eher Bratwurst? Oder Currywurst mit Pommes rot/weiß?
    Sach ich dem Grölemeyer!
    Das wird man wohl noch sagen dürfen 😀

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    • tonari schreibt:

      Wir wolln ja mal kulinarisch nicht übertreiben. Currywurst ist dortens tatsächlich Bratwurst mit Ketchup und undefinierbarem Currypulver drüber. Der Hunger treibt es rein.
      Und die Regierenden verjagen ja sogar Currywurstbuden vom Brandenburger Tor. Wat willste da erwarten? 😉

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  11. Alibi schreibt:

    Bei Konopke bedeutet „mit“ oder „ohne“ aber die An- oder Abwesenheit einer Schrippe. Die Würste dort sind als echte Berliner Currywürste grundsätzlich ohne Darm.

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  12. chinomso schreibt:

    Hättest du „Pommes Schranke“ bestellt, wäre sie dir an die Gurgel gesprungen.
    So biestig habe ich es in Bayern nie erlebt. Die war bestimmt nicht von da.

    Rot ist Ketchup, weiss ich Mayo. Überall in der zivilisierten Welt. Basta.

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  13. Tine schreibt:

    Zum Glück war es nur ne Currywurscht und kein Broiler!!! (wär sicher auch lustig gewesen!!)

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  14. Vivi schreibt:

    ich kenne auch weder Pommes Schranke noch Broiler, kann mich da mal jemand etwas aufklaeren?

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  15. Ruthie schreibt:

    😀 Lustig isses hier! Wenn wir uns bei solchen Kleinigkeiten schon nicht verstehen, wie soll das JEMALS weltweit funktionieren??

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  16. Wortman schreibt:

    Da muss ein Zugereister wohl mal etwas klarstellen 🙂
    Rot und weiß bedeutet in Bayern nicht Ketchup oder Mayo. Rot ist eine „Krakauer“ und weiß eine „Bratwurst“ 😉 Deswegen die Frage bei der Currywurst.

    Eine Krakauer Curry ist eben eine „Rote“ 🙂

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    • tonari schreibt:

      Danke Worti, Du bist ein echter Aufklärer 🙂

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    • Wortman schreibt:

      Klar – ist echt lecker und nennt sich in hochdeutsch ganz einfach Bauchspeck 🙂
      Hätte da noch was:
      Reiberdatschi = Puffer/Reibekuchen
      Fleischpflanzerl = Frikadelle

      Orchkatzl = Eichhörnchen
      Rüscherl = Asbach mit Cola (wobei es IMMER Asbach ist und nix anderes).

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      • Vivi schreibt:

        meine Kinder sagen bis heut nur Fleischpflanzerl dazu und dann ausser den Semmeln gibt es ja auch die Semmelknoedel oder auch:
        Zu kabarettistischen Ehren gelangten Semmelknödel durch einen berühmten Dialog zwischen Karl Valentin und Liesl Karlstadt, in dem er erklärt, warum sie Semmelnknödeln und nicht Semmelknödel heißen:

        Karlstadt: Nein, man sagt schon von jeher Semmelknödel.
        Valentin: Ja, zu einem – aber zu mehreren Semmelknödel sagt man Semmelnknödeln.
        Karlstadt: Aber wie tät man denn zu einem Dutzend Semmelknödel sagen?
        Valentin: Auch Semmelnknödeln – Semmel ist die Einzahl, das mußt Ihnen merken, und Semmeln ist die Mehrzahl, das sind also mehrere einzelne zusammen. Die Semmelnknödeln werden aus Semmeln gemacht, also aus mehreren Semmeln; du kannst nie aus einer Semmel Semmelnknödeln machen. […]
        Valentin: […] solang die Semmelnknödeln aus mehreren Semmeln gemacht werden, sagt man unerbitterlich: Semmelnknödeln

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  17. ankeberlin schreibt:

    Ois Münchner Kindl hoab i a scho vüh läärner miaßn in Berlin … 😉

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  18. ankeberlin schreibt:

    Jo mei, bin hoit bayrisch/münchnerisch geborn und aufgwoachsn – nachdem sich eine österreichisch-preussische Verbindung für mich entschieden hatte 😉 Immerhin spielte sich eine meiner urgroßelterlichen Szenerien in Friedrichshain & Kreuzberg ab – und das finde ich aus heutiger Sicht ziemlich interessant! 🙂

    Foodtechnisch bin ich auch unterschiedlich vorgeprägt! Die Weisswurscht der innerdeutschen Migrationsdiskussion halt, ohne automatisch ein politisches Bekenntnis abzugeben. Und um bei der Wurstkultur zu bleiben, so ziehe ich die ‚Rote‘ in Baden auf jeden Fall der Rindswurst in Hessen vor. 😉

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    • tonari schreibt:

      Das klingt ja abenteuerlich.
      Bei mir sind es großväterlicher- und großmütterlicherseits böhmische bzw. mecklenburgische Wurzeln. Hab mich dann der eigenen Liebe wegen für die Mitte entschieden 😉

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  19. Gedankenkruemel schreibt:

    Wow ich „mische“ mich da erst garnicht ein..*lach
    Stelle mir gerade vor, ich tät in schwedisch bestellen..
    Da bekäme ich meinen Hunger sicher nicht gestillt.

    Aber mir gefällt der bayrische Dialekt trotzdem 🙂

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