Haus der Funken

Zur gestrigen „Langen Nacht der Wissenschaften“ lockte das Töchterlein in „ihre“ Uni und hatte für sich und uns ein wunderbares Sträußlein aus interessanten Dingen zusammengestellt.  Das Programmheft zur Veranstaltung wird nämlich von Jahr zu Jahr immer umfangreicher und so fällt die Auswahl entsprechend schwer(er).

Hochspannend ging es beispielsweise im „Haus der Funken“ zu. Was ist Hochspannung? Was macht sie und wofür brauchen wir sie? In der Hochspannungshalle fand zu diesem Thema eine exzellent moderierte Experimental-Vorführung statt.

Hier  flogen Funken, dort schlugen Blitze ein. Ja, es knisterte, krachte und knallte nach Herzenslust kontrolliert und über allem  lag hin und wieder der „Duft“ von Ozon. Für uns Zuschauer war es ein glücklicherweise gefahrloses optisches und akustisches Spektakel.

Fotografieren erwies sich dabei übrigens als ausgesprochen undankbare Aufgabe. Bei einigen Experimenten entschied ich mich lieber, die Ohren zuzuhalten als die Finger am Auslöser zu lassen  😉

Beim Isolatorüberschlag ging es nicht so laut zu, dafür schlugen aber die Flammen ziemlich hoch. Hinter den Gitterstäben des Faradayschen Käfigs hatte das ein bisschen was von feuerspeiernder Zirkusnummer.

Beeindruckend, aber vermutlich nur mit einer Hochgeschwindigkeitskamera fotografierbar, wie ein dünner Draht nach einem Spannungsstoß vor den Augen des staunenden Publikums verdampfte. Dafür gab es dann schon mal kräftigen Szenenapplaus.

Hier endlich wieder ein misslungener Beitrag für die Cam-Unsharp-Aktion der Freidenkerin. Sieht ja ein bisschen aus wie in Frankensteins Versuchsanstalt.  😆

Im Anschluss an die Vorführung konnten wir uns den Gerätschaften dann sogar nähern und beispielsweise aus der Froschperspektive den Marx-Generator bestaunen, der Spannungsstöße bis zu 2,8 Mio. Volt erzeugen kann. So ganz unbefangen nähert man sich dem Koloss nicht, auch wenn er inzwischen natürlich schon geerdet worden war.

Interessant auch, so ein Hochspannungskabel mal im Querschnitt und das Verhältnis zwischen eigentlichem Leiter und Isolationsmaterial zu sehen.

Kurzum, das „Haus der Funken“ machte seinem Namen alle Ehre. Die Hochspannungsshow scheint fester Bestandteil der Wissenschaftsnacht an der TU Berlin zu sein.  Wer mag, kann sich den 28. Mai 2011 ja schon mal vormerken.

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37 Antworten zu Haus der Funken

  1. wow, das ist ja spannend. Weißt Du, das ist etwas, was ich hier auf dem platten Lande wirklich vermisse. Hier ist nicht so viel mit Kultur und aufregenden Abendevents. Wird Zeit für eine Fahrt in die große Stadt….. 😉

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  2. Ruthie schreibt:

    Cool! Wäre ja gut geeignet für physikmüde Schüler, oder?

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  3. paradalis schreibt:

    Das ist ja echt spannend!! Tja, in Berlin ist halt was los. Ich wiederhole mich.
    🙂
    Liebe Grüße und hab einen schönen Abend.

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  4. chinomso schreibt:

    Das hätte mich auch fasziniert. Spannende Sache, finde ich. Selbst der Querschnitt des Kabels. Wo bekommt man sowas sonst zu sehen??

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  5. VEB wortfeile schreibt:

    da kann mein oller physiklehrer echt einpacken. bei dem hats zwar auch immer gefunkt, das waren aber kurzschlüsse :roll:. das blitzfoto ist genial!

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    • tonari schreibt:

      Das scheint ein jobbedingtes Risiko 😉
      Zwischen mir und (m)einer ganz speziellen Physiklehrerin hat es auch diverse Spannungszustände gegeben. Leicht geladene Grüße daher an Fräulein Frau Stengl. *grummel*

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  6. VEB wortfeile schreibt:

    meiner hieß nur „dr. bummi“ :mrgreen:
    an den richtigen namen erinnere ich mich nicht mehr.

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  7. freidenkerin schreibt:

    Im Münchner Deutschen Museum gibt es auch eine höchst interessante Hochspannungs-Abteilung mit Blitz-Vorführungen, Faradey’schem Käfig etc. Dies ist die Lieblings-Abteilung meines Papa gewesen, er hatte Zeit seines Lebens eine besondere Affinität zu allem, was mit Strom zu tun hat. 😉

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  8. Patricia schreibt:

    Beeindruckend!

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  9. fudelchen schreibt:

    Das ist nicht nur interessant, das sind auch geniale Fotos.

    GLG Marianne 😉

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  10. FantaMama schreibt:

    Klasse – die Lange Nacht der Wissenschaften besuchen wir auch gerne … alle zwei Jahre in Erlangen – aber so eine tolle Vorführung durften wir noch nicht bestaunen!

    Viele Grüße –
    Brigitte

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    • tonari schreibt:

      Die Wissenschaftsnacht bietet auch immer ganz viel Mitmachdingens für Kinder. Wie wäre es mit einem FantaFünfFamilienausflug am letzten Maiwochenende 2011?

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      • FantaMama schreibt:

        Ist in Erlangen auch so – nur sind die wirklich interessanten Sachen meist viel zu schnell „ausgebucht“ … .
        Ich werde den Berliner Termin mal im Hinterkopf behalten 🙂 – um den Dreh herum sind eigentlich immer die Pfingstferien, was grundsätzlich schon mal gut ist!

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  11. Kerstin schreibt:

    Das schaut spannend aus. Ich habe im Deutschen Museum in München mal eine Vorführung gesehen, aber das ist ewig her.

    Aber mal ne Idee für Regentage, sobald Sohnemann da ein bisserl Interesse zeigt.

    Aber du schreibst ja das wäre ein Fliegenschiss dagegen *gg*

    Liebe Grüße
    kerstin

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    • tonari schreibt:

      Das Deutsche Museum in München ist einfach nur toll. Wir haben da mal einen ganzen Tag verbracht und uns abends herauskehren lassen 😉
      Unser Technikmuseum hier in Berlin ist aber auch nicht zu verachten 🙂

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  12. Himmelhoch schreibt:

    Bitte, bitte einmal lila „Kugelblitz“ für Clara – das ist mein absolutes Lieblingsbild in dieser Serie. Beeindruckend! Es gibt ja auch immer diese Kugeln, wo man mit der Hand die Blitze anlocken kann. Fasziniert mich immer!

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  13. ute42 schreibt:

    Klasse, die Aufnahmen. Das wäre für mich auch interessant gewesen, leider zu weit weg 🙂

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  14. rundumkiel schreibt:

    Das war bestimmt außergewöhnlich interessant. Ein schöner Artikel, der durch die Fotos richtig lebendig wird. Sehr bemerkenswert! Außerdem würde sich theoretisch auch jedes Foto für mein Bilderrätsel eignen… 😉

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  15. Emily schreibt:

    Wow! Wirklich tolle Aufnahmen und sicher ein gigantisches Erlebnis. Die Fotografie mit den Blitzen ist dir sehr gut gelungen. Auch die Wärmebildaufnahme ist sensationell 🙂

    Liebe Grüsse,
    Emily

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