Seeelefanten und -pferdchen

In Morro Bay sind wir gestern in einem kleinen, sauberen Hotel schlaftechnisch vor Anker gegangen. Nur den Konstrukteur der Klimaanlage müsste man zur Strafe sein Lebenn lang in einem der so temperierten Zimmer wohnen lassen. Zum einen wurde hier die Energie  Megajouleweise zur Außenwand hinausgeblasen und zum anderen knackt das Metall bei zwangsläufigen Temperaturveränderungen derart laut,  dass man permanent erschrickt. Hallo? Wer nimmt denn so derart dünnes Blech 🙄

Heute  hat uns die California State Route 1, auch Highway 1 genannt, an der Küste entlang nach Monterey gebracht. Traumhafte Kulisse. Links das blaue Meer, rechts mal sanfte Hügel, mal steile Abhänge. Seltener Wald.  Nur leider ganz, ganz schlecht auf Zelluloid einem Chip zu bannen. Vor allem, weil die kurvenreichsten und somit fotogensten Stücke kein gefahrloses Halten zuließen und der beste Viewpointfinder von allen das Leben des Mietwagens der Frau Tonari nicht aufs Spiel setzen wollte. Muss also ein Blick vom Beifahrersitz reichen.

Sorge bestand auch, hinter einer der mitunter recht engen Kurven einen der todesmutigen Radfahrer ungewollt aufzugabeln. Die Straße ist in dieser Gegend nur zweisppurig, also eine Fahrbahn je Richtung. Fahrradspur = Fehlanzeige. Zudem bestand bei der Beifahrerin die diffuse Angst, einen der augesetzten Hangbullen urplötzlich auf der Kühlerhaube wieder zu sehen.  Wer sagt denn, dass nicht auch ein künftiges Steak mal sein Gleichgewicht verliert 😉

Highway 1 gen Norden

Damit sich die strapazierten Gleichgewichtsorgane im Innenohr wieder beruhigen können, hat die Natur ab und an besondere Attraktionen bereit gehalten. Beispielsweise am Point Piedras Blanca eine ziemlich große Seeelefantenkolonie, bestehend aus mehr als 15.000 Exemplaren. Nun, so viele zeigten sich heute nicht. Aber etliche lagen schon faul am Strand herum, bewarfen sich mit Sand oder balzten, was die Seeelefantenlunge hergab.  Und während zwei sich lautstark um die Auserwählte stritten, vergnügte sich ein Dritter. 😉

In Monterey befindet sich eines der größten Schauaquarien der Welt. Nach all der Trockenheit in den vergangenen Wochen ein verlockender Anziehungspunkt 😉

Das Museum selbst liegt direkt am Meer, in der legendären Cannery Row. Und auch in ebendieser Straße findet sich eine kleine Büste von John Steinbeck, dessen Roman „Die Straße der Ölsardinen“ hier spielt. Ich habe das Buch noch nicht gelesen, nun aber auf dem Schirm.

John Steinbeck in Monterey

Für den stolzen Eintrittspreis von 29,95$ befanden wir uns kurze Zeit später aber mitten in einer bunten Fischpracht. Wir konnten Ottern beim Schwimmen unter Wasser zuschauen, eine lustige Perspektive übrigens. In einem riesigen Becken, dass sich über mehrere Etagen erstreckte, schwammen Hammerhaie und Thunfische einträchtig neben silbrig glänzenden Fischschwärmen. In anderen Aquarien waren Leopardenhaie und barschartige Fische zu bestaunen. Sehr abwechslungsreich mit interessanter Unterwasserflora.

Abenteuerliche Wesen trieben durch die Becken

Großer Fetzenfisch

oder ihre nahezu schwerelosen Spielchen miteinander. Ich hätte den Quallen noch stundenlang zuschauen können. Der beste Tierfilmer von allen hat heimlich ein bisschen mit der Knipse gefilmt und grinste schelmisch, als ich später etwas von „Das wäre ein toller Bildschirmschoner.“ flüsterte.

Quallen

Eine besonders beeindruckender Teil der Ausstellung war den Seepferdchen gewidmet.  Sie sind ja Meister der Tarnung in ihrer Umwelt. Aber dennoch haben wir sie klar und in eindeutiger Situation 😉 gesehen.  Auch wenn dieses Foto ein übles Fake ist, weil von der Leinwand einer multimedialen Seepferdchenanimation  abfotografiert. Übrigens sind es die männlichen Seepferdchen, die schwanger werden und den Nachwuchs zur Welt bringen.

Seepferdchentanz

Das Museum ist anscheinend sehr darauf bedacht, vor allem den jüngeren Besuchern kindgerecht die Schönheiten des Meeres zu zeigen. Die einzelnen Becken sind tief genug angebracht, damit sie auch  genug sehen können. Manche Grotten waren auch mal nur für die  Kinder angelegt. Beispielsweise gibt es  auch die Möglichkeit, einige Tiere oder Pflanzen unter Aufsicht vorsichtig einmal anfassen zu dürfen. Das wurde gerne angenommen.

Allerdings waren wir sehr froh, das Monterey Bay Aquarium außerhalb der Saison besucht zu haben. Einerseits, weil die Parkplatzsuche unkompliziert war und wir auch nicht anstehen mussten, um hinein zu gelangen und andererseits, weil schon jetzt vor manchen Becken ein ziemliches Gedränge und ein gehobener Geräuschpegel herrschte. Anfangs begann in unserer Nähe eine Führung. Wir haben vor deren Lautstärke echt die Flucht in einen anderen Teil der Ausstellung ergriffen.

Dieser Beitrag wurde unter Urlaub abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Antworten zu Seeelefanten und -pferdchen

  1. Renee schreibt:

    wundervoll, die quallen sehen wirklich nach einem hightlight aus 😉

    Liken

  2. cata schreibt:

    Oooh, schööön. Und scheinbar eindeutig besser als das Ozeaneum in Stralsund. 😉

    Ich wünsche euch noch eine schöne Zeit und einen guten Heimflug.

    cata

    Liken

  3. zimtapfel schreibt:

    Die Quallen sind wirklich allemal hübscher als der Glibberkram, der hier in der Förde rumschwimmt. Aber in ihre Nähe möchte ich trotzdem lieber nicht kommen…

    Liken

  4. tonari schreibt:

    @ Renee
    Vor den roten Quallen hätte ich stundenlang stehen bleiben können. Genial aber auch, sie vor dem blauen Hintergrund zu zeigen.

    @ Cata
    Das Ozeaneum ist informativer. Hier gab es mehr für Kids und für Erwachsene mit Kinderaugen 🙂

    @ Zimtapfel
    Stimmt, sind nicht ganz ungefährlich 😉

    Liken

  5. chinomso schreibt:

    Ich wollt schon fragen, ob die Seepferdchen keine Aufkleber sind, die an der Scheibe pappen.

    Aber wirklich enorme Farben. Und heute gehts heim? *schnief*
    Gute Reise und möglichst wenig Jetlag.

    Liken

  6. freidenkerin schreibt:

    Seepferdchen find ich umwerfend! So schöne Wesen!
    Quallen sind ausgesprochen faszinierend, so lange man ihnen nicht zu nahe kommt. 😉
    Ich habe bei Cocoa Beach übrigens kurz ein Manatee gesehen. Ich stand auf einem Bootssteg am Indian River, dem Binnenarm, um den Sonnenuntergang zu fotografieren. Auf einmal prustete etwas sehr laut zu meinen Füßen, es klang wie ein alter Mann, der sich das Wasser aus der Nase schnaubt. Ich wär vor lauter Schreck fast vom Steg geplumpst. Dann hab ich den platten Kopf der Seekuh mit weit geöffneten Nasenlöchern und wunderbar friedlichen Augen aus dem Wasser lugen sehen…

    Liken

  7. hirnwirr schreibt:

    schöne Bilder,
    als ich zuletzt da war, wars gerade fertig, und noch längst nicht so groß.

    Und ich Morro Bay habe ich auch schon genächtigt!

    Liken

  8. Inch schreibt:

    Oh, John Steinbeck! Am besten im Original lesen. 😀

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s