Sternenzauber

Morgens im Zimmer einer Hotelkette im Wilden Westen.

Er: „Lass uns LA großräumig umfahren!“

Sie: „Nö, wenn ich schon mal in der Gegend bin…“

Er: „Ich habe mehrfach gelesen, es lohne sich nicht. Gesichtslose Stadt, austauschbar, uninteressant – ein Moloch.“

Sie: „Aber ich möchte doch sososo gerne mal ein Stückchen vom Walk of Fame sehen. Dann können wir auch ganz schnell wieder weg. Wir müssen da ohnehin irgendwie lang, wenn wir zum Highway Number One wollen. Büdde!!! Ich denk sonst immer, ich hab was verpasst.“

Er: „Okay. Großes Opfer. Aber wenns denn sein soll.“ 🙄

Sie: „Au fein. Dauert auch bestimmt nicht lange.“

Und so geschah es, dass sie später gemeinsam über den Hollywood Boulevard schlenderten, bis sie  Sterne sahen 😉

Zunächst aber mussten noch ca. 100 km mehrspurige Autobahn im Großraum LA bewältigt werden. Unglaublicher Smog lag über der gesamten Gegend.  Definitiv kein Ort für „Schöner Wohnen“. Kalifornische Autofahrer bevorzugen offensichtlich den Fahrspurwechsel der zackigen Art, ungeblinkt und in Sicherheitsabstände springend. Dabei möglichst ein Handy am Ohr. Testosterongesteuerte Überholmanöver von rechts und links.  Grausam und definitiv nichts für schwache Nerven. Die weibliche Spezies präferiert den  Minimalabstand zum Vordermann. Ampelpausen werden dann auch gerne mal zur demonstrativen Make-up-Korrektur verwendet.

Madame Toussauds Tiefgarage bot ein ruhiges Plätzchen für den asiatischen Flitzer. Flatrate-Parking für 10$. Das Auto samt Schlüssel wurde ihnen von einem Angestellten abgenommen und sie bekamen im Gegenzug einen unscheinbaren Schnipsel Papier. Ob sie das Schnuckelchen wohl je wiedersehen werden?

Neben dem obigen Universalsternchen gibt es auf den Gehwegen beidseitig der Straße noch viele andere. Manchmal direkt hintereinander, dann wieder in Zweierreihen, dann auch mal namenlos. Nie ausgerichtet. Mal von der einen Gehrichtung, mal von der anderen lesbar. Beispielweise fanden sie einen für

und für diese Herren gleich eine ganze Gehwegplatte. Spontan dachten beide Sternenläufer an die Freidenkerin und deren Faible für Raketenstarts.

Vor lauter gesenkten Blicken –  Richard Gere hätte unbemerkt an ihnen vorbei gehen können – war es ganz gut, wenn sie gelegentlich den Überblick behielten. Man sieht ja sonst den Himmel über Los Angeles vor lauter Sternen nicht.

Unten ging es turbulent, bunt und mit gewaltigem Staraufgebot zu

und Spiderman hockte sich sogar auf einen Hydranten

Wer ist hier wohl der Hauptdarsteller? Der Hydrant natürlich.

Aufgepasst, die Damen! Bitte bewahren sie Ihre Nerven! Hier hatte jemand ganz Besonderes seine Hände im Spiel 😉

vor dem Grauman's Chinese Theatre

Sobald irgendwo eine Kamera auftauchte, fanden sich genug Sternchen von morgen, die den Anweisungen brav folgten.

Und natürlich gönnten sich die beiden Sternchensammler noch einen versmogten Blick auf  The Hollywood Sign.

Nachdem sie nun aber genug von all dem Rummel hatten und sie das Auto tatsächlich vollständig zurück bekamen, führte sie der Weg über das demonstrativ regenbogenfahnentragende Westhollywood und Beverly Hills nach Santa Monica, dann weiter über Malibu bis nach Ventura. Dort gaben sie sich den Red Lobster* bis der Strom ausfiel. (*Seafoodrestaurantkette)

Lesen Sie morgen wieder vorbei, wenn es heißt:  Links das Meer und rechts die Felsen.

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16 Antworten zu Sternenzauber

  1. AndiBerlin schreibt:

    Habt Ihr denn meinen Stern gesehen, oder habt Ihr da gerade wo anders hingeguckt und seid nichtsahnend daran vorbeigegangen? 🙂

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  2. zimtapfel schreibt:

    Kreisch! Also bitte! Wenn man schon in der Gegend ist, darf man LA nun wirklich nicht auslassen!

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  3. chinomso schreibt:

    Hach!! **dahinschmelz* Da hätte ich auch hingewollt. Wenn schon, denn schon.
    Seh ich genauso.

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  4. Tine schreibt:

    Ich verfolge ein bisschen neidisch jeden gefahrenen Kilometer von euch! Schön, daß du uns ein Stück mit nimmst….

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  5. Lilie schreibt:

    Da hätte ich auch hingewollt – wenn man denn dann schon einmal auf dem Weg ist 😉
    Cool …
    liebe Grüße
    Iris

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  6. Renee schreibt:

    wahnsinn 😉 vielen dank für die poeples und die LA-Stimmung 😉

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  7. Lucie schreibt:

    Ach, wurklich Klasse, deine Berichte! Das macht richtig Spaß und fast könnte ich neidisch werden!

    Wirklich lobenswert, das dein Männe mitgespielt hat *grins*

    LG Lucie 🙂

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  8. kalle schreibt:

    Dafür hast du deinen eigenen Stern verdient! Ich werde mal ein Wort bei Arnie für dich einlegen ;),

    lg Kalle

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  9. Neuköllner Botschaft schreibt:

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  10. tonari schreibt:

    @ AndiBerlin
    Da muss bei den Steinmetzen was schief gelaufen sein, lieber Andi. Du solltest dringend reklamieren. Wir fanden Andy Griffith und auch Irving Berlin, aber leider nicht auf einem Stern.

    @ Zimtapfel
    Die Stadt an sich kann man wirklich vergessen. Und ganz üble Luft war da gestern.

    @ Chinomso
    Vorbeifahren hätte ich mir nie verziehen, glaub ich.

    @ Tine
    Schön, dass ihr immer mal einen Kommentar hinterlasst. Ich freu mich.

    @ Lilie
    Wir Frauen ticken da wohl anders, sagt mein Mann 😉

    @ Renee
    Straßentheater eben 😉 Spiderman saß wirklich auf einem Hydranten. Nicht wir haben ihn dazu motiviert. Tolle Leistung und Körperbeherrschung.

    @ Lucie
    Das ist Liebe, auch noch nach 25 Jahren 🙂

    @ Kalle
    Wie heißt es neudeutsch? Nicht dafür!
    Und inzwischen brauchst Du Arnie nicht mehr bemühen. Die Neuköllner Botschaft war schneller… Vielleicht hast Du ihn/sie inspiriert?

    @ Neuköllner Botschaft
    Hast Du meinen Freudenhopser gerade bis Neukölln gesehen/gehört? Ich bin total gerührt. Ein herzliches Danke für die Arbeit, die Du dir gemacht hast. Sowas gibt es echt nur in der Bloggerwelt. *freu* Ein Extra-Danke-Beitrag geht gleich online.

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  11. Pingback: Tonari kann´s nicht lassen

  12. freidenkerin schreibt:

    Herrlich! Danke für’s Mitnehmen auf den Walk of Fame! Und danke für das Foto von der Apollo-11-Bodenplatte! 😀
    Da ist man in L. A. so hart im Autofahren? Donnerlittchen! In Florida ist’s das reinste Vergnügen, hier geht’s – auch in Miami! – vergleichsweise gemütlich ab, man macht sich rücksichtsvoll Platz, lässt einen auch mal gutmütig einscheren, wenn man sich in der Spur vertan hat, und wenn man rechts sehr langsam dahin kriecht, weil man etwas sucht, gibt’s niemanden, der sich hupend und schimpfend darüber aufregt… 😉

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  13. hirnwirr schreibt:

    Wir hatten in LA Wasser non-stop:-)

    Aber der Besuch im Drehrestaurant des Westin Hotels entschädigte für alles.
    Eben so das Konzert in Walt Disney Music Hall!

    Ich hätte diesen Reisebericht nicht lesen sollen!!
    heul….so schön alles das!

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  14. tonari schreibt:

    @ Freidenkerin

    Ja, genau so hatten wir den floridianischen Fahrstil auch in Erinnerung. Ähnlich auf Hawaii. Hang loose. An der Westküste ist das spanisch-mexikanische Temperament nicht zu übersehen 😉

    @ Hirnwirr
    Willkommen hier. Wir haben von LA sonst nicht viel gesehen. Keine Lust mehr auf eine große Stadt nach den Urlaubstagen in der Natur.
    Was hast Du den gehört in der Music Hall? *neugierig fragt*

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  15. Hirnwirr schreibt:

    Tonari,
    es war ein Konzert mit den Los Angeles Philharmonic Orchestra. Und eigentlich hätte Hélène Grimaud spielen sollen, sie war aber leider erkrkankt.
    Aber es gab Ersatz und wir hörten ein Klavierkonzert und eine Symphonie von Rachmaninow.

    und danach ging es in die Mojave Wüste zur Edwards Airforce Base. Dort, wo die Shuttle landen, wenns in Florida zu stürmisch ist:-)

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  16. Himmelhoch schreibt:

    Na, dein Stern ist ja eine wahre Überraschung. Müde, wie ich zu dieser TAgeszeit sein darf, habe ich geglaubt, ich habe den Artikel vor ein paar Tagen am 23. November übersehen – und dann bemerke ich erst, dass es 2009 ist – da habe ich noch nicht bei dir gelesen. – Also ganz, ganz verspätet mein Glückwunsch!
    Lieben Gruß und schön, dass ihr heil gelandet seid!
    Clara

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