der Weg ist das Ziel

Heute ging es eigentlich nur darum, möglichst schnell gut voran zu kommen, um in die Nähe unseres nächsten Reisezieles zu gelangen. Allerdings verspürten wir keine Lust, unsere Fahrt ausschließlich auf den Schnellstraßen zu absolvieren. Und so bot es sich an, weitgehend eine schönere Strecke zu nutzen. Der alte Highway 89 führte über Serpentinen, durch bewaldete tiefe Täler mit farbenprächtigen Felswänden und über abenteuerliche Brücken. Diese hier erinnerte mich schwer an eine Konstruktion, die ich im Kindesalter mit dem Stabilbaukasten auch zu bauen gewagt hätte 😉

Die Brücke befindet sich in der Nähe von Sedona, einem magischen Ort, an dem universelle Wirbel spirituelle Heilung und metaphysische Aufklärung bringen sollen. Okay, ich glaube, wir waren für beides eindeutig zu schnell unterwegs 😉 Allerdings haben wir uns auch keinen Felsen zum Meditieren gesucht, der uns vielleicht hätte dabei helfen können.

Je weiter wir Flagstaff hinter uns ließen, um so wüstenhafter wurde die Landschaft in Arizona. Hier sagen sich Fuchs und Hase Koyote und Wüstenmaus vermutlich gute Nacht. Gelegentlich stand noch ein mehr oder weniger flotter Kaktus am Straßenrand.

oder aber piksende Sträucher die Creosote Bushs larrea divaricata hatten klitzekleine Früchte, die sich am novemberlichen Puschligkeitscontest beteiligen können, fotogen zur Schau gestellt.

Ansonsten zog sich die Straße ewig hin. Die einzige Abwechslung bot die gelegentlich lauernde Highway-Patrol und ein wahres Straßenrandphänomen:

In noch keinem Land, dass ich je bereist habe, fanden sich am Straßenrand und gelegentlich auch auf der Fahrbahn selbst so derart viele Reste zerstörter Autoreifen. Mal in Fetzen abgerissen, mal nahezu vollständig nach einer Reifen*platz*panne dort „entsorgt“. Auffallend viele Reifen geben ihren Geist offensichtlich während des Gebrauches und nicht vorbeugend in Autowerkstätten auf und tragen somit zum außergewöhnlichen Randstreifendesign bei. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass der Zustand einiger Straßen dem Ende der Pneus äußerst zuträglich ist.

Interessant auch, dass man seit 1990 in den USA Straßenabschnitte adoptieren kann.  Ziel  der Adoption ist es, diesen Abschnitt sauber zu halten. Zum Dank erhält man dann ein Straßenschild mit der Aufschrift seiner Wahl. Entweder als Familie, als Schule, als Ranch  oder als Firma. Gerne auch in Erinnerung an einen Verstorbenen oder an ein besonderes Ereignis.

Offensichtlich haben sich für manche Streckenabschnitte mit besagten (langjährigen?) Reifenrückständen noch keine Adoptionswilligen gefunden 😉

Adoptiere einen Highway!

Ach ja, und wir sind nun wieder in Kalifornien. Die Zeitdifferenz liegt erneut bei minus 9 Stunden.

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7 Antworten zu der Weg ist das Ziel

  1. Renee schreibt:

    der Kaktus scheint mehr an mannshoch zu sein – wow.
    bei der Brücke dachte ich auch an meine Kindheit, wir hatten Fisherprice 😉

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  2. cata schreibt:

    Danke für die Karte. Sie ist gestern angekommen. *Sehnsucht*
    Ist aber nicht eine von deinen sonst üblichen 😆 Urlaubskarten gewesen.

    Viel Spass weiterhin und Grüße an Hr. Tonari.

    cata

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  3. ruediger schreibt:

    *ride on nadine* 😯 :mrgreen:

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  4. april schreibt:

    Was für eine Brücke! Auf dem Foto sieht es so aus, als ginge es am Ende im 45-Grad-Winkel abwärts 😉 Und der Kaktus sieht gigantisch aus.

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  5. tonari schreibt:

    @ Renee
    Ich würd mal sagen zweieinhalb Männer hoch. Fisherprice war auch Metall? Ich dachte, die machen nur so Plastikzeugs.

    @ Cata
    Ach, die herkömmlichen gefallen dir wohl nicht? Haste Entzugserscheinungen?

    @ Ruediger
    Ich musste auch schmunzeln. Offensichtlich kann man sich wirklich wünschen, was dann drauf steht. Vielleicht war Nadine ja ein besonderes Pferd 😉
    Es ist aber Zufall, dass auf meinem geknipsten Foto sowas eindeutig Mherdeutiges steht. Wir hielten in der Nähe und ich dachte, ich könne mal über Straßenadoption berichten. Normalerweise ist es entweder Werbung für eine Firma oder Institution oder aber in Erinnerung an Verstorbene.

    @ April
    Ich würde sogar von 70-80° sprechen 😉 Canyon eben.

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  6. Schaps schreibt:

    Wo findet man diese Nadine? ^^

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  7. Inch schreibt:

    Na, das ist doch auch sehr hübsch :D. Und übrigens, es gibt immer noch genug Straßenstücke, die man adoptieren kann. Und Reifen liegen auch noch genug rum

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