es bleibt gesundheitlich spannend

Ich hoffe nicht, dass es zum sonnabendlichen Routineprogramm während dieses Urlaubs wird, das US-amerikanische Gesundheitssystem zu testen. Nachdem mein Liebster in der vergangenen Woche ja bereits das Medical Center in Oakhurst aufsuchen musste, galt es nun eine Arztkonsultation in der Nähe des Bryce-Canyons ausfindig zu machen. Die verordneten und regelmäßig genommenen Antibiotika schlugen einfach nicht an. Keine wesentliche Besserung ist zu erkennen. Wer fährt schon gerne mit einem Gefühl durch die Gegend als hätte man permanent Wasser in den Ohren.  Mal abgesehen davon, dass ich neuerdings immer schreien so laut sprechen muss, damit Männe mich versteht. Und wenn der Druckausgleich bei unseren Berg- und Talfahrten nicht funktioniert, dann ist das auch weniger angenehm.

Die Rezeption unseres Hotels war bestens auf „We need a Doctor.“ vorbereitet und drückte mir ein Blatt mit verschiedenen Möglichkeiten in die Hand. Davon war letztlich nur eine verwendbar, weil eben auch hier am Samstag nicht in vollem Umfang gearbeitet wird. Also, schnell das Eis von der Scheibe kratzen und auf ins nahegelegene Panguitch.

Glücklicherweise war es in der Klinik leer und die Angestellten ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Der Doc wirkte wie frisch aus Emergency Room gesprungen 😉 Nett, sympathisch und attraktiv. Gründliche Untersuchung, Stirnrunzeln über die bisher verordneten unwirksamen Medikamente und dann die Diagnose Tubenkatharr. Toll, das hatte der beste Selbstdiagnoseersteller von allen schon vor einer Woche dem anderen Doc vorgeschlagen 😦 Und so konnten wir nach ebenfalls ca. zwei Stunden mit vielen guten Wünschen des Personals die Klinik wieder verlassen und hatten zwei neue Rezepte in der Hand. Nur zur Ergänzung: Dieses mal kostete der Arzt 136,30$ und die Nutzung der Klinik 173 $. Hinzu kamen rund 100$ für die Medikamente.

Hospital

Ich hoffe so, dass es nun endlich besser und Männe bald wieder gesund wird. Na klar, versuchen wir die geplante Tour irgendwie trotzdem machen zu können, wenn auch in abgeschwächter Form und mit möglichst wenig Anstrengung. Also keine großen Wanderungen, keine Bergbesteigung. In unserem Fall erweist es sich als Glücksgriff, das wir im Land der Autofahrer unterwegs sind 😉

Während unseres Aufenthaltes in der Klinik hatte sich über der Gegend eine riesige Schneewolke zusammengebraut. Ich hatte am Vortag so gehofft, Teile des Red Canyons noch einmal in vollem Lichte zu sehen. Leider verschluckten die Schneeflocken die Farben. Und so müsst ihr mit den Fotos vom Vortag vorlieb nehmen.

Red Canyon_1

Red_Canyon_2

mögen sie bitte erst nach uns herunterpurzeln

Wir sind auch noch einmal in den Bryce Canyon gefahren. Hoffend, dass aufgrund anderer Lichtverhältnisse noch neue Eindrücke entstehen. Der Eindruck war dann auch *räusper* neu. Tiefhängende Schneewolken vernebeln die Weitsicht und Graupel sammelte sich an windstillen Ecken.

Bryce-Canyon

Okay, dann also weiter in Richtung Arches National Park. Einfach mal schauen, wie weit wir heute ganz entspannt noch kommen.

Unterwegs diverse Wolkenspiele, verschiedene Landschaften und Farben, unterschiedliche Vegetation.

unterwegs_1

unterwegs_2

Mal ziemlich gerade Straßen und dann eine , bei der ich völlig entnervt aufgab und Männe das Steuer wieder aufs Auge drückte. Straßen mit 10 Prozent Gefälle. Straßen, die direkt über einen Bergkamm führten. Rechts und links ging es steil bergab. Leitplanken = Fehlanzeige. Am meisten hasse ich Straßen, bei denen man den Hals giraffenartig noch so weit herausrecken kann. Man sieht nur beidseitig die Einschnitte in den Berg, voran den Asphalt und dahinter den blauen Himmel. Nicht, ob von vorne jemand kommt oder gerade auf der eigenen Spur überholt. Nicht, wohin der Weg führt. Nicht, ob er eine Biegung macht. Nicht, ob er – wie im üblen Zeichentrickfilm – einfach aufhört und über einem Abgrund endet. Abenteuerlich…

Abschließend noch ein Foto, bei dem wir der Wolke quasi Auge in Auge gegenüberstanden. Ein irres Gefühl und ein neues Bild für Frau Landgeflüster.

auge in auge

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11 Antworten zu es bleibt gesundheitlich spannend

  1. Andrea schreibt:

    Liebe Tonari,

    was für Waaaaahnsinnsbilder! Und wie beeindruckend es sein muss, wenn man tatsächlich inmitten dieser unwirklichen Landschaft steht. Schade, dass durch deines Männes Erkrankung der Genuss etwas eingeschränkt ist. Helfen denn dieses Mal die Medikamente? Und ich hoffe, ihr habt eine gute Krankenversicherung, bei den Kosten 😯

    Bei den Straßen hätte ich auch katapuliert. Haben ihr einen Wohnwagen oder einen normal Pkw?

    Noch eine schöne gesunde Zeit wünsch ich euch. Und ganz ganz herzlichen Dank für die Karte aus San F. mit der verrückten Straße. Stimmt, da kann auch ich nicht rasen 😉

    Liebe Grüße
    von Andrea

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  2. ruediger schreibt:

    Bei der Beschreibung der Straßen …. die Gattin müsste vor spontaner Flucht zurückhalten werden, oder ich müsste sie in den Fußraum rutschen lassen, nie im Leben würde sie selbst ans Steuer gehen, sie ist ein echter Schisser. 😉

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  3. april schreibt:

    Gute Besserung für deinen Mann. Schade, dass das euren Urlaub beeinträchtigt. Aber was will man machen? Ich wünsche euch, dass ihr trotzdem euren Urlaub genießen könnt.

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  4. Schonzeit schreibt:

    auch von mir gute Besserung.

    Hoffe es ist nicht allzuschlimm. Und wenn man sich eins klemmen kann im Urlaub ist es die Besichtigung von Kliniken und medizinischen Einrichtungen.

    Hingegen gucke ich immer noch fasziniert auf diese Steinformation, die nach völliger Missachtung der physikalischen Gesetze aussieht.

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  5. tonari schreibt:

    @ Andrea
    Wir sind mit einem Mazda 6 unterwegs und suchen uns spontan eine Bleibe für die Nacht. Außer in SF und im Death Valley.
    Tja, und wegen der Krankenversicherungskosten: Ich hoffe, die ADAC-Versicherung ist so gut, wie sie uns bisher glauben machte 😉

    @ Ruediger
    Ich bin da auch nicht sehr mutig, wenn ich in den Bergen untewegs sein muss. Kann nämlich nicht räumlich sehen, was die Möglichkeiten ziemlich einschränkt. Gruß also an Frau Schisser 😉

    @ April
    Wir versuchen, das Beste draus zu machen. Heute sind wir erst einmal optimistisch, dass die Mittelchen helfen.

    @ Schonzeit
    Ja, und man kann sich eigentlich auch klemmen neue Vokabels zu lernen, wie Blinddarm, Magensäure, Sulfonamide etc. Ich war nur mal wieder froh, dass man uns nicht mit Flu-Verdacht interniert hat.

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  6. Babbeldieübermama schreibt:

    Ich hoffe, ihr habt trotzdem einen schönen Urlaub.
    Gute Besserung für deinen Mann.
    Bei den Straßen wäre ich auch nicht weitergefahren und hätte meinem Mann weiterfahren lassen.

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  7. Ruthie schreibt:

    😀 Komisch, das ist bei uns anders: Je gefährlicher die Straßen aussehen oder sich anfühlen, desto eher hab ich das Verlangen SELBER zu fahren – in der Hoffnung, dass ich die Kurven und Kuppen „besser“ fahre 😉

    Die Bilder sind der absolute Hammer!

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  8. Liebe Frau Tonari,

    vielen Dank für die tollen Fotos und die schöne Karte ♥

    Ich drücke die Daumen, dass es Deinem Mann schnell wieder gut geht. Weiterhin eine gute Reise und alles Liebe für Euch!

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  9. theomix schreibt:

    Schöne Eindrücke, weiterhin. Und gute Besserung!

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  10. Wortman schreibt:

    Eis von der Scheibe kratzen? *ohjeee*
    Gute Besserung für Männe.

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  11. tonari schreibt:

    @ BbdüM
    Wir machen das beste draus. Ein kleiner Schatten muss schon sein, sonst wird man vermutlich zu übermütig 😉

    @ Ruthie
    Ich habe da volles Vertrauen in die Fahrkünste des besten Autofahrers von allen.

    @ Frau Landgeflüster
    Ich war ein wenig unsicher, ob die therapeutischen Himmelsbilder nach Deinen Posts zum Suicid vom depressiven Herrn Enke noch angebracht sind. Nun ja…
    Fein, dass die Karte Dich erreicht hat.

    @ Theomix
    Hier ist man dem Himmel immer ganz nah 😉

    @ Wortman
    Ich hoffe, es bleibt ein einmaliges Ereignis.

    @ all
    Vielen, vielen Dank für all die herzlichen Genesungswünsche. Jetzt muss es doch endlich mal besser werden. Wenn schon die amerikanischen Wundermittel bisher versagen.
    Neihein, ich bin gaharnicht ungeduldig. Das liest sich nur so…

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