im Death Valley

Ich bin wieder da. Zurück aus der internetfreien Zone 🙂

Den 20. Jahrestag des Mauerfalls im Death Valley zu begehen, hatte schon was 😉 Ich war nur heilfroh, dass wir uns nicht von Lone Pine aus in einem Planwagen oder auf dem Rücken eines Pferdes durch diese unwirtliche Landschaft begeben mussten. Ein vollklimatisiertes Auto und Tom Petty auf die Ohren – das ist schon sehr luxoriös. Staubiges Gelände, gute Straßen, kaum Verkehr. Keine Tiere zu sehen, aber auch keine kreisenden Geier 😉

Death_Valley_1

Irgendwie wirkt die Tankstelle in Panamint Springs dann doch deplatziert.

Schnell noch mal tanken?

Wenige Minuten zuvor hatten wir an einem Aussichtspunkt erlebt, dass zwei Kampfflugzeuge unter uns im Tiefflug durch einen Canyon donnerten. Erstaunlich, dass man das hier zulässt.Death_Valley_2

Tolle Fotos zu machen, erwies sich wieder als besonders schwierig. Ich hatte schon gestern im Owens-Valley kapituliert. Der Blaustich war weder durch den UV- noch den Polarisationsfilter weg zu bekommen. Diese Weite, diese Kargheit, dieses Flimmern festzuhalten, erwies sich als nahezu unmöglich. Die Bilder wirken platt und unspektakulär und werden der beeindruckenden Landschaft einfach nicht gerecht. Später war ich erleichtert, dass auch die hier verkauften Postkarten nicht viel anders aussehen als meine dilettantischen Bilder 😉  Renee, ich hätte Deine Tipps gebraucht.

Auf dem letzten Anstieg vor dem eigentlichen Death Valley quälten sich vor uns zwei ziemlich beladene Radfahrer die Asphaltstraße hinauf. Wenig später gab es eine gute Gelegenheit zum Fotostop und während ich noch am Fotomotiv optimierte, holte der beste Verpflegungsmininster von allen den beiden gerade eintreffenden Jungs eine kalte Cola aus dem Kofferraum. Ihr ahnt, wie sehr sie sich darüber gefreut haben. Und dann entpuppte sich das Zusammentreffen als eine Art Blogger meets Blogger. Die beiden 26 und 32 Jahre alten Engländer reisen seit Monaten durch Amerika. Alex & Fin sind Anfang August in Alaska gestartet und wollen im März in Panama ankommen. Respekt. Wer sie virtuell begleiten will, der sei unter www.going-south.tv dazu herzlich eingeladen. Noch schnell gegenseitig ein Foto geschossen und sich versprochen, einen Kommentar zu hinterlassen, dann ging es weiter.

Alex & Fin

Nahe Stovepipe Wells meldete sich trotz Trockenheit ein Bedürfnis und schwupp fand sich völlig unerwartet ein niegelnagelneuer Parkplatz mit geradezu jungfräulichen Restrooms. Während im Hintergrund noch an den Bordsteinbemalungen gearbeitet wurde, eröffnete gerade eine vermutlich wichtige Person diesen Parkplatz. Pult, Fahne, Musikbeschallung, Festzelt – alles inclusive.

Parkplatzeröffnung 09.11.2009

Fährt man weiter in Richtung Tal, dann gelangt man irgendwann an einen Punkt, der unterhalb des Meeresspiegels liegt. Hier gab es wohl mal einen See. Vielleicht ist er in der feuchteren Jahreszeit auch wieder aufgefüllt. Momentan aber glänzt er durch Abwesenheit, Restpfützen und salzige Bodenkrusten.

Death_Valley_3

Wasserloch am Salt Creek

Unglaublich, dass es in dieser Gegend noch Pflanzen gibt.

Pflanze im Death Valley

Am Vorabend hatte ich im Internet ein Hotel gefunden, das direkt im Death Valley liegt und *räusper* bezahlbar war. Die Furnace Creek Ranch ist früher tatsächlich bewirtschaftet worden und bietet seit 1932 Übernachtungsmöglichkeiten.

Und wisst Ihr was? Ich hatte ein bisschen ein schlechtes Gewissen bei jedem Tröpfchen Wasser, das ich hier verwendete. Den Wert weiß ich ja schon berufsbedingt zu schätzen. Aber hier hat es irgendwie dann doch noch eine andere Dimension.

Übrigens bietet das Hotel entgegen aller von mir recherchierten Internetinfos doch WLAN an. Nur eben nicht kostenfrei, sondern gegen 4,95 $ die Stunde bzw. 11,95 $ am Tag. Diese Preise hab ich sabotiert, auch wenn es sehr, sehr schwer fiel und ich Euch enttäuschen musste 😉

Jetzt aber schnell zum spektakulären Sonnenuntergang am Zabriskie Point…

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7 Antworten zu im Death Valley

  1. april schreibt:

    Ich glaube, bei manchen Landschaften, bei manchen Eindrücken helfen auch Fotografiertipps nicht. Es gibt immer noch Bilder, die nur das Auge sehen kann (und das Herz) und die sich nur unzulänglich auf den Chip bannen lassen. Und das ist auch gut so 😉

    Pflanzen wachsen überall, auch auf salzigem Boden. Es ist erstaunlich, wie sich die Natur anpasst.

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  2. Renee schreibt:

    das mit der salzkruste hätt ich gern mal genauer in augenschein genommen.
    das die bilder einen blaustich haben liegt wahrscheinlich eher an der atmosphäre als an den filtern.
    (um eine oder eine halbe Blende überbelichten <- tipp zum austesten)

    witzig finde ich ja die offizielle eröffnungsfeier für einen parkplatz *kicher* – das hat mir sehr gefallen 😉

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  3. Wortman schreibt:

    Herrlicher Bericht. Da hat man immer das Gefühl, man ist direkt mit dabei 🙂

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  4. chinomso schreibt:

    Das eigene Auge ist eben immer noch die beste Kamera. Und die Bilder sind dann deine. Nur deine. Das ist doch auch toll.

    Dennoch, wir freuen uns auf und über deine Fotos.
    Also besser die, die nicht 100% das wiedergeben, was du siehst als garkeine Fotos. Wir müssen eben alle selber mal hin. Nützt nix.

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  5. Ruthie schreibt:

    Wir waren da 1995, und es ist sehr schön, alles hier nochmal „zu durchleben“. Ich kann mich noch sooo gut erinnern, hab so ähnliche Fotos, allerdings nicht digital. Aber wenn man es nicht wieder mal sehen würde, wäre es irgendwo ganz hinten im Kopf runtergerutscht…

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  6. Inch schreibt:

    Hihi! Die Parkplatzeröffnung ist Klasse! Wieviele Zuschauer waren denn da? Ich meine, Du hast doch sicher geschickt fotografiert, oder hat der wirklich für Euch und die zwei Hanseln gesprochen?

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    • tonari schreibt:

      Ich denke mal so an die zwanzig Menschlein werden es wohl gewesen sein.
      Sie standen geschützt unterm Zeltdach, applaudierten artig und warteten vermutlich auf die etwas andere Eröffnung, nämlich die des Buffetts.

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