rund um die Semperoper

Was für ein Tag, vollgepackt mit Kultur und ganz viel Spaß.

Eine Reise nach Dresden will gut vorbereitet sein. Insbesondere, wenn man der Gasttochter einen Besuch des Grünen Gewölbes und der Semperoper möglich machen will. Die reichste und vielleicht auch berühmteste Schatzkammer Europas und das unglaublich schöne Opernhaus sind ein Muss beim Besuch der Stadt an der Elbe.

Das Historische Grüne Gewölbe im Residenzschloss ist erst seit September 2006 der Öffentlichkeit wieder zugänglich. Wegen des großen Interesses und der Begrenzung der Besucherzahlen auf 100 Personen pro Stunde muss man die Eintrittskarten rechtzeitig vorab und möglichst online buchen und sich damit nicht nur auf den Tag, sondern auch auf die Uhrzeit festlegen. Innerhalb eines Zeitfensters von 15 Minuten muss man also das Museum betreten haben, sonst verfällt das Ticket. Wobei wir unser en Zugang fast verpasst hätten, weil ich den Eintritt ins sogenannte Vorgewölbe und die Ausgabe der Kopfhörer schon für den Beginn der Besichtigung hielt. (Und mich schon wunderte, dass ein kurzer Blick auf meinen Eintrittskartenausdruck mit Barcodierung reichen sollte.) Glücklicherweise habe ich rechtzeitig in der hinteren Ecke den eigentlichen Zugang durch eine Schleuse entdeckt. Na, das wäre ja was geworden 😉 Den Rundgang durch die neun Räume unternimmt der Besucher mittels Audio-Guide. Schlagartig war mir dann in den ersten Räumen auch klar, warum wir Taschen und Garderobe abgeben bzw. in einem Schließfach deponieren mussten: Eine Vielzahl von Ausstellungsstücken werden nämlich nicht hinter störenden Glasscheiben versteckt. Wie schön, denn so spiegelte sich nichts und man konnte sich die Dinge wirklich in gut ansehen. Was soll ich sagen schreiben? Es war toll. Man staunte sich durch die prächtigen Räume, die mit ihren Exponaten eine so grandiose dramaturgische Einheit bildeten. Na klar, man kann nicht alle 3000 Ausstellungsstücke im Einzelnen betrachten, manche standen dafür auch einfach auf zu hoch angebrachten Konsolen. Aber Marina war sichtlich begeistert und konnte sich kaum satt sehen. Lustigerweise brauchte ihr japanischer Audio-Guide ein bisschen länger als unsere deutsche Variante. Knapp anderthalb Stunden benötigten wir für den Rundgang.

Anschließend zog es uns zum Zwinger. Nein, einen Besuch der Gemäldegalerie konnten wir den Mädchen nicht einreden und der Mathematisch-Physikalische Salon mit seiner Sammlung von Uhren und wissenschaftlichen Instrumenten ist leider bis 2010 wegen Umbauarbeiten geschlossen. So blieb es bei einer Runde durch den Innenhof bis zum Nymphenbad, das aber heute seinem Namen keine Ehre machte, denn es sprudelte kein Wasser aus den Delphinen und der Wasserfall war auch versiegt.

Für den Abend hatten wir seit Monaten Konzertkarten für die Semperoper. Marina und das Töchterlein spielen seit vielen Jahren Klavier und freuten sich daher auf Lang Lang und auf

Franz Schubert
Sonate für Klavier A-Dur D 959
Béla Bartók
Sonate für Klavier Sz 80
Claude Debussy
«Préludes» aus den Heften 1 und 2
Frédéric Chopin
Polonaise As-Dur op. 53

Das Gebäude an sich ist ja schon ein Augenschmaus. Aber dazu kam heute noch ein wunderbarer Konzertgenuss. Genial, wie der Pianist die Bandbreite zwischen Tastaturschmeichelei und ganzkörperlicher Dynamik beherrscht, wie schnell er spielt, wie er Töne wahlweise hauchen oder wild hämmern kann. Er begeisterte nicht nur uns, sondern auch die anderen Besucher im ausverkauften Haus. Er begeisterte so, dass ein Teil der Zuschauer zwischen den einzelnen Sätzen applaudierte und vom anderen Teil, den Musikkennern, zurückgezischt wurde. Was für ein Spaß für Marina. Interessant auch, dass er bis auf die Bartoksche Sonate alle Stücke ohne Notenvorlage spielte. Und wir hatten tolle Plätze ergattert: Im ersten Rang nahezu auf Höhe der Bühne, so dass die Mädchen dem Popstar des Klaviers beim Spielen auf die Hände gucken konnten.

lang_lang1

Lang Lang mag als Künstler bei Kritikern umstritten sein. Vom Publikum gab es standing ovations und der Pianist bedanke sich mit Zugaben. Das Fazit unseres gemeinsamen Konzertabends lautete: „Unglaublich toll!“

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3 Antworten zu rund um die Semperoper

  1. freidenkerin schreibt:

    Ihr habt Lang-Lang live im Konzert erlebt? Boah! Da bin ich jetzt beinahe ein bißchen neidisch. Das glaube ich, das der unglaublich toll ist!

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  2. Andrea schreibt:

    die Schätze im Grünen Gewölbe sind auch unglaublich, oder? Vor lauter Pracht und Glanz wird einem ganz schwindelig ….

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  3. Pingback: Tonari kann´s nicht lassen

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