Okonomiyaki

Eigentlich für den vergangenen Sonntag angekündigt, musste das Zubereiten von Okonomiyaki aber wegen plötzlich ausbrechender  „Oh- Gott- ich-muss-ja-noch-meine-Facharbeit-für-den-Deutschunterricht-schreiben“-Aktivität auf den gestrigen Abend verschoben werden.

Aus gegebenem Anlass 😉 : Marinas Variante des Okonomiyakis erhebt nicht den Anspruch, das allein selig machende Rezept für dieses Gericht zu sein. Wenn ich es richtig gelesen und verstanden habe, dann gibt es nämlich davon so unendlich viele Variationen wie es Regionen und Familien in Japan gibt.

Okonomi heißt übersetzt was du willst/magst und yaki bedeutet grillen bzw. braten. Und wie der Namen schon andeutet, kann man nahezu alles verwenden, wonach es einem gelüstet. Vorausgesetzt, die Garzeiten passen zu den restlichen Zutaten. Auf einem Japan-Fest habe ich auch schon die Bezeichnung Japanische Pizza gelesen. Dies allerdings eher wegen der Variationsmöglichkeiten und Zubereitung als wegen eventueller Ähnlichkeiten.

Wir haben dem Töchterlein nach ihrer Rückkkehr aus Japan mal in weiser Voraussicht einen elektrischen Teppanyaki geschenkt. Schön, denn so konnten wir gestern das Gericht direkt am Tisch zubereiten und mussten nicht auf eine Pfanne zurückgreifen. Das erscheint mir aber auch möglich, ist nur lange nicht so spaßig und kommunikativ.

Zurück zum Gericht:

Die Grundzutaten sind Weißkohl, Mais, Wasser, Ei und Mehl. Der möglichst kleine Weißkohl (wir haben einen 1/2 bzw. ca. 700 g gebraucht) wird zunächst in Streifen geschnitten und dann noch einmal geteilt, bis etwa daumennagelgroße Abschnitte entstehen. Dazu eine kleine Büchse Mais. Alles wird in einer Schüssel miteinander vermischt. Statt des Okonomiyaki-Mehls hat Marina ganz normales Weizenmehl verwendet. Wasser, Mehl und zwei Eier verquirlt, ergaben eine zähe, klebrige Masse, quasi das Bindemittel. Das Foto der Schüssel entstand übrigens, nachdem schon die ersten Portionen entnommen waren. Also nicht irritieren lassen.

Grundmasse

Grundmasse

Anschließend wird die Masse in kleine Fladen auf der heißen, leicht vorgefetteten Platte verteilt und flach gedrückt. In unserem Fall hatte Marina ganz dünn geschnittenes Schweinefilet darunter gelegt sowie einen kleinen Würfel Mochi. (Mochi sind die klebrigen Reisküchlein, an denen zum Neujahresfest in jedem Jahr etliche ihrer Landsleute  ersticken…)

portioniert auf dem Grill

portioniert auf dem Grill

Das Braten einer Seite hat erstaunlicherweise nicht sehr lange gedauert.  Und schon wurde gewendet. Das gelingt am besten, wenn man die Fladen eher portionsgroß macht und einen Unentbehrlichen Pfannenwender (beschichtet oder aus Holz) einsetzt. Auseinandergefallen ist uns die „Pizza“ jedenfalls nicht.

nach der ersten Wendung ;-)

nach der ersten Wendung 😉

Spannung und Appetit steigen, denn es brät nun die zweite Seite. Falls erforderlich, kann man das Ganze noch einmal wenden.  Marinas Erfahrung aber machte das für uns nicht erforderlich und so bekam jeder seinen Okonomiyaki auf den Teller. Nun schlug die große Stunde der Zutaten, die man aber in einem gut sortierten Asia-Laden bekommen sollte: japanische Mayonaise, Okonomiyaki-Soße und Bonito-Flocken.

Die Mayonaise (deutsche tuts vermutlich auch, zumindest konnten wir keinen großen Unterschied erschmecken) wird gitternetzartig über der Okonomiyaki-Portion verteilt. Gleiches macht man mit der ein bisschen süßlich schmeckenden  Okonomiyaki-Soße. Der Clou aber sind die Bonito-Flocken.  Bedingt durch die Hitze tanzen die hauchdünnen getrockneten Fischschnitzel als lebten sie noch. Marina erzählte, dass sie als Kind dies auch geglaubt habe und entsprechend keinen Spaß an diesem Essen hatte.

Guten Appetit! - Itadakimasu!

Guten Appetit! – Itadakimasu!

Uns hat es allen super geschmeckt. Wir haben es sogar alle mit Stäbchen gegessen 😉 und niemand ist an den Mochi erstickt 🙂

Okonomiyaki gibt es nun ganz bestimmt häufiger bei uns und beim nächsten Mal sind wir dann auch experimentierfreudiger.

Viel besser beschrieben ist das Rezept allerdings hier.

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4 Antworten zu Okonomiyaki

  1. Renee schreibt:

    das sieht total lecker aus – jetzt muss ich nur noch einen asialaden in kiel finden *grins*

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  2. tonari schreibt:

    War es auch. Macht total satt und ich fand, es musste nicht zwingend mit Fleisch sein.

    Serviceleistung:
    Fleethörn 23
    24103 Kiel
    Tel: 0431 – 677092

    oder aber im Internetversand von
    http://www.japan-lebensmittel.de

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  3. perli schreibt:

    hallo tonari danke fuer dieses leckere Rezept. Ich wohne in Japan (Yokohama) kann aber leider nicht (japanisch) kochen. Aber das hoert sich so einfach an, das werd ich auch mal probieren, allerdings in ner stinknormalen Pfanne 🙂

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  4. tonari schreibt:

    @Perli

    Okaeri!
    Lass mich unbedingt wissem, wie es geworden ist 🙂
    Yokohama also, da waren wir im Sommer 2007 auch mal einen Tag. Sind einmal im Minato Mirai Area rund um den Landmark-Tower herumgeschlichen und aßen das erste Kaiten-Sushi unseres Lebens im Yokohama Worls Porters, einem Shopping-Center.

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