Heiligabend

Nichts mit weißer Weihnacht in Berlin. Wär ja auch zu schön gewesen. Es regnete und nieselte, die Stadt präsentierte sich im schlichten Grau.

Dann kam es gestern dann doch ein bisschen anders… Nein, leider nicht wettertechnisch.

Ich hatte angenommen, dass es für Marina besonders schön wäre, wenn sie ins Wohnzimmer kommend zum ersten Mal den geschmückten Weihnachtsbaum mit den darunter liegenden Geschenken erblickt. Mein Liebster allerdings überzeugte mich mit seinem Hinweis, dass sie das Erlebnis auch andernorts haben kann und in Japan vermutlich in jedem Einkaufszentrum während der Weihnachtszeit. Selberschmücken war also die bessere Idee. Gemeinsam mit Dana hatte sie den schmucklosen Baum vor sich, Lichterkette und jede Menge Lauschaer Baumbehang zur Verfügung und freie Hand, was die Verschönerung betraf.  Baumschmückpremiere für Marina und das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie ich finde.

Bei uns gibt es seit vielen Jahren am Heiligabend Fisch. Morgens schwamm er noch im Frischfischbecken, abends ließen wir uns den Karpfen schmecken. Nur für Sohnemann wurde wunschgemäß eine Extraforelle gebraten.

Bescherung – ein besonders schwer zu vermittelndes Wort des deutschen Sprachgebrauches. Unser schönster Lohn war das Leuchten in Marinas Augen beim Öffnen der Geschenke. Besonders gut kamen u.a. eine CD mit deutschen Weihnachtsliedern sowie eine CD-Sammlung mit besonders schönen klassischen Konzerten berühmter Komponisten an. Verhaltener reagierte sie schon bei den Klaviernoten zu  den Weihnachtsliedern. Warum nur? Und nach der Irritation vom Montag hielt sie sich bei den Karten für ein Konzert im Konzerthaus am Gendarmenmarkt  im Januar ziemlich zurück. Da allerdings bin ich guter Hoffnung, da man mit der Academy of St. Martin in the Fields (meinem absoluten Lieblingsorchester) und Britten & Bach nichts oder zumindest nicht viel falsch machen kann.

marzipanherz

Als ich Marina erzählte, dass zum Weihnachtsfest auch ein sogenannter Bunter Teller gehört, auf dem sich die verschiedensten typischen Weihnachts-Leckereien tummeln, regte sich heftiger Protest bei meinem Sohn. Er meinte, er kenne niemanden in seinem Freundeskreis, bei dem es auch so sei .

Daher meine Frage in die Blogleserrunde: Gibt es bei euch unterm Weihnachtsbaum Bunte Teller mit Marzipankartoffeln, kleinen Lebkuchen, Dominosteinen, Schokoladenweihnachtsmännern, Marzipan  und allerlei farbenfrohem Baumbehang?

Marina und ihre Eltern hatten auch für Dana, Lucas , den „Papa“ und mich Geschenke vorbereitet und liebevoll verpackt. Mein absoluter Favorit: Bonbons mit Grünem-Tee-Geschmack.

Gefreut habe ich mich wirklich, dass meine Eltern und meine Oma beim Zusammenstellen der Weihnachtsgeschenke keine Unterschiede zwischen ihren Enkelkindern und ihrer „Gastenkelin“ gemacht haben.

Und auch von der Kölner Sprachkurs-Gastmama war vor ein paar Tagen ein Päckchen gekommmen. Marina hatte es bis zum Heiligabend aufgehoben und nun in unserem Beisein geöffnet. Selbstgebackene Kekse kamen zum Vorschein und wurden sofort gekostet. Sehr lecker.

Schade, dass das Töchterlein ihre Erkältung noch nicht wirklich überwunden und sich ziemlich schnell in Richtung Bett verabschiedet hat.

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6 Antworten zu Heiligabend

  1. Andrea schreibt:

    Liebe Tonari,

    natürlich gibt es bei uns Weihnachtsteller – ein Weihnachten ohne kann ich mir gar nicht vorstellen! Und auch, wenn wir Kinder gar nicht mehr bei der Mutter wohnen, gibt es noch einen, um ihn mit nach Hause zu nehmen 😉

    Oh, und ihr habt Karten für Academe of St. Martin in the Fields? Was bin ich neidisch …

    Liebe Grüße
    von Andrea

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  2. bonafilia schreibt:

    der bunte Teller gehörte immer dazu, meine Mama hat ihn immer auf den Tisch gestellt und wir Kinder haben ihn genossen. Ich dagegen habe keinen bunten Teller…. allerdings liegt das daran das ich sonst zu viel von den Süßkram selber essen würde!
    Aber definitiv gehört er dazu!

    Ihr hattet einen schönen Heiligabend! Wir auch und Jayla war sehr froh mit ihren Geschenken!

    LG Bonafilia

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  3. huangdi schreibt:

    Bunte Teller gehoeren bei uns zu Hause auch immer dazu. Schon allein, um die riskanten, aber lohnenswerten Raubzuege auf die Teller der anderen Familienmitglieder zu unternehmen.

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  4. hostmam schreibt:

    Als Kind gab es bei uns zu Hause immer bunte Teller – allerdings waren Süßigkeiten aller Art auch ein sehr knappes Gut bei uns.
    Wir selber stellen meist keine Teller hin – dank der vielen Weihnachtsfeiern in Schule/Verein und diversen Adventseinladungen hatten die Kinder bereits reichlichst Naschkram.
    Dafür steht seit dem 23.ten eine riesige Schüssel mit selbstgemachten/gebackenen Leckerkram der Finninen auf dem Tisch. Alles mit unaussprechlichen Namen aber sehr lecker – und die Damen sorgen kontinuierlich für Nachschub…

    LG hostmam

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  5. catakla schreibt:

    Also bei uns gehört der „Bunte Teller“ auch zum Heilig Abend dazu. Allerdings steht er nicht unter dem Baum, dafür aber auf dem Tisch. Lebkuchen, selbstgebackene Kekse, Marzipankartoffeln und diverse Schokoladenfiguren gehören darauf.
    Er darf dann zum Kaffeetrinken geplündert werden. 😆

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  6. Billie n.e. schreibt:

    Also, ich muss deinem Sohn zustimmen– sowas kenne ich nicht. Kekse und so gibt’s, klar, aber „bunter Teller“ ist für mich eigentlich eher was auf’m gemischten Buffet als unterm Tannenbaum … 😉

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